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Italienische Allianz: Die ersten offiziell von Ferrari angebotenen Armbanduhren werden von der Kultmarke Officine Panerai gefertigt.

20.04.2007 Hans-Jörg Götzl

Italophile Automobil- und Uhrenfreunde müssen jetzt ganz stark sein: Neuchâtel, der Ort, an dem die Zeitmesser von Panerai und nun auch Ferrari hergestellt werden, liegt nicht wirklich in Italien. Sondern - wie jeder weiß, der im Erdkundeunterricht gelegentlich mal aufgepasst hat - am nördlichen Rand des gleichnamigen Sees in der Westschweiz.

Kult um riesige Kampftaucher-Uhren

Was der Faszination an den neuen Ferrari- Uhren keinen Abbruch tut. Erstens bauen die Schweizer bekanntlich die besten Uhren der Welt. Vor allem aber reichen die Wurzeln der Officine Panerai weit in die Apenninen-Halbinsel, genauer: nach Florenz.

Dort gründete um 1860 Giovanni Panerai eine Werkstatt, die sich bald auf den Bau von Präzisionsinstrumenten spezialisierte. In den dreißiger Jahren rüstete Panerai italienische Kampftaucher mit überaus robusten Uhren aus; diese überdimensionierten Zeitmesser avancierten nach dem Krieg zu gesuchten Sammlerstücken.

Großer Fan: Sylvester Stallone

Anfang der Neunziger legte Panerai eine Kleinserie wieder auf, und ein gewisser Sylvester Stallone entdeckte die Uhren bei Dreharbeiten und legte sein Exemplar fortan nicht mehr ab. 1997 erwarb der französische Richemont- Konzern die Markenrechte, verlegte die Produktion nach Neuchâtel und baute die Kollektion weiter aus.

Heute sind die kissenförmigen Zeitmesser Kult, und ihre Anhängerschaft, die sich selbst Paneristi nennt, ist die wohl treueste im ganzen Uhrenbereich. Gleiches gilt in der Welt der Automobile für Ferrari, und so erscheint es kaum verwunderlich, dass sich Ferrari-Geschäftsführer Jean Todt und Panerai-Chef Angelo Bonati eines Abends nach einem Formel 1-Rennen trafen und sich prächtig verstanden.

Ferraris erste Uhr

Die Resultate ihrer Überlegungen präsentierten die beiden am 23. März 2006 standesgemäß auf der Ferrari-Teststrecke in Fiorano: eine von Panerai exklusiv gefertigte Uhrenlinie, mit der Ferrari erstmals offiziell als Uhrenhersteller auftritt. Im Unterschied zu früheren Ferrari-Uhren zieren das Zifferblatt ausschließlich das springende Pferd und der Name Ferrari.

Seit Oktober sind die Ferrari-Uhren im Handel, das Design nimmt typische Stilmerkmale der Automobile wieder auf. Die Preise beginnen bei rund 4.800 Euro für einen Chronometer im Stahlgehäuse - beinahe die Summe, die für eine Jahresinspektion beim Ferrari-Topmodell 599 GTB zu bezahlen ist.

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