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Biosprit-Desaster

Total produziert weniger E10

E10 Kraftstoff, Biosprit Foto: dpa 47 Bilder

Neuer Wirbel um den umstrittenen Biosprit E10: Angesichts der schwachen Nachfrage hat der Mineralölkonzern Total begonnen, wieder mehr Super-Benzin zu produzieren.

29.03.2011

"Wir müssen uns danach richten, was der Kunde an den Zapfsäulen nachfragt, und haben deshalb die Volumenplanung von E10 nach unten angepasst", sagte ein Total-Sprecher am Dienstag (29.3.) und bestätigte damit einen Bericht des "Tagesspiegels". Die Anpassung der Produktion betrifft die Raffinerie Leuna.

Umrüsten statt roter Zahlen

Über die Raffinerie in Schwedt konnte der Sprecher keine Angaben machen, weil dort auch andere Unternehmen beteiligt seien. Vor allem in Süddeutschland habe es eine enorme Nachfrage nach herkömmlichem Super-Benzin gegeben.
 
Die Umstellung auf mehr Super begründete der Sprecher auch betriebswirtschaftlich. "Wir können kein E10 auf Halde produzieren." Es könne nicht sein, dass das Unternehmen rote Zahlen schreibe, weil eine bestimmte Richtlinie gesetzlich erfüllt werden müsse.
 
Die Kosten der Umrüstung in der gesamten Mineralölbranche wegen des neuen Biosprits belaufen sich nach Angaben des Sprechers in dreistelliger Millionenhöhe. "E10 war groß geplant. Aber es gibt keine Trendwende." Das Unternehmen werde weiterhin E10 anbieten.
 
Der Sprecher äußerte sich aber skeptisch darüber, dass die vorgeschriebene Bioquote überhaupt noch erreicht werden könne. Total betreibt in Deutschland mehr als 1.000 Tankstellen.

Auch die Deutsche BP stellt weniger E10 her - und das bereits seit Wochen. "Wir haben die Produktion von E10 gedrosselt, weil wir förmlich drauf sitzen", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Bereits wenige Tage nach dem Benzingipfel sei die Produktion des Biosprits runtergefahren worden. BP habe in den Raffinerien in Schwedt und Karlsruhe diese Anpassungen vorgenommen. In anderen Werken, etwa in Nordrhein-Westfalen, sei die Einführung von E10 bis auf weiteres verschoben worden. Ähnliche Umstellungen in der Produktion gab es hingegen bei Shell bisher nicht. "Da ist mir mit dem heutigen Tage nichts bekannt", sagte eine Sprecherin.
 
Aus der Raffinerie Schwedt verlautete, dass schon seit einiger Zeit weniger E10 produziert werde. "Es hat schon vor Wochen eine Umstellung in der Produktion wegen der veränderten Nachfrage gegeben, weil die Ware nicht abgeholt wurde", sagte eine Sprecherin der Raffinerie, an der neben Total auch BP und Shell beteiligt sind. "Bei Super-Plus sind wir an der oberen Kapazitätsgrenze." Die Produktion werde laufend angepasst. Ohne konkrete Firmen zu nennen, sagte die Raffinerie-Sprecherin, mehrere Konzerne hätten diese Anpassung der Produktion in Auftrag gegeben.

Auf einem "Benzingipfel" vor drei Wochen hatten Bundesregierung, Mineralöl- und Autoindustrie beschlossen, bei den Autofahrern für mehr Vertrauen in den neuen Kraftstoff zu werben. Immer noch aber halten sich viele Autofahrer beim E10-Tanken trotz höherer Preise für das herkömmliche Super und Super Plus zurück.

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