BMW-Boss Panke im Interview: "Warum gibt es keinen M7?"

BMW-Vorstandsvorsitzender Helmut Panke über den Nachholbedarf bei Sportwagen und neue Baureihen.

Wie muss sich Ihre Positionierung der Marke ändern, wenn alle BMW in puncto Sportlichkeit kopieren wollen?
Panke: Wir werden nicht von unserer klaren Positionierung als die dynamischste, sportlichste Premiummarke abrücken. Es darf und wird nicht unser Ziel sein, die komfortabelste Alternative in der Premiumklasse zu werden. So haben wir zum Beispiel mit unserem x-Drive das dynamischste und erfolgreichste Allradsystem unter den Premiumherstellern.

Werden Sie denn beim Leistungsrüsten der Konkurrenz mitmachen? Zu einem Mercedes S63 AMG bieten Sie zurzeit keine Alternative.
Panke: Wir sind in der BMW 7er-Reihe bislang nicht mit einem M-Modell angetreten, obwohl speziell aus den USA oft die Frage kommt, warum es keinen M7 gibt. Das ist ein Thema, mit dem wir uns auseinander setzen müssen. Aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen. Trotzdem glaube ich, dass das Powerplay in Zukunft nicht einfach nur über die PS-Zahl laufen wird.

Wie wird das neue Crossover-Modell positioniert?
Panke: Das Crossover und auch das raumfunktionale Konzept sind Modelle, die sich an gesellschaftlichen Entwicklungen orientieren. Es gibt heute keine Vergleichssegmente. Das Crossover verfügt über die Allradtechnologie des BMW X5. Hier werden die Eigenschaften eines sportlichen, viertürigen Fahrzeugs mit der Silhouette eines Coupés und einer erhöhten Sitzposition kombiniert. Größter Absatzmarkt werden wohl die USA sein, aber das Fahrzeug wird weltweit positioniert.

Tritt das raumfunktionale Konzept gegen die Mercedes R-Klasse an?
Panke: Das raumfunktionale Konzept steht für individuellen Innenraum und variable Nutzung. Wir versuchen nicht, möglichst viele Sitze zu installieren oder gleichzeitig zwei Kühlschränke oder vier Gummibäume zu transportieren. Wir werden mehr individuellen Bewegungsraum bieten als heute im Markt befindliche Modelle.

Befindet sich das Preisniveau dieses Modells in etwa auf Augenhöhe des 7ers?
Panke: Wir sehen bei einer Positionierung in Richtung 5er und 5er Touring mehr Potenzial im Markt. Beim 7er ist die Luft dünner.

Gibt es zwischen dem 7er und Rolls-Royce Platz für ein weiteres BMW-Modell?
Panke: Wenn Sie einen 7er in Langversion nehmen und gut ausstatten, kommen Sie beim Preis in die Gegend von 180.000 Euro. Der Rolls- Royce Phantom kostet etwa 380.000 Euro, grundsätzlich gäbe es da also Raum für ein Angebot um 250.000 Euro. Aber ich glaube nicht, dass das ein BMW sein sollte.

Aber im Sportwagen-Segment besteht noch Handlungsbedarf?
Panke: Wir haben mit dem Z8 ein Segment angerissen, das wir derzeit nicht bedienen. Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir hier in Zukunft etwas Nachhaltiges und nicht nur einen Appetitanreger schaffen können.

Das komplette Interview mit Helmut Panke unter anderem zu Verbesserungen der Produktivität bei BMW lesen Sie in der neuesten Ausgabe von auto motor und sport Heft 8, das ab Mittwoch (29.3.) im Handel ist:

• Test Audi Q7 4.2 FSI Quattro
• DTM-Booklet
• Test Porsche 911 GT 3
• Extra Auto Hifi

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Ralph Alex, Bernd Ostmann und Birgit Priemer

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