Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Besser machen

VW Karmann Ghia

Foto: FACT, Jooß 12 Bilder

Die Besitzer eines Karmann Ghia Typ 14 können auf das üppige Optimierungs- und Tuningangebot für den VW Käfer zurückgreifen. Doch die Karmann-Gemeinde ist wählerisch.

13.09.2006 Powered by

Die wertvollste Optimierung für einen VW Karmann Ghia wäre sicherlich eine rostfreie Karosserie. Denn das mit dem Plattformrahmen verschraubte Blechkleid mit den angeschweißten Kotflügeln genießt den Ruf hemmungsloser Rostbildung – die Restaurierung ist mit dem Aufwand für einen Porsche 356 vergleichbar.

Im Käfer-Regal bedienen

Doch einen Karmann aus Plastik können und wollen wir nicht empfehlen. Auch ohne Berücksichtigung der Karosserie ist das Angebot an Möglichkeiten zur Optimierung und zum Tuning groß genug. Schließlich kann man sich aus dem umfangreich bestückten Käfer-Regal bedienen.

"Allerdings", so lautet die Erfahrung von Georg Hinz von der Beetle Clinic in Berlin, "legen die Karmann-Besitzer mehr Wert auf Originalität als die Käfer-Fahrer." Das trifft speziell auf die Eigner älterer Karmann-Modelle zu, "die haben sich selbst mit der Leistung von nur 30 PS abgefunden", meint Hinz. Die Freude am hemmungslosen Tuning sieht Matthias Kemmer von der Kemmer & Hein OHG in Speyer ebenfalls eher bei den Fahrern jüngerer Karmänner.

Einen größeren Interessentenkreis sprechen die eher dezenten Verfeinerungen an. Neben Fachbetrieben vermitteln auch Clubs wie etwa der Karmann Ghia Club Karlsruhe, der übrigens das Fotofahrzeug für diese Geschichte organisierte, Laien gern ihre Erfahrungen. Denn aus Platzgründen können wir hier nur einen Teil der Möglichkeiten darstellen.

Problempunkt Heizung

Beginnen wir mit dem Innenraum. Wer sein Fahrzeug bis in den Spätherbst einsetzt, vermisst eine effektivere Heizung. Ein Mangel, der sich durch den Einbau einer Standheizung beseitigen lässt. Die besseren Karten haben Modelle mit 12-Volt-Elektrik, doch auch die alten Typen lassen sich von sechs auf zwölf Volt aufrüsten. Nachtfahrten verlaufen mit H4-Scheinwerfern etwas stressfreier – eine Umrüstung, die recht unproblematisch vonstatten geht.

Hoch im Kurs steht ferner der Einbau von Automatikgurten, deren Wirksamkeit sich aber erst im Zusammenspiel mit Kopfstützen so richtig entfaltet. Jedoch sollten es keine primitiven Aufsteckversionen sein. Lohnenswerter ist der aufwändigere und teurere Umbau mit einem in die Lehne eingeschweißten Gestell.

"Die originale Optik lässt sich dann einfach durch Herausnehmen der Kopfstützen schnell wieder herstellen. Und wenn es sein muss, kann man die Einstecköffnungen durch neues Beziehen der Lehne verschwinden lassen", meint Kemmer. Der Sicherheit zugute kommt natürlich auch die Umrüstung auf eine Zweikreisbremse – was alle vor dem August 1966 produzierten Modelle betrifft.

Damit kommen wir zum Fahrwerk – ein Gebiet, auf dem sich Tuning- Freunde so richtig austoben können. Polyurethanbuchsen, stärkere Stabilisatoren, Nachrüst-Stabis für die Hinterachse, spezielle Vorderachsen in normaler und schmaler Ausführung zum stufenweisen Tieferlegen und vieles mehr. Hier muss sich jeder zunächst einmal selbst darüber klar werden, was er aus seinem Karmann machen will.

Speziell wenn eine stärkere Maschine im Heck wüten soll, bieten sich eine optimierte Radaufhängung und die Umrüstung früher Modelle auf eine vordere Scheibenbremse an. Auf jeden Fall sollte bei entsprechenden Experten Rat eingeholt werden.

"Gerät die Abstimmung an der Vorderachse zu hart, neigt das vorn relativ leichte Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen zum Hüpfen und man verliert unter Umständen wichtige Meter beim Bremsen", nennt Georg Hinz einen Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt.

Abstimmung nicht zu hart wählen 

Wer mit nur geringen Abweichungen vom Original schon einen ansehnlichen Erfolg erzielen will, sollte die serienmäßige Radaufhängung in einen einwandfreien Zustand versetzen, Gasdruckdämpfer einbauen (Bilstein oder verstellbare Spax) und ein etwas üppigeres Reifenformat wählen.

Bereits 5,5-Zoll-Felgen mit 165er-Reifen bringen eine Verbesserung. Die wählbare Reifenbreite wird allerdings durch die hinteren Kotflügel begrenzt, 195er-Pneus sind schon ein Grenzfall.

Um das schnittige Fahrzeug so schnell zu machen, wie es aussieht, gibt es wiederum verschiedene Möglichkeiten. Eine Zweivergaseranlage, ähnlich wie von Okrasa angeboten, zählt zu den zeitgenössischen Möglichkeiten. Damals gab es auch den Judson-Kompressor oder das von Galmar in Frankfurt vertriebene Autogas- Gerät, das jedoch in erster Linie der Verbrauchsreduzierung diente.

Beliebte Maßnahmen zur Leistungssteigerung sind heute der Einbau eines Typ 4-Motors oder ein Neuaufbau der Originalmaschine mit Hubraumerweiterung. In solchen Fällen sollte man eine verstärkte Ölpumpe und einen Frontölkühler vorsehen.

Auch ein Porsche-Sechszylinder passt ins Heck. Aber um so ein Auto auf die Straße zu bringen, bedarf es weiterer Modifikationen und einer Einzelabnahme. Insider wissen sogar von einem Karmann mit Porsche-993 RS-Technik. Aber das ist weit mehr als nur eine Verfeinerung des Originals.

difikationen und einer Einzelabnahme. Insider wissen sogar von einem Karmann mit Porsche-993 RS-Technik. Aber das ist weit mehr als nur eine Verfeinerung des Originals.

Rückblende VW Karmann Ghia, Test ams 14/1958 

Insgeheim hatte ich gehofft, die im amerikanischen Judson-Prospekt genannten Werte zu erreichen (0-60 Meilen in 15,5 s), was jedoch nicht gelang. Trotz allem sprechen die ermittelten Werte eine deutliche Sprache. Die Höchstgeschwindigkeit ließ sich mit 134 km/h ermitteln. 100 km/h waren in 23,5 Sekunden erreicht. Gegenüber dem Original-Karmann wird die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h um 35 Prozent verringert, und das erklärt wohl besser als viele Worte die wirksamkeit der Judson-Anlage.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige
3D Felgenkonfigurator
Anzeige