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Blaupunkt

Mega-Deal mit Daimler-Chrysler geplatzt (Update)

Die Bosch-Tochter Blaupunkt hat einen Großauftrag in Höhe von 800 Millionen Mark über die Lieferung von Navigationssystemen an Mercedes verloren.

25.09.2001

Die Bosch-Tochter Blaupunkt hat einen Großauftrag von Daimler-Chrysler über 800 Millionen Mark an die Konkurrenten Siemens VDO Automotive und Becker verloren. Ein Sprecher des Hildesheimer Unternehmens bestätigte am Dienstag (25.9.2001) einen entsprechenden Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD). Der Auftrag habe auf Grund "technisch bedingten Zeitverzugs" nicht rechtzeitig ausgeführt werden können und sei deshalb von Daimler-Chrysler zurückgezogen worden. Blaupunkt hat neben Daimler-Chrysler auch Audi, VW und Fiat als Kunden.

Folgen für die Blaupunkt-Beschäftigten nicht ausgeschlossen

Der Sprecher schloss auch Folgen für die Blaupunkt-Beschäftigten nicht aus. Sie würden aber frühestens im zweiten Halbjahr 2002 greifen. Zahlen wurden nicht genannt. Unabhängig von dem nun verlorenen Auftrag würde ohnehin die Beschäftigungssituation vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturentwicklung geprüft. Zudem habe Blaupunkt in der Vergangenheit fast immer nur rote Zahlen geschrieben. Nur ein oder zwei Mal sei auch eine schwarze Null dabei gewesen.

Erfolglos: 400 Ingenieure arbeiteten drei Jahre an dem Projekt

Der Automobilzulieferer hätte ursprünglich die neue Mercedes-Benz E-Klasse, die im Frühjahr 2002 auf den Markt kommt, mit Navigationssystemen ausrüsten und entsprechende Geräte auch für die Modellpflege der S-Klasse liefern sollen. "Wir sind 400 Entwickler und arbeiten seit drei Jahren an dem Fall und kriegen es einfach nicht hin", sagte einer der Beteiligten der Zeitung.

Der Navigationsspezialist Becker im baden-württembergischen Karlsbad, Tochter des US-Anbieters Harman, übernehme nun die Ausrüstung der E-Klasse. Siemens VDO bediene die S-Klasse. Beide Unternehmen wollten dazu keine Stellungnahme abgeben.

Gewinnprognosen für Blaupunkt hinfällig

Durch den Verlust des Großauftrags dürften sämtliche Gewinnprognosen für Blaupunkt hinfällig sein, schreibt die "FTD". Der Bereich Car Multimedia von Bosch erziele derzeit jährlich 1,02 Milliarden Euro (2 Milliarden Mark) Umsatz mit Autoradios und Navigationssystemen - ein Großauftrag von 800 Millionen Mark wiege da schwer. Das Unternehmen mache erst seit 1999 wieder Gewinne, der Navigationssysteme-Bereich gelte dabei als Hoffnungsträger. Das Geschäft wachse dynamisch und sei margenstark.

Chancen für Blaupunkt-Geschäftsführer auf Bosch-Chefsessel gesunken

Zuständiger Geschäftsführer für Blaupunkt bei der Mutter ist der Bosch-Manager Siegfried Dais. Er wurde bisher als einer der möglichen Nachfolger von Bosch-Chef Hermann Scholl (66) gehandelt, der Mitte 2003 abtreten will. Blaupunkt gehört bereits seit den 30er Jahren zu Bosch und war früher vor allem als Hersteller von Radios und Fernsehgeräten bekannt.

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