BLS: Der Europa-Cadillac

Auf dem Genfer Salon zeigt General Motors den ersten Cadillac aus Europa für Europa. Die frontgetriebene BLS-Limousine kommt 2006 auf den Markt und ist das kleinste Modell der US-Luxusmarke. Es basiert trotz stärkerer Motoren und höherwertiger Ausstattung technisch auf dem Saab 9-3 und wird auch im schwedischen Trollhättan gebaut.

Was in Genf präsentiert wird, ist zwar noch eine Studie, aber das Serienauto (Premiere auf der IAA im September) wird sich nur durch das Raddesign (19 Zoll-Aluräder) vom Showcar unterschieden. Die Markteinführung soll im Februar 2006 starten, zu Preisen ab etwa 28.000 bis 29.000 Euro - also genau zwischen Saab 9-3 und dem größeren Cadillac CTS (C-Segment Touring Sedan).

BLS steht für B-Segment Luxury Sedan. Dieses Modell, das es nur als viertürige Stufenheck-Limousine geben wird, konkurriert mit deutschen Platzhirschen wie Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse, aber natürlich auch mit noblen Mittelklasse-Importwagen von Alfa Romeo, Jaguar, Lexus und Volvo.

Laufzeit nur viereinhalb Jahre

Der BLS ist 4,68 Meter lang, 1,76 Meter breit und 1,44 Meter hoch. Er ist die letzte europäische Neuerscheinung auf Basis der aktuellen Epsilon-Plattform von GM (Opel Vectra, Saab 9-3), danach kommen nur noch zwei US-Derivate - darunter auch der Saturn Aura. Aufgrund seines späten Erscheinungstermins und des bereits ab 2007 mit dem Vectra-Modellwechsel anstehenden Übergangs zur zweiten Epsilon-Generation (unter anderem mit optionalem Allradantrieb) wird der Modellzyklus des Cadillac BLS gerade mal viereineinhalb Jahre betragen. Für Herbst 2010 steht schon ein Nachfolger in Aussicht, den es dann auch als Kombi und Coupé-Cabrio geben soll.

Dafür gibt der BLS, für den GM 250 Millionen Dollar investiert, laut Entwicklungschef Bob Lutz im Innenraum schon einen Vorgeschmack auf die nächste Cadillac-Generation: mit weicher Lederausstattung, hochwertigen Oberflächen, Echtholz-Intarsien, Bose-Soundsystem und DVD-Navigation mit 6,5-Zoll-Touchscreen-Farbmonitor. Äußerlich ist der BLS im sogenannten Art & Science-Stil der Cadillac-Modelle XLR, CTS, STS und SRX designt.

Er soll verglichen mit anderen GM-Autos auf dieser Plattform vor allem einen besseren Geräusch- und Federungskomfort bieten. Ab Herbst 2006 wird zudem optional eine automatische Dämpferkontrolle angeboten.

Erster Cadillac mit Dieselmotor

Der BLS wird bis zum Erscheinen der V6- und V8-Turbodiesel (Herbst 2007) für die hinterradgetriebenen Modelle der erste Cadillac mit Dieselmotor sein. Zum Einsatz kommt der aus dem Fiat-GM-Jointventure bekannte 1,9-Liter-Vierzylinder, der im BLS rund 180 leisten soll und mit Partikelfilter ausgerüstet sein wird. Als Basis-Benziner dient ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor mit etwa 200 PS, darüber rangiert ein 2,8-Liter-V6-Biturbo mit voraussichtlich 275 PS. Alle Triebwerke haben also deutlich mehr Leistung als vergleichbare Saab 9-3-Motorisierungen.

Als Kraftübertragung stehen je nach Motorisierung und Ausstattung Schalt- und Automatikgetriebe mit fünf oder sechs Gängen zur Wahl.

Jährlich will Cadillac vom BLS europaweit 10.000 Einheiten absetzen. Damit würden 50 Prozent aller ab 2007 geplanten Cadillac-Verkäufe in Europa auf die neue Einstiegslimousine entfallen.

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fis

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