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BMW 2002 tii Neuaufbau, Teil 1

Foto: Muschalla, Mutschler 10 Bilder

Wer sich voller Lager rühmt, kann viel bewegen. Wie gut die Ersatzteilversorgung tatsächlich ist, prüfte BMW in einem Praxisversuch: Allein aus dem Teilekatalog soll ein BMW 2002 tii neu entstehen.

01.02.2006 Thomas Wirth Powered by

Für die Mobile Tradition, der Klassiksparte von BMW, sind die Fahrzeuge der 02-Reihe das wichtigste Volumenmodell. „Bis 1998 hat die Zahl der Autos abgenommen“,sagt Georg Blumoser, "seither ist sie stabil."

Geschätzte 25.000 bis 30.000 sind es heute, über die Hälfte davon vermutet BMW in den USA. 1994, im ersten Jahr der Mobilen Tradition, fanden sich auf den Preislisten nichts als ein paar Accessoires und etwas Zubehör. "Heute bieten wir insgesamt rund 24.000 Positionen an“, sagt er. Jedes Jahr kommen 2.000 Teile dazu, die für die hauseigenen Klassiker neu aufgelegt werden.

Was das Regal hergab

Doch für keine Baureihe ist die Versorgung so umfassend wie für die 02er-Modelle. Wie gut, das wusste bisher niemand genau: Trotz digitaler Listen funktioniert ein Abgleich letztlich allein von Hand. Nur ein Praxisversuch könne schlüssig beweisen, was möglich ist, befanden im vergangenen Sommer vier BMW-Verantwortliche. Sie wollten das Unmögliche versuchen:

Ein 2002 tii sollte aus dem neu entstehen, was die Regale hergaben. "Manches werden wir sicher nicht in unserem Programm finden", wusste Georg Blumoser. "Doch was fehlt, kaufen wir auf dem freien Markt ein." Schon vor Beginn lauerte die erste Hürde, weil der Teilekatalog der Mobilen Tradition zwar alle Blechteile listet, eine Rohkarosserie jedoch nicht mehr lieferbar ist.

Die schließlich gefundene, in mattem Grau grundierte Rohkarosse stammte nicht aus einem Schlachtfahrzeug, sondern war ein unberührtes, originales Ersatzteil aus der Zeit lange vor Gründung der Mobilen Tradition, in der BMW noch aus der laufenden Fertigung liefern konnte.

Zukünftige Nachahmer werden scheitern

Schon an dieser Hürde werden zukünftig Nachahmer scheitern, denn eine weitere Rohkarosserie ist derzeit nicht bekannt. Die gewünschte Umrüstung auf das frühe Erscheinungsbild erforderte jedoch eine Menge zusätzliche Arbeit an der jungfräulichen Rohkarosserie. Die Karosseriebauer behandelten den neu entstehenden BMW 2002 tii wie jedes andere Auto auch. Spezifische Werksnormen und Produktionsvorgaben spielten eine untergeordnete Rolle, was zählte, war das spezifische handwerkliche Können.

So haben sie die Nähte der neuen Front- und Heckmasken nach dem Einschweißen verzinnt und mit in Form gefeilt. Türen und Kotflügel wurden montiert, ebenso Motorhaube und Heckdeckel. Selbst der Grill kam zur Anprobe an seinen Platz, damit gewährleistet ist, dass später alles sitzt. 

Der Neubau funktioniert wie eine klassische Restaurierung. Der Schutz wird dank modernster Auto-Chemie und großer Sorgfalt besser sein denn je. Diese Optimierungen sind typische Merkmale dieses 2002 tii, auch wenn später kaum ins Auge fallen wird, dass der scheinbar werksauthentische 2002 tii real aus einem Manufaktur-Aufbau stammt, bei dem viele Handgriffe durchaus ihre dezenten Spuren hinterlassen haben.

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