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BMW 5er GT

Der BMW 5er GT zwischen X6 und 5er Touring

BMW 5er GT
Foto: Achim Hartmann 21 Bilder

Der BMW 5er GT (Gran Turismo) soll Komfort mit Funktionalität und Exklusivität vereinen – und garniert dies mit feinen Zutaten. Mit einem ungewöhnlichen Rezept zwischen großem Kombi und SUV will BMW neuen Kunden den Mund wässrig machen. Eine erste Kostprobe.

23.03.2009 Harald Hamprecht

Ein SUV ist Ihnen zu protzig? Ein Kombi zu langweilig und eine Limousine zu wenig geräumig? Sie mögen keine Vans, weil Sie sich darin vorkommen wie ein Busfahrer, schätzen aber dennoch die erhöhte Sitzposition und viel Platz, wenn Sie mit Frau und Kindern ins Grüne fahren? Dann hat BMW – nach eigenem Bekunden – genau das richtige Rezept für Sie: den neuen BMW 5er GT (Gran Turismo), der bis vor kurzem als Progressive Activity Sedan (PAS ) bekannt war.

06/2013, BMW 5er GT, Fahrbericht BMW 535i Gran Turismo
BMW 5er GT auf Autosalon Genf 2009 1:10 Min.

Kundenbedürfnisse im Vordergrund

"Das ist das erste Auto in 30 Jahren, bei dem wir die Bedürfnisse und Träume der Kunden von Anfang an in den Vordergrund gestellt haben – und nicht das vorgegebene Segment", schwärmt Ex-Chefdesigner Chris Bangle bei seinem letzten großen Auftritt für BMW. "Das ist wie der Unterschied zwischen Economy und First Class. Wir haben ein solch exklusives Ambiente in den BMW 5er GT transferiert und damit ein konkurrenzloses Konzept für moderne Mobilität definiert", sagt er und weckt damit hohe Erwartungen. Wird das Oberklasse-Auto diesen wirklich gerecht?

Eine Testfahrt im Serienmodell des 5er GT verwehrt BMW den Medien noch, denn Marktstart ist erst im November. Vorab gibt es nur eine erste Sitzprobe in einer realitätsnahen Konzeptstudie, die der Öffentlichkeit auf dem Genfer Autosalon im März präsentiert wird. "Das Fahrzeug erschließt sich von innen nach außen", erklärt BMW-Nachwuchsdesigner Christopher Weil, "denn es kann mehr, als man von außen denken mag."

Tatsächlich überrascht der erste Eindruck angenehm: kein Runterplumpsen wie auf einen Limousinen-Sitz, sondern komfortables Gleiten auf den erhöhten Sessel. Gerade ältere Kunden werden das sehr zu schätzen wissen. Die Ellenbogen genießen Platz wie in einem BMW 7er. Das cremeweiße, naturbelassene Nubuk-Leder schmeichelt dem Auge, auch wenn es in der Praxis nach einer Woche zum verdreckten Ärgernis werden würde.

Die helle Farbe harmoniert mit dem warmen Nussbraun des Cockpits und dem dunkleren Braunton auf den Sitzen. Da kommt fast ein wenig Design-Hotel-Spa-Atmosphäre auf. Eine breite Holzleiste zieht sich – wie ein hochwertiges Massivholz-Möbelstück – über die ganze Front. Keramikflächen am Schalthebel machen das Qualitätsempfinden greifbar.

Das Raumerlebnis ist das A und O

Enge soll im GT ein Fremdwort sein. "Das Raumerlebnis ist das A und O", erklärt Bangle. Tatsächlich genießt der Fahrgast auf den beiden hinteren Sitzen mehr Fußraum als im 7er und ebensoviel Kopffreiheit wie im X6. Nur die Langversion des Flaggschiffs übertrifft die Beinfreiheit des GT. Ein Panoramadach unterstreicht das großzügige Raumgefühl ebenso wie die durchgängige, weiße Mittelkonsole. Auch diese bleibt allerdings der Studie vorbehalten; das Serienmodell wird mit einer Rückbank für drei Personen aufwarten. Zwei Einzelsitze sind dann nur als Sonderausstattung lieferbar.

Reichlich Platz offeriert der Gran Turismo auch für das Gepäck: 430 Liter Volumen schluckt der Kofferraum, wenn er wie bei einer Limousine vom Interieur abgeschottet ist. Klappt man Fondsitze und die Trennwand um, wächst das Volumen auf 1.650 Liter. Beladen lässt sich das Abteil auf zweierlei Art: Die Heckklappe öffnet als Ganzes, was in niedrigen Parkhäusern zum Problem werden könnte, oder wie bei konventionellen Limousinen – ein System, das Skoda schon im Skoda Superb nutzt.

"Von innen eine Mercedes R-Klasse, von außen Mercedes CLS", sagt ein BMW-Manager hinter vorgehaltener Hand. Wobei hier der Wunsch teilweise Vater des Gedankens ist. Immerhin haben sich die Designer beim Exterieur um eine coupéartige Silhouette bemüht, die sich über den langen Radstand, eine ebensolche Motorhaube und über vier Türen mit rahmenlosen Fenstern spannt.

Einige User von auto-motor-und-sport.de verspotten das Reisemobil beim Anblick der ersten Fotos zwar als "hochgebockten Fließheck-5er", doch in natura wirkt die Variante durchaus attraktiv und eigenständig. Zumal die Front mit der großen, aufrecht stehenden Doppelniere dem GT vorbehalten bleibt und sich von der des nächsten BMW 5er deutlich unterscheidet.

Fahrwerk und Motoren aus dem Gleichteilregal

In der Technik kann sich BMW diese Eigenständigkeit nicht erlauben: Das Fahrwerk stammt vom 7er, die Hinterachse ist ein Vorgriff auf den künftigen 5er Touring. "Backbone- Konzept" nennt BMW diese Strategie, mit der sich wichtige Komponenten in mehreren Baureihen verwenden lassen. Gleiches gilt für Elektronik und Motoren, wobei zwei Dreiliter-Diesel mit einfacher oder Doppelaufladung (245 oder 286 PS) den Reigen eröffnen. Die stärkere Variante hält ab Sommer auch im 7er Einzug.

Als Benziner steht zunächst die jüngste und stärkste Variante des Dreiliter-Sechszylinders mit zwei Turboladern und 326 PS auf dem Programm, die bereits im 740i für Vortrieb sorgt und im Verbrauch gedrosselt wird.

Pizza mit allem

Optional gibt es vom Start weg die neue Achtgang-Automatik, während der Einsatz des 4,4-Liter-V8 aus dem 750i (407 PS) im GT noch ebenso offen ist wie die technisch mögliche, aber derzeit nicht geplante Hybrid-Variante.

Gegen welche Wettbewerber BMW sich damit rüstet? 50 Prozent der Käufer sollen bisher noch nicht zur Stammkundschaft zählen, sondern Marken wie Volvo und Saab präferieren. Gerne will der GT aber auch beim Audi Q7 oder den Mercedes-Geländewagen wildern. Gleichzeitig erwartet Projektleiter Hans-Jürgen Branz, dass 20 Prozent der Kunden vom 5er sowie jeweils zehn bis 15 Prozent vom X5 und X6 überlaufen werden. Insgesamt hoffen die BMW-Strategen laut internen Prognosen auf durchschnittlich 40.000 Käufer pro Jahr. Dabei können die Bayern recht flexibel auf Nachfrageschwankungen reagieren, denn der GT läuft wie alle 5er und 7er im Werk Dingolfing vom Band. Die Kosten für die Entwicklung summieren sich auf rund eine halbe Milliarde Euro – so wie bei jeder anderen Aufbauvariante.

BMW-Chef Norbert Reithofer kann damit einigermaßen entspannt abwarten, ob seine Mannschaft die eierlegende Wollmilchsau des Automobilbaus ins Leben gerufen hat oder ob die Kunden überfordert werden, weil sie das Denken in strikten Fahrzeugsegmenten einfach seit Jahrzehnten gelernt haben. Für Projektleiter Branz ist der GT schon heute die "Pizza mit allem". Bleibt abzuwarten, ob das den Geschmack ausreichend vieler Menschen trifft.

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