BMW-Chef Norbert Reithofer: BMW-Markenidentität darf nicht gefährdet werden

BMW-Chef Norbert Reithofer

Der Autobauer BMW pocht trotz des geplanten Ausbaus der Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Daimler auf seine Eigenständigkeit.

"Größe allein ist nicht alles. Für mich gibt es zwei Punkte, die nicht angetastet werden dürfen: zum einen die Unabhängigkeit der BMW Group, zum anderen die wertvollen Marken BMW, Mini und Rolls-Royce", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom Donnerstag (14.5.).

BMW-Markenidentität muss erhalten bleiben

"Die Marke BMW, deren Wert laut einer Studie bei etwa 24 Milliarden Dollar liegt, darf nicht verwässert, die Markenidentität nicht gefährdet werden. So viele Synergien können Sie gar nicht heben, dass sich eine Beschädigung des Markenkerns lohnen würde." Die Frage einer gemeinsamen Plattform für die Kompaktklasse, also für den 1er sowie die A- und B-Klasse, stelle sich derzeit wegen der unterschiedlichen Zeitpunkte der Serienreife nicht, sagte Reithofer.

Auch die Finanzdienstleistung werde nicht zusammengelegt. Mit Peugeot soll die Zusammenarbeit dagegen ausgebaut werden. Bisher bauen die Franzosen einen von BMW entwickelten Vierzylinder-Motor. "Wenn der neue Peugeot-Chef im Amt ist, werden wir auch darüber sprechen, ob man die bestehende Kooperation ausbauen kann." Die Absatzkrise trifft BMW in aller Welt hart. "Wenn man im Moment in Schlüsselmärkten Nachlässe zurückfährt, dann geht angesichts der hohen Rabatte der Wettbewerber sofort auch der Absatz zurück. Anderseits senkt man dadurch die Restwertrisiken. Beides in einer Balance zu halten ist sehr schwierig", sagte der BMW-Chef.

Keine Ausweitung der Kurzarbeit

"In Amerika haben wir das Verkaufsvolumen bewusst zurückgenommen und konzentrieren uns dort gleichzeitig auf das Vermarkten von Gebrauchtwagen. Diese Maßnahmen zeigen Wirkung: Laut unabhängigen Untersuchungen ist der Durchschnittspreis für BMW-Gebrauchtwagen dort zwischen Dezember und März um mehr als 14 Prozent gestiegen." Personalvorstand Harald Krüger sagte der "Süddeutschen Zeitung", eine Ausweitung der Kurzarbeit bei BMW sei abgesehen von vier Tagen Ende Mai im Motorradwerk Berlin nicht geplant. "Ich gehe davon aus, dass wir den jetzt theoretisch möglichen Spielraum von 24 Monaten Kurzarbeit nicht nutzen müssen."

Zwischen 2010 und 2012 würden wichtige Volumenmodelle erneuert, die die Hälfte des Absatzes ausmachen. BMW hofft dann wieder auf einen Nachfrageschub. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2014 ausgeschlossen, solange BMW in einem vollen Geschäftsjahr keinen Verlust ausweist. BMW nutzt derzeit aber die natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Aufhebungsverträge, um die Zahl der Stellen zu reduzieren.

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dpa/mdo

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