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Bio-Hybrid von Schaeffler zum Pendeln

Allwetter-Pedelec mit vier Rädern

Schaeffler Bio-Hybrid Foto: Jonas Greiner 14 Bilder

Zulieferer Schaeffler präsentiert auf dem auto motor und sport Kongress ein Hybrid-4-Rad, das Muskelkraft und Elektro-Antrieb kombiniert wie bei einem Elektro-Fahrrad, aber dank Klappdach Schutz vor Regen bietet.

01.04.2016 Clemens Hirschfeld

Stadtmenschen kennen das: Mit dem Auto ist man in modernen Metropolen oft nur mehr lächerlich langsam unterwegs. In Mexico City beispielsweise liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit von Autos zum Beispiel bei 6 km/h - Fußgängertempo. Fahrradfahrer sind im Berufsverkehr meist schneller. Unschön ist es allerdings, wenn es regnet oder so heiß ist, dass man durchgeschwitzt im Büro ankommt. Hier setzt der Bio-Hybrid von Schaffler an. Dieses vierrädrige Pedelec verfügt über eine Windschutzscheibe und ein ausklappbares Dachelement, welches den Fahrer vor Sonnenstrahlen und Regen schützt. Türen, die für effektiveren Nässe- und Kälteschutz sorgen würden, gibt es zumindest beim Prototypen noch nicht. Wie bei Renaults Micro-Elektroauto Twizy, der auch als Inspirationsquelle diente, sind optionale Türen oder ein textiler Wetterschutz für die Flanken in einer Serieversion aber durchaus denkbar.

Für Einkäufe gibt es einen offenen Stauraum im Heck. Kleine Kinder finden hinter dem Fahrer in einen Kindersitz Platz. Die kompakten Abmessungen von 2,10 Meter Länge und nur 85 Zentimetern Breite machen den Bio-Hybrid zum idealen Stadtmobil. Zeitaufwendige Parkplatzsuche sollte mit dem nur 1,50 Meter hohen Schaeffler so der Vergangenheit angehören.

Schaeffler Bio-Hybrid ist so leicht wie Fahrradfahren

Größter Vorteil des Konzepts: Wie ein Fahrrad lässt es sich intuitiv steuern. Die vier 24-Zoll-Räder geben dem Fahrer eine vergrößerte Fahrstabilität, was gleichzeitig die Verkehrssicherheit und den Fahrspaß in Kurven erhöht. Da es maximal 25 km/h schnell wird, benötigt man keinen extra Führerschein. Je nach Fahrstufe muss der Fahrer aber unterschiedlich stark in die Pedale treten. Dabei fährt der Bio-Hybrid bis zu 6 km/h rein elektrisch.

Eine Boost-Funktion erleichtert das Anfahren mit dem 80 Kilogramm schweren Bio-Hybrid. So kann man auf dem Weg ins Büro beispielsweise den stärksten Unterstützungsmodus wählen. Auf dem Heimweg spart kann sich der Nutzer auf Wunsch den Besuch im Fitness-Studio sparen, indem er selber kräftig strampelt. Das rangieren erleichtert ein rein elektrischer Rückwärtsgang.

Der Bio-Hybrid bietet bis zu 100 Kilometer Reichweite

Mit einem Akku unterstützt der Bio-Hybrid bis zu 50 Kilometer und verfügt über 250 bis 750 Watt Nennleistung. Der kompakte Akku lässt sich einfach entnehmen und wie ein Laptop an jeder Steckdose aufladen. Später soll ein zweiter Akku die Reichweite verdoppeln.

Interessant ist auch das Bedienkonzept des Schaeffler Bio-Hybrid. Das eigene Smartphone dient als zentrales Bedienelement und wird dazu einfach auf einer Dockingstation am Lenker integriert. Hier lassen sich unter anderem die Restreichweite und der Puls des Fahrers überwachen. Auch Informationen zu Wetter und Verkehr spuckt die entsprechende App aus. Da im Navigationssystem auch Fahrradwege verzeichnet sind, lassen sich mit dem Bio-Hybrid Staus leicht umgehen. Natürlich dient das Smartphone auch als Multimediaquelle. Ein Lautsprecher gibt auf Wunsch die Lieblingsmusik aus.

Noch ist der Bio-Hybrid ein Prototyp. Schaeffler plant 2017 eine realitätsnahe Erprobungsphase - sucht dafür zur Zeit noch eine Partnerstadt. Sollte sich das Konzept bewähren, wird sich der Preis auf dem Niveau von Oberklasse-Pedelecs, also zwischen 5.000 und 7.000 Euro bewegen. Das ist viel Geld für ein Fahrzeug, das als Ergänzung zum Erst- und Zweiwagen dienen soll. Andererseits tendieren CO2-Austoß und Unterhaltskosten gegen null. Und schließlich sind seit 2009 bereits rund 2,5 Millionen E-Bikes in Deutschland verkauft worden.

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