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Bestechung

Ex-DC-Vorstand Gentz im Visier

Foto: Daimler-Chrysler

Im Zusammenhang mit Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC und des US-Justizministeriums wegen Bestechungszahlungen prüfen die Behörden eine mögliche Mitwisserschaft von Ex-Daimler-Chrysler-Vorstandsmitglied Manfred Gentz.

11.09.2006

Gentz war bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden Ende 2004 Finanzchef des Autokonzerns. Die US-Behörden ermitteln seit 2004 gegen Daimler-Chrysler, weil Manager in mehr als einem Dutzend Länder Schmiergelder gezahlt haben sollen. Außerdem geht es um Unregelmäßigkeiten bei Steuerzahlungen für ins Ausland entsandte Mitarbeiter.

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher lehnte am Samstag (9.9.) unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen einen weiteren Kommentar zum Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" ab. Der Konzern hatte bereits mehrfach erklärt, dass er mit den US-Behörden kooperiere und Maßnahmen ergriffen habe, damit sich solch unsachgemäßes Verhalten nicht wiederholen könne. Im Geschäftsbericht für das Jahr 2005 wird dazu unter anderem erklärt, dass primär in Afrika, Asien und Osteuropa unsachgemäße Zahlungen erfolgt seien. In verschiedenen Ländern habe man freiwillig nachträglich Steuerverbindlichkeiten geregelt. Durch die dadurch nötig gewordene Korrektur von Geschäftsabschlüssen habe sich das Konzernergebnis 2005 um 64 Millionen Euro vermindert.

Auf eine Anfrage des "Spiegel" ließ Gentz mitteilen, über die im Geschäftsbericht des Konzerns veröffentlichten Einlassungen hinaus werde er zu den laufenden Untersuchungen keinen Kommentar abgeben. Laut dem Bericht war der Ex-Vorstand bei einer Einreise in die USA einmal eine Stunde lang zu den Vorfällen befragt worden. Deshalb habe eine Sitzung des Aufsichtsrates von Daimler-Chrysler am 28. April 2005 nicht wie geplant in den USA, sondern im kanadischen Toronto stattgefunden. Der Konzern habe das Risiko vermeiden wollen, dass seine Manager und Aufsichtsräte bei der Einreise in die USA möglicherweise ebenfalls eine Befragung hätten über sich ergehen lassen müssen. Inzwischen haben nach Informationen aus Konzernkreisen Vorstand und Aufsichtsrat allerdings wieder mehrfach problemlos in den USA getagt.

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