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Bilanz auf der Detroit Motor Show 2010

Autobranche erwartet schwieriges Jahr

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Die Automobilindustrie sieht die Talsohle in der schweren Branchenkrise durchschritten, erwartet aber erneut ein hartes Jahr. Dies wurde zum Auftakt der Detroit Motor Show deutlich. Es gebe keinen Grund zur Euphorie, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann.

12.01.2010

Der Chef von Chrysler und Fiat, Sergio Marchionne, sagte: "Das einzige, was mich beruhigt, ist, dass wir 2009 den Boden erreicht haben." Zwar erwartet die Branche einen wieder anziehenden US-Automarkt und einen anhaltenden Boom in China. In Deutschland und ganz Westeuropa dagegen werden nach dem Auslaufen von staatlichen Konjunkturprogrammen wie der deutschen Abwrackprämie Einbrüche erwartet.


Keine durchgreifende Erholungstendenz erkennbar

VW-Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler sagte am Montag (11.1.) in Detroit, 2010 werde "herausfordernd". Der weltweite Automarkt zeige keine durchgreifende Erholungstendenz. Volkswagen wolle sich aber erneut besser als die Konkurrenz schlagen und Marktanteile hinzugewinnen. Im vergangenen Jahr erzielte Volkswagen gegen den Branchentrend einen Absatzrekord und steigerte die Zahl der weltweiten Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 6,29 Millionen Fahrzeuge.

Marchionne geißelte die Rabattschlacht in Nordamerika. "Unprofitables Volumen ist nicht das Volumen, das ich will", sagte Marchionne. Mittelfristig will er die Verkäufe von Chrysler auf 2,8 Millionen Autos und damit auf alte Höhen hochschrauben. Im abgelaufenen Jahr hatte Chrysler den massivsten Einbruch aller US-Hersteller verzeichnet. Die Verkäufe fielen um 36 Prozent auf weniger als eine Million Autos. "2009 war eine schmerzhafte Erfahrung." Fiat hält 20 Prozent an dem US-Hersteller, hat aber die Möglichkeit, langfristig die Mehrheit zu übernehmen.

2010 - das Jahr derKleinwagen

Im Mittelpunkt der Messe in Detroit stehen die alternativen Antriebe Elektro und Hybrid sowie Kleinwagen. So will der US-Autobauer Ford seine heimischen Kunden künftig mit kleineren Autos begeistern. Konzernchef Alan Mulally stellte in Detroit die neue Generation des Kompaktwagens Focus vor. Mulally will den US-Autofahrern zudem den Kleinwagen Fiesta schmackhaft machen. Verwaltungsratschef Bill Ford sagte, es dürfte das Jahr der kleineren Wagen werden. Auch die deutschen Autobauer wollen bei Klein- und Kompaktwagen punkten. Die Premiumhersteller Audi, BMW und Daimler sehen sich nach Absatzrückgängen im vergangenen Jahr wieder auf Erholungskurs.

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