Kurz vor den Sommerferien ein kleiner Tipp für alle Bayern-Reisende: Vermeiden Sie tunlichst zwei Dinge. Zum einen sollten Sie sich nicht auf den Münchner Viktualienmarkt stellen, um lautstark zu erklären, dass weder der FC noch die Sechziger irgendeinen Plan von Fußball hätten. Und zum anderen sollten Sie keinen BMW-Mitarbeiter auf das Thema Vierzylinder-Benziner ansprechen.
Zwar ernten die aufgeladenen Sechs- und Achtzylinder sowie die Diesel ob ihrer Leistung und Effizienz regelmäßig Lorbeeren, im umsatzträchtigen Segment kleinvolumiger Turbo-Triebwerke ist aber speziell Audi, mittlerweile auch Mercedes einen Schritt voraus - was den BMW-Managern beim BMW 1er offensichtlich nicht recht ist und oft mit einem schweigsamen "Dazu haben wir noch nichts kommuniziert" abgetan wird.
Turbo-Benzinern mit drei und vier Zylindern im 1er BMW
Hinter den Türen des Forschungs- und Ingenieurszentrums FIZ laufen die Arbeiten an einer neuen Motorengeneration allerdings auf Hochtouren, ihr erster Nutznießer wird die im Frühjahr 2011 debütierende zweite Generation des BMW 1ers sein. Um weiterhin in seinem Segment die fahrdynamische Spitze zu markieren, bleibt es beim Hinterradantrieb und einer vergleichsweise aufwendigen Fahrwerkskonstruktion. Auch an der konstruktiven Nähe zum BMW 3er ändert sich nichts, beide teilen sich die so genannte L7-Architektur. Damit das agile Konzept richtig zum Tragen kommt, arbeiten künftig ausschließlich Turbo-Triebwerke unter der stärker konturierten Haube des kompakten BMW 1er - mit vier und drei Zylindern. Zunächst starten zwei Zweiliter-Vierzylinder mit 204 und 238 PS.
Diesel und Benziner rücken enger zusammen
Doch das ist nur der erste Schritt, denn die Ingenieure haben sich zum Ziel gesetzt, Diesel und Benziner enger miteinander zu verzahnen. Das bedeutet zunächst einen höheren Entwicklungsaufwand, spart allerdings in der Großserie Kosten. Deshalb wurden Elektro- und Hybridantrieb im BMW 1er gleich ganz gestrichen. So entsteht eine Dreizylinder-Familie, auf die das 1,5-Liter-Aggregat der Studie Vision Efficient Dynamics einen ersten Ausblick gibt. Vom Selbstzünder sind Leistungsstufen im 1er zwischen 95 und 177 PS vorgesehen, die Benziner im BMW 1er mit 1,2 Liter Hubraum decken ein Spektrum von 75 bis 184 PS ab - und dienen später als Antriebsquelle für den Audi A1-Konkurrenten von BMW.
In Planung ist ein BMW 1er Tourer
Die geplante Ausweitung des Fahrzeugangebots im B- und C-Segment begrenzt den Variantenreichtum des BMW 1ers. Es bleibt bei Coupé, Cabrio und Schrägheck, wobei der Viertürer wieder den Anfang macht. Ein geräumiger Ableger in Anlehnung an den 5er GT wird möglicherweise nicht der BMW 1er-Reihe zugeteilt, sondern im Bereich der neuen front- und allradgetriebenen Kompaktwagen angesiedelt. Wie üblich wächst die Karosserie in allen Dimensionen, allerdings nur um wenige Zentimeter. Ein geschickteres Packaging ermöglicht jedoch einen spürbar größeren Innenraum.






