Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Besser machen

Volvo P 1800

Foto: 12 Bilder

Mit dem schicken Schweden-Coupé vertraute Experten verraten, was es an Umrüstmöglichkeiten für diesen Wagen gibt. Denn nicht jeder will den Volvo P 1800 so fahren, wie er seinerzeit vom Band lief.

13.12.2005 Powered by

Egibt viele Dinge, die man machen kann, aber nicht muss. Diese Feststellung trifft besonders zu,wenn es um Modifikationen am Volvo P 1800 geht. "Es gibt nur wenige Oldtimer, die den heutigen Straßenverkehr so gut verkraften wie die alten Volvo", sagt Jochen Ruopp aus Drakenburg nordwestlich von Hannover, der seit vielen Jahren an solchen Fahrzeugen schraubt.

Heute noch sehr alltagstauglich

Entsprechend gering ist der Handlungsbedarf. P 1800-Besitzer, die zu Abweichungen vom Original bereit sind, streben meist einen Gewinn an Komfort an – was der Reisequalität des schicken Coupés zugute kommt. So hat beispielsweise Fritz Schöbel, Vorsitzender der Volvo P 1800-IG und Besitzer des abgebildeten Wagens, Sitze aus dem späteren ES-Modell eingebaut.

"Die passen problemlos und sind deutlich bequemer", erklärt er den Grund für den Umbau. Eine zusätzliche Verbesserung ist das Umrüsten von Statik- auf Automatik-Sicherheitsgurte. Andere auf mehr Komfort versessene P-1800-Fahrer gehen noch einen Schritt weiter und lassen eine Servolenkung montieren, die im Prinzip aus dem Volvo 164 stammt. Die Gebrüder Haggenmiller in Gerlingen bei Stuttgart integrieren sogar zurzeit eine Klimaanlage in den ES eines Kunden, wo sie möglichst unauffällig ihren Dienst verrichten soll.

Sinn macht übrigens auch, die in frühen P 1800-Modellen montierte Gleichstromlichtmaschine durch ein leistungsfähigeres Drehstromaggregat zu ersetzen. Über sinnvolle Modifikationen des Fahrwerks gehen die Meinungen auseinander – die der Besitzer wie die der Experten. Keine Kritik gibt es an der Umrüstung auf 5,5- Zoll-Felgen und den Einsatz von 185er-Reifen. Diese Maßnahme bringt eine leichte Spurverbreiterung mit sich, kommt der Optik zugute und stellt außerdem eine zeitgenössische Modifikation dar. Allerdings gibt es die Tiefbettfelgen von Kronprinz oder Lemmerz nur noch gebraucht. Jedoch bietet zum Beispiel die Firma Bastuck neue Alu-Felgen dieser Größe im Minilite-Design an. Man sollte wissen, dass spätere Modelle einen anderen Lochkreis besaßen.

Gasdruckstoßdämpfer zu empfehlen

Eine weitere Verbesserung der Fahreigenschaften bringt die Verwendung von Gasdruckstoßdämpfern. Hier stehen verschiedene zur Wahl. Während die einen auf Koni schwören, bevorzugen andere verstellbare Spax-Dämpfer. Für ein agileres Fahrverhalten sorgen Polyurethanbuchsen, die statt der serienmäßigen Fahrwerksbuchsen aus weniger lange haltbarem Gummi an Vorder- und Hinterachse montiert werden können. Bei solchen wie anderen Fahrwerksmodifikationen greifen die Schrauber gern auf IPD-Produkte zurück, eine in den USA angesiedelte Spezialfirma.

"Doch da ist auch vieles im Angebot, was von zweifelhaftem Nutzen ist", warnt Peer Buttkereit aus Duisburg, der sich seit 20 Jahren mit Volvo- Tuning befasst. Er geht zum Teil andere Wege und findet beispielsweise, dass ein stärkerer Stabilisator nicht unbedingt die Fahreigenschaften verbessern muss. Stattdessen verlässt er sich mehr auf eigene Erfahrungen wie etwa eine spezielle Vorderachseinstellung.

Und statt größerer Umbauten an der Bremsanlage empfiehlt er besondere Bremsbeläge mit einem höheren Reibwert und eine gezielte Luftzufuhr zu den Scheiben beziehungsweise zu den Bremstrommeln. Für eine gute Sache bei deutlich leistungsgesteigerten Fahrzeugen hält er außerdem die Montage eines Torsen-Differenzials, ein verschleißarmes selbst sperrendes Differenzial mit Schneckenrädern, das effektiv arbeitet und relativ weich einsetzt. Ein weitere Modifikation, die den Antriebsstrang betrifft, nennt P-1800-Spezialist Edgar Blepps aus Ratshausen nahe Rottweil: "Leistungsgesteigerte Vergaser-Varianten des P1800 profitieren vom Einbau eines robusteren Overdrive aus dem E beziehungsweise ES."

Tuningmöglichkeiten vorhanden

Obwohl der P 1800 wesentlich seltener im Motorsport eingesetzt wurde als Amazon oder PV 444/544, animiert er dennoch zum Tuning. Denn der eine oder andere möchte mit seinem Coupé so schnell unterwegs sein, wie es aussieht. Grundsätzlich bieten hier die Vergaser- Motoren die größeren Reserven, wobei E-Modelle auch auf Vergaser umgebaut werden können. Mit Hubraumerweiterung auf bis zu 2,4 Liter, einer scharfen Nockenwelle, einem modifizierten Zylinderkopf, Weber-Vergasern und zusätzlichen Feinarbeiten lassen sich bis an die 200 PS herauskitzeln.

Eine kleinere PS-Zugabe bringt die Montage eines Sportauspuffs und eines Fächerkrümmers sowie eines optimierten Zylinderkopfs. Letztlich bietet es sich noch an, den ständig mitlaufenden Kühlerventilator durch einen Elektrolüfter mit Thermoschalter zu ersetzen. Weitere Modifikationen enthält die Tabelle "So machen Sie ihn besser", aber es sind längst nicht alle. Doch nach wie vor gilt: Kann man machen, muss man aber nicht.

Rückblende Test Volvo 1800 ES, ams 9/1972 

Der rauhe, unkultivierte Lauf ist allerdings die einzige Schwäche des Einspritzmotors, denn seine übrigen Eigenschaften geben keinen Anlass zur Kritik. Mit einer Leistung von 124 PS bei 6000/min zählt er eindeutig zu den starken Zweiliter-Aggregaten. Dass man jedoch an schneller Kurvenfahrt nicht allzuviel Spaß hat, liegt vor allem an der zu weichen beziehungsweise ungenügenden Stoßdämpfung. Zu loben sind der Geradeauslauf und die Wintertüchtigkeit.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige