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Porsche 928

Foto: 13 Bilder

Der Porsche 928 war als schneller und komfortabler Reisewagen gedacht. Experten verraten, welche Möglichkeiten es gibt, den Autobahngleiter zu optimieren

13.04.2006 Powered by

Gemballa, Strosek, Koenig – besser lassen sich die wilden 80er Jahre des Porsche 928 kaum in Worte fassen. Neben den spektakulären Kreationen dieser Firmen gab es auch dezentere Versionen wie das 928 Cabrio von Garelli Design in Kalifornien und den Kombi von Artz in Hannover. Glitten speziell die auffallend breit gemachten Exemplare vor zehn Jahren in die Region "peinlich" ab, so fällt das Urteil heute deutlich milder aus. Schließlich handelt es sich um zeitgenössische Modifikationen, denen in einigen Jahren sogar das H-Kennzeichen zusteht.

Die wilden 80er des 928

Derzeit geht es dem 928 eher selten ans Blech. Aber Veränderungen werden trotzdem vorgenommen, das Repertoire reicht von dezenten Verfeinerungen bis hin zum Extrem-Tuning. Eine geringe Abweichung vom Original ist der Einbau eines kleineren Sportlenkrads, das besonders großen 928- Fahrern etwas mehr Platz beschert. "Bei älteren Modellen sollte man die zu dicht am Auspuff verlaufende Kupplungsleitung samt Schlauch und Halter durch die spätere Variante ersetzen", führt Jürgen Auer von Auer-Automobile in Waldbach bei Heilbronn eine weitere akzeptable Modifikation ins Feld.

Mit der Montage strafferer Dämpfer oder einer Aufwertung der Bremsanlage mit Stahlflexleitungen und Bremsbelägen mit höherem Reibwert können sich selbst Befürworter der Originalität abfinden. Im Fall des Motors ist es besonders wichtig, zunächst einmal den Sollzustand anzustreben – erstens, um kleinere Defekte aufzuspüren, nach deren Beseitigung der 928-Besitzer möglicherweise alle Tuninggedanken wieder fallen lässt, zweitens, um eine gesunde Basis für einen Leistungszuwachs zu schaffen.

Besonders wichtig ist der Zustand des Zahnriemens. Muss er gewechselt werden, gilt dies auch für Spanner, Spannrolle und Wasserpumpe. Denn deren Lager halten meist dem straffer gespannten, neuen Zahnriemen nicht lange Stand. Einen weiteren Tipp hat Manfred Kaul vom Porsche Club 928 parat: "Viele der 928 ab Modelljahr 1989 fahren im Notprogramm des Motormanagements, weil die Steckverbinder der Klopfsensoren korrodiert sind." Diese Fahrzeuge haben nicht die volle Leistung und verbrauchen etwas mehr. Beim Auslesen des Fehlerspeichers wird ein Defekt der Klopfsensoren angezeigt – eine teure Reparatur. Zunächst sollte man es deshalb mit etwas Kontaktspray an den Steckern versuchen.

Für manchen Ärger sorgt ferner das Einspritzsteuergerät der LH-Jetronic. "Das Hauptproblem ist der Hybridschaltkreis", weiß Achim Müller von ACM Elektronik. Kleinere Defekte wie ein Versagen der Schubabschaltung bleiben zunächst unbemerkt. Aber spätestens, wenn der Wagen plötzlich nicht mehr anspringt, ist ein neues Gerät fällig. Den mit zunehmendem Alter anfälligen Schaltkreis gibt es nicht mehr als Ersatzteil. Müller baut daher eine eigene Lösung ein – mit einer zusätzlichen Notlauffunktion.

Die Steuergeräte spielen natürlich auch beim Chip-Tuning die Hauptrolle. Große Leistungsgewinne ergeben sich bei Saugmotoren auf diese Weise nicht. Bei den Vierventilern lassen sich mit einem Aufrüst-Kat wie dem von Liphardt immerhin fast 20 PS herauskitzeln – bei einem gleichzeitig verbesserten Abgasverhalten, wie die Erfüllung der Euro-2-Norm belegt. Ein Erfolg von Chip-Tuning in Verbindung mit diesem Katalysator ist im Prinzip dank der bei älteren Systemen üblichen Volllastabschaltung der Abgasregelung möglich.

Spürbare Mehrleistung ist teuer

Grundsätzlich gilt: Spürbare Mehrleistung bedingt großen Aufwand und ist teuer. So hat Porsche-Spezialist Manfred Krämer aus Vogt im Allgäu den damals als Folge der Energiekrise auf Normalbenzin ausgelegten Motor der 928-Urversion schon auf Superkraftstoff umgestellt. Dazu verwendete er unter anderem die Zylinderköpfe der ersten S-Modelle, Doppelrohrauspuff, einen anderen Verteiler, ein geändertes Kennfeld und erzielte letztendlich gut 280 PS bei geringerem Verbrauch.

Tuning ein intensives Thema beim 928

Besonders intensiv beschäftigt sich die Firma Landsharks in Norddeutschland mit dem Tuning von Porsche 928. "Wir haben für alles ein offenes Ohr", umreißt Jochen Ehrhardt das Motto des experimentierfreudigen Betriebs. Landsharks hat diverse Tuning-Kits für Motor und Fahrwerk im Programm. Jenes Fahrwerk, das einst von Probst und Mentel mit Hilfe von Porsche entwickelt worden war, ist derzeit nicht mehr erhältlich. Doch wenn eine gewisse Anzahl von Interessenten vorhanden ist, "könnte das aus Bilstein-Dämpfern, speziellen Eibach-Federn und strafferen Stabis bestehende Kit wieder aufgelegt werden", meint Helge Probst.

Das Beschaffen von Teilen zum Aufrüsten der Bremsanlage, was zumindest bei den Urmodellen überlegenswert ist, ist derzeit kein Problem. Ein Umbau auf die GTS-Bremse kommt jedoch sehr teuer. Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, was er aus seinem Wagen macht. Ein mögliches Resümee dieser Geschichte liefert Manfred Krämer: "Mit dem 928 war Porsche damals um Welten voraus." So gesehen müsste man mit einem Original noch heute gut zurechtkommen.

Rückblende Porsche 928 S, Probst und Mentel

Was Probst und Mentel für die Straße bieten, sind zunächst einmal 335 alltagstaugliche PS. Die Tuningmaßnahmen fallen äußerst arbeitsintensiv aus. Ähnlich einem Turbo überrascht der Motor mit plötzlichem Leistungsschub. Härtere Stabilisatoren vorn und hinten, Bilstein-Dämpfer sowie progressive Federn werden installiert. Das Fahrwerk glänzt mit sportlichen Fahreigenschaften – es kann seine Qualitäten auf der Straße wie auf dem Rennkurs ausspielen. Der 928 ist zu einem agilen Kurvenstürmer geworden. – sport auto 7/1985

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