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BMW-Designchef zum 2er Active Tourer

"BMW-Geist auf Anhieb erkennbar machen"

Karim Habib, BMW-Designchef Foto: Hans-Dieter Seufert

Karim Habib, Designchef der Marke BMW, erläutert im Interview mit auto motor und sport die besonderen Herausforderungen bei der Gestaltung eines Vans wie dem 2er Active Tourer.

03.09.2014 Birgit Priemer
Wenn man als Designer einen BMW mit Frontantrieb gestalten muss – welche Freiheiten ergeben sich dadurch, und welche Grenzen entstehen?

Habib: Das ist natürlich bezüglich der Proportionen etwas ganz anderes, als wir bisher gemacht haben. Der Frontantrieb erlaubt beispielsweise eine viel kürzere Motorhaube, im Innenraum gibt es mehr Raum, und die Mittelkonsole lässt sich viel tiefer anordnen.

War es schwierig, beim ersten Van der Marke stilistisch auch sofort die BMW-Gene zu vermitteln?

Habib: Am Anfang war es eine Herausforderung, einen BMW-Geist auf Anhieb erkennbar zu machen. Aber am Ende haben wir es geschafft, einen echten BMW daraus zu machen.

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Interview Karim Habib BMW-Designchef zum 2er Active Tourer
auto motor und sport 19/2014
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Wie haben Sie das konkret erzielt?

Habib: Wenn Sie sich den BMW 2er Active Tourer anschauen, dann bemerken Sie, dass er für einen Fronttriebler einen sehr kurzen vorderen Überhang besitzt. Er hat große Räder in allen vier Ecken, er hat starke Schultern und eine Kabine, die stabil auf dem Fahrzeugkörper sitzt. Wir haben darauf geachtet, das Konzept eines Monovolumenfahrzeugs mit einem ausgeprägten Übergang zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe zu versehen.

Wie darf man sich das vorstellen: Am Anfang sitzen Sie vor dem berühmten weißen Blatt Papier und überlegen sich, welche BMW-Kernwerte dieses Auto vermitteln soll?

Habib: Spannende Frage, denn es gibt ja auch schon viele Vans. Warum also auch noch einen von BMW? Aber es geht darum, die Marke authentisch in ein Segment zu bringen, in dem typische BMW-Werte vorher noch nicht vertreten waren – und das ist in erster Linie Dynamik. Ein Familienauto mit hoher Kurvenwilligkeit ist ein neuer Beitrag in dieser Klasse. Dann die Fahrerorientierung im Innenraum, die Verbindung zum User-Interface, die hochwertigen Materialien – das sind alles Dinge, die man so von BMW kennt und die es bisher in dieser Klasse nicht gab.

Was hat sich im Bereich der Nieren und des Hofmeister-Knicks, der typischen BMW-Elemente, geändert?

Habib: Die Gestaltung der Nieren war durchaus eine Herausforderung für uns. Aber es sind die ersten Nieren, die von der Front- bis zur Haubenpartie reichen: Wir definieren mit der tiefen Haube eine Grenze, die für den Fußgängerschutz relevant ist. Und dadurch, dass wir die Nieren stärker um die Ecken gezogen haben, ist eine stärkere "Sharknose" entstanden, was wir am Anfang so gar nicht vermutet hatten. Beim Hofmeister-Knick haben wir verschiedene Ausprägungen abgewogen, sind aber nah an der bekannten Form geblieben.

Vans stellen besonders im Bereich der Seitenpartie eine Herausforderung dar. Welchen Weg sind Sie da gegangen?

Habib: Wir wollten bewusst erkennbare BMW-Gestaltungselemente integrieren, die Dynamik und Eleganz zeigen – die typische Sickelinie, der Schatten darunter, die Licht- und Flächengestaltung sowie eine muskulöse Fläche, die von vorne nach hinten läuft. Wir haben hier auch eine etwas stärkere Keilform gestaltet, weil diese monovolumige Proportion das gut verkraftet – sie verlangt nahezu nach mehr Keilform.

Die Gestaltung einer großen Heckklappe ist auch nicht unbedingt BMW-typisch. Worauf haben Sie in diesem Bereich Wert gelegt?

Habib: Die Herausforderung war nicht so groß, weil wir ja auch für die X-Fahrzeuge große Heckklappen gestalten. Wir haben die Heckscheibe bewusst sehr weit nach vorne geneigt, um den Vorwärtsdrang und die Dynamik des Vans stärker zu verdeutlichen. Wir haben die Scheibe klein gestaltet und die Schultern breit herausgearbeitet, um die visuelle Höhe abzubauen.

Welche Aspekte standen bei der Gestaltung des Interieurs im Vordergrund?

Habib: Das ist natürlich ein großes Thema, denn die praktischen Stau- und Klappmöglichkeiten verlangen nach mehr Trennungen und unterschiedlichen Materialien. Wir wollten so schlicht und so hochwertig wie möglich wirken. Das ist Teil des Premiumgedankens eines echten BMW.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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