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Porsche 911

Charakterbildung beim G-Modell

Foto: fact 13 Bilder

Die für die Porsche G-Modelle angebotenen Modifikationen zielen entweder darauf ab, den Charakter der Fahrzeuge noch stärker herauszuarbeiten oder sie dienen einfach nur dazu, vorhandene Kanten zu glätten.

22.02.2007 Bernd Woytal Powered by

Auch einen 911er kann man optimieren

Etwas Gutes noch besser zu machen ist bekanntermaßen schwierig. Das trifft besonders auf die Porsche 911 G-Modelle zu. Aber wer es zu mehr als nur einer flüchtigen Bekanntschaft mit diesen faszinierenden Sportwagen gebracht hat, entdeckt doch das eine oder andere Detail, das sich optimieren lässt.

Dazu zählen beispielsweise die seitlichen Türklappenkästen, die auf Grund der hier verarbeiteten und Feuchtigkeit aufnehmenden Presspappe mit der Zeit aus der Form gehen. "Eine dauerhaftere Lösung sind unsere Türklappenkästen aus GFK, die wir einbaufertig mit Teppich und Kunstleder bezogen anbieten", sagt Michael Wittke von der Mittelmotor GmbH in Bochum.

So mancher hat sich sicherlich auch schon über den mit zunehmenden Alter schwergängigen Fensterhebemechanismus im G-Modell geärgert. "Die Lösung ist ein Umrüstkit aus dem 964", verrät Ingo Stimming, der nach Perfektion im Detail strebt. So ersetzt er beispielsweise die Kunststoffbuchsen der Pedalwelle durch solche aus Bronze, um dem relativ hohen Verschleiß und dem daraus resultierenden Pedalspiel vorzubeugen.

Experte bevorzugt Porsche Originalteile

Bei Modifikationen bevorzugt er Porsche Originalteile wie etwa bei der Schaltwegverkürzung. Die im SC RS (Typ 954) eingesetzte Ausführung ist für ihn die einzige Alternative, wenngleich dieses Bauteil schwierig zu bekommen und teuer ist. Umstritten sind die im Zubehör erhältlichen Schaltstockbuchsen mit runden Löchern, die ein exakteres Schalten ermöglichen. Die originalen Buchsen mit ihrer ovalen Bohrung dienen laut Porsche nämlich dem Entkoppeln des Antriebsstrangs vom Passagierraum. Sie unterbinden die Übertragung von Geräuschen über das Schaltgestänge in den Innenraum und verhindern zudem, dass bei starken Lastwechseln im Verbund mit hohen Fliehkräften der eingelegte Gang herausspringt. Darum empfiehlt das Porsche Kundenzentrum Classic, die Originalteile zu verwenden.

Lieber ins Fahrwerk investieren, als in PS

Wer seinen Elfer etwas sportlicher haben möchte, beherzige die Aussage von Wolfgang Reile von Classic-Power in Haubersbronn: "Ein optimiertes Fahrwerk bringt oft mehr als ein paar zusätzliche und meist kostspielige Pferdestärken."

Optimal heißt, dass zunächst einmal der Ist-Zustand hergestellt werden sollte. Als weitere Maßnahmen bieten sich die Spurstangen des Turbo für ein präziseres Lenkverhalten und ein Bilstein-Fahrwerk an.

"Beim Tieferlegen kann man aber leicht über das Ziel hinausschießen",warnt Stimming. Und Wittke weist darauf hin, das Lenkgetriebe nach dem Tieferlegen entsprechend höher zu setzen,damit sich beim Einfedern keine Nachspur ergibt und der Geradeauslauf leidet.

Moderate´s Tuning heißt die Devise

Die Stabis sollten unangetastet bleiben, es können aber härtere Fahrwerksgummis und etwas breitere Felgen verwendet werden. Die Bremsanlage bietet relativ große Reserven.

Auch das Herz kann besser schlagen

Nun zum Motor. Die 2,7-Liter- und 3,0-Liter-Versionen lassen sich durch einen Frontölkühler und einen zusätzlich E-Lüfter thermisch entlasten.Walter Jennewein von der Fahrergemeinschaft der ersten G-Modelle empfiehlt ferner, das fünfblättrige Gebläserad der frühen Modelle durch das spätere elfblättrige zu ersetzen.

Vorsicht bei Magnesiumgehäuse

Die 2,7-Liter-Motoren sind übrigens wegen ihres verzugsempfindlichen Magnesiumgehäuses schlechte Tuningkandidaten. Dagegen kann man "den Dreiliter im Rahmen einer Motorüberholung zum 3,2-Liter aufwerten und mit zwei Sportnockenwellen auf 235 PS bringen", sagt Reile.

Das Problem der ausreißenden Zylinderstehbolzen umgeht man durch den Einsatz von Dilavar-Bolzen, "am besten die vom 993", rät Porsche-Motoren- Experte Manfred Rugen. Denn zumindest bei älteren Dilavar-Bolzen hat er schon beobachtet, dass diese von innen heraus korrodieren, was nur eine zeitliche Verlagerung des Ursprungsproblems zur Folge hätte.

Einige Teile vom 993 verbessern die Zuverlässigkeit

Eine Motorrevision bei frühen SC sollte übrigens auch den Ersatz der Kunststoff-Einspritzleitungen durch solche aus Metall beinhalten. Und von Vorteil ist es laut Rugen, die Ölpumpe samt Sieb aus dem 993 zu verwenden.

Ein kritischer Punkt bei den K-Jetronic- Modellen bis Modelljahr 1981 ist der Luftfilterkasten. Beim Starten spritzt ein Ventil Kraftstoff in diesen Kasten. Da nicht alles davon in die Saugrohre gelangt, kann es passieren, dass sich dieser Benzinrest entzündet und den gesamten Kasten auseinanderreißt. Entschärfung bringt der Einbau eines Überdruckventils. Oder man verwendet ein Bauteil der späteren Modelle, bei dem der Kraftstoff direkt in die Saugrohre gespritzt wird.

Kein Ersatz in Sicht ist derzeit für die oft kränkelnden Warmlaufregler der K-Jetronic. Hier besteht also noch Handlungsbedarf.

Porsche Modellpflege beachten

Zum Schluss noch ein allgemein gültiger Tipp: Wer seinen 911 verfeinern möchte, sollte zunächst einmal schauen, welche Modellpflegemaßnahmen Porsche in der Folgezeit vorgenommen hat. Denn dahinter stand in aller Regel die Absicht, das Vorhandene besser zu machen.

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