BMW Concept M5 auf der Shanghai Motor Show

Erster Ausblick auf den neuen BMW M5

BMW M5

Mit dem BMW M5 gibt der Autobauer auf der Shanghai Auto Show einen konkreten Ausblick auf die kommende Super-Limousine. Auf der IAA im Herbst wird BMW dann die Serienversion des M5 präsentieren - die Unterschiede zwischen BMW Concept M5 und der IAA-Modell werden marginal sein.

Zwar lässt BMW nach wie vor noch keine eindeutigen Zahlen nach außen dringen. Doch die Tendenz ist klar. Der M5 (zur Präsentation des BMW M5) soll leistungsmäßig zumindest Anschluss finden an die Konkurrenz aus Stuttgart und Ingolstadt. Mercedes E63 AMG und Audi RS6 haben 525 und 580 PS. Mindestens 560 PS gelten also als wichtiger Punkt im Lastenheft der Münchner. BMW selbst hält sich bedeckt und macht es ähnlich spannend wie damals Rolls-Royce: Das Leistungsniveau des alten BMW M5 soll deutlich übertroffen werden.

Fahrleistungen des BMW M5 noch geheim

Zu den Fahrleistungen gibt es bis jetzt immerhin Schätzwerte. Es gilt als wahrscheinlich, dass die 0-100-Zeit von 4,7 auf 4,4 Sekunden fällt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt ziemlich sicher bei elektronisch-abgeregelten 250 km/h. Auf Wunsch und gegen Aufpreis sollen aber 300 km/h drin sein.

BMW wirft mit dem neuen M5 den V10-Motor schon wieder zum Alteisen. Im neuen Modell soll ein V8-Biturbo zum Einsatz kommen. Zwei Turbos, genannt M Twin Power Turbo Technologie, zwingen den Hochdrehzahlmotor zum Atmen. So soll sich die Leistung trotz Aufladung linear entfalten können. Der V8 schiebt von Drehzahlkeller bis in den Volllastbereich kontinuierlich an. Natürlich hat so viel Schub seinen Preis. Glaubt man BMW, fällt der aber niedriger aus als vermutet. Das neue Triebwerk des BMW M5 soll 25 Prozent weniger verbrauchen und entsprechend niedrigere Emissionswerte aufweisen. 

Neues Doppelkupplungsgetriebe schaltet noch schneller

Die Kraftübertragung besorgt nun auch nicht mehr die rückenmordende SMG-Schaltbox. Stattdessen setzt BMW beim M5 auf ein Siebengang-M-Doppelkupplungsgetriebe. Der Doppelkuppler soll besonders schnell schalten und gleichzeitig den Wirkungsgrad der Motorleistung auf dem Weg zur Hinterachse verbessern. Neben innermotorischen Maßnahmen und dem neuen Getriebe enthält das Efficient Dynamics Paket für den BMW M5 eine Start-Stopp-Funktion. Nach dem Ampelhalt soll ein sanfter Tritt aufs Gaspedal den Achtender wieder zum Leben erwecken.

Aktives Hinterachsdifferential schärft die Spurtreue

Um die gebotene Leistung auch auf der Straße zu kontrollieren, kommt zur üblichen Nordschleifen-erprobten M-Fahrwerksabstimmung noch ein weiteres Schmankerl. BMW verbaut im M5 ein aktives Hinterachsdifferential. Ein Elektromotor soll punktgenau steuern, wie sehr die Lamellensperre zupackt. Das zugehörige Steuergerät ist in den Elektronikverbund des Stabilitätssystems DSC eingebunden. Das Differential kann also auch auf die Raddrehzahlsensoren zurückgreifen. So erkennt es durchdrehende Räder schon im Ansatz. Zusätzlich registriert das Steuergerät die Stellung des Gaspedals und die Gierrate des Fahrzeugs, also die Drehung um die Hochachse.

Das Ergebnis ist ein agileres Fahrverhalten. Während ESP, oder im Fall von BMW DSC, Räder abbremsen und die Fahrt so eigentlich verlangsamen, korrigiert das Aktiv-Differential die Haftung der Räder nach oben. Anstatt also gleich das schnellere Rad abzubremsen, verlagert das System im neuen BMW M5 die überschüssige Kraft von Seite zu Seite. Erst wenn es wirklich nicht mehr anders geht, muss die Stabilitätskontrolle also tatsächlich bremsend eingreifen. 

Selbstredend, dass zu diesen technischen Leckerbissen auch das richtige Styling gehört. BMW hat die Optik des Standard-Fünfers noch einmal geschärft. Zwar wollen die Bayern eigentlich, dass der M5 wie die Ausgeburt des Understatements daherkommt. Daraus wurde aber nicht viel. Wer so ein mächtiges Haifischmaul im Rückspiegel sieht, überlegt sich zweimal, ob er nicht doch besser auf die rechte Spur wechselt. Da hilft auch der dezente Farbton Chrome Shadow nicht viel. Dass der neue Hochdrehzahl-Motor im BMW M5 Luft zum Atmen und zur Kühlung braucht ist nicht zu übersehen. Die Lufteinlässe gebieten Ehrfurcht. Die Doppelrundscheinwerfer in Xenon-Technik rufen laut: "Hier bin ich!".  Flaps an der Unterkante der äußeren Lufteinlässe optimieren die Luftführung zusätzlich.

Breite Reifen füllen die Radhäuser aus

In der Seitenansicht fällt sofort die Tieferlegung auf. Und die schwarzen Fensterrahmen lassen den BMW Concept M5  fast zum markigen Coupé verschwimmen. Ebenfalls schwarz sind die mächtigen, 20 Zoll großen Leichtmetallfelgen. Sie sind ebenso wie die Fensterrahmen in schwarz lackiert. Dies tut der Größe allerdings keinen Abbruch. Zumal die Räder dank der breiten Spur gerade so bündig in die ausgestellten Radhäuser passen. Um einerseits die Kraft mit nur zwei Rädern auf den Boden zu bringen und andererseits den gewichtigen Boliden in der Spur zu halten, stattet BMW den M5 mit Mischbereifung aus - vorne 265/35 ZR20, hinten gar 295/30 ZR 20. 

In der Heckansicht wirkt der BMW M5 nicht weniger imposant. In den Diffusor ist pro Seite ein Paar Auspuffrohre eingearbeitet. Aus dieser Perspektive wird auch die Dimension der ausgestellten Radhäuser deutlich. Der Heckspoiler sorgt für einen dezenten Abschluss. Für die meisten Verkehrsteilnehmer wird der auch das letzte sein, was sie vom neuen M5 zu sehen bekommen. Ob er auch die Konkurrenten aus Stuttgart und Ingolstadt abhängt, muss der BMW M5 aber erst noch beweisen. 

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Markus Bauer

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BMW M5 mit V8-Motor?
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