BMW 7er: Design-Kritik am neuen Luxusliner

7er-BMW

Sie sind die Topdesigner von morgen. Die besten von ihnen prägen in einigen Jahren die Optik von Audi, BMW und Mercedes. Jetzt kommt ihr erster öffentlicher Auftritt.

Neun Studenten des Masterstudiengangs Transportation Design der Universität Pforzheim nehmen das Design des neuen BMW 7er unter die Lupe - ein Auto, das in der Vorgängergeneration wie kaum ein anderes die Gemüter erhitzt hat. Bühne frei für Nachwuchsstylisten aus China, Indien, Brasilien, Korea, Frankreich, Italien und Deutschland mit ganz unterschiedlichen nationalen Vorstellungen.

BMW MACHT DIESES MAL KEINE GROSSEN EXPERIMENTE.
Man erkennt den Einfluss der Studie CS, und das tut dem Auto gut. Rund um die Nebelscheinwerfer laufen aber zu viele Linien zusammen. Das wirkt nicht ausbalanciert. Es findet sich auch insgesamt wenig Volumen in der Front. Und das Cockpit ist bieder. Wirklich überrascht hat mich an dem Auto nichts.

Stephan Everwin, 25, Deutschland
 
ICH HÄTTE MEHR INNOVATIONEN UND AGGRESSIVITÄT ERWARTET.
Das Auto ist konservativer als ich dachte. Aber im Vergleich zu Audi A8 und Mercedes S-Klasse sieht es leichter und kompakter aus. Die Cupholder in den Armlehnen sind aber billig gemacht, und die Chromleisten in den Türen erscheinen wenig hochwertig, weil sie aus unterschiedlichem Material sind.

Jun Hyuck Eoh, 28, Süd-Korea

DEN LETZTEN 7ER MOCHTE ICH NICHT.
Aber der Neue wirkt viel moderner und hat erstaunliche Details wie die schönen Linien über den Türen. Die Front ist aber zu quadratisch, und im Bereich der Nebelscheinwerfer fehlen mir neue Ideen. Ich mag auch die Plastikringe nicht. Trotzdem sieht das Auto teurer aus, als ich dachte. Die reichen Chinesen werden den Wagen mögen. Normale Leute können ihn sich eh nicht leisten.

Zimo Yang, 23, China

MIR WAR DER VORGÄNGER LIEBER, WEIL ER VIEL MEHR CHARAKTER HATTE.
Jetzt ist das Heck ganz konventionell gemacht. Ich hätte versucht, die Idee des aufgesetzten Deckels weiterzuentwickeln. Die Farbe der Sitze ist viel zu milchig. Das Leder bräuchte optisch mehr Tiefe. Mir gefällt der Siebener besser als die S-Klasse, aber im Finish ist der Mercedes besser. Koreaner mit viel Geld werden das Auto auf jeden Fall mögen.

Seung Mo Lim, 26, Süd-Korea

DER STIL IST IM VERGLEICH ZUM VORGÄNGER VERBESSERT WORDEN.

Er sieht aus wie ein BMW, wirkt aber trotzdem neu. Mir hat er aber zu viele Chromdetails, zum Beispiel beim Einstieg in den Fond. Der verchromte BMW-Schriftzug wird hier auch noch orange hinterleuchtet. Das braucht BMW doch gar nicht. Das Interieur beeindruckt mich auch nicht sonderlich. Mir fehlt hier gegenüber 3er und 5er Exklusivität. Die elektrischen Fensterheber sind doch einfach übernommen worden. In Frankreich ist so ein Auto Synonym für Luxus. Aber die Franzosen zeigen nicht gerne, dass sie reich sind. Deshalb fahren sie lieber französische Autos.

Maxime Pille, 23, Frankreich


FÜR MANAGER PASST DER 7ER SEHR GUT.
Das Heck ist jetzt sportlicher, aber die Bügel im Gepäckabteil gehen so gar nicht. Die Fugen verlaufen auch im Kofferraumbereich nicht einheitlich, und wenn man von schräg hinten nach vorne schaut, sieht man, dass die Linie auf der Motorhaube zu stark herausdrückt. Das Kunststoffmaterial rund um die elektrischen Fensterheber ist für ein so teures Auto zu billig.

Martin Frank, 27, Deutschland

MIR GEFALLEN DIE MUSKULÖSEN FORMEN.
Man sieht erst in Natura, wie gut die Oberflächenbehandlung der Bleche ist. Das Auto wirkt von außen richtig spannend, aber wenn man sich reinsetzt, kommt einem das Cockpit totlangweilig vor. Das Lufteinlassgitter ist aus billigem Plastik, das finde ich bei einem so teuren Auto nicht okay. Außerdem verlaufen die Spaltmaße nicht einheitlich. Und die GPS-Antenne auf dem Dach geht gar nicht mehr.

Rafael Dias Gross, 29, Brasilien

DAS SPIEL MIT DEN FLÄCHEN IST TYPISCH FÜR BMW.
Das Auto hat tolle Proportionen. Mir gefällt auch die Charakterlinie an der Seite, aber sie endet in den Rückleuchten irgendwo im Nichts und verliert dadurch Spannung. Der äußere Türgriff in Form eines ovalen Auges gefällt mir nicht, weil sich dieses Element nirgendwo wiederfindet. Dafür ist der Griff innen sehr schön gemacht. Das Interieur ist gut, aber der Bildschirm wirkt billig. Außerdem sind die Sitzecken nicht gut verarbeitet. Aber das Auto trifft auf jeden Fall seine Zielgruppe.


Sebastiano Russo, 26, Italien

ICH FINDE DEN 7ER BESSER ALS DEN FRÜHEREN.
Die Proportionen zwischen Glashaus und Blech stimmen perfekt. Aber an der Seite laufen zu viele parallele Linien. Dadurch wirkt das Auto zu statisch. Außerdem ist die Front zu groß und zu schwer. Der Wagen wird auf dem indischen Markt gut ankommen. Aber bei uns kaufen die reichen Leute automatisch BMW, weil ihnen das Image der Marke gefällt. Übrigens: Der Schalthebel ist klasse.

Harish Kumar, 26, Indien

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Birgit Priemer

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