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BMW i Vision Future Interaction auf der CES 2016

Offener i8 zeigt Cockpit der Zukunft

BMW i Vision Future Interaction CES 2016 Foto: Gregor Hebermehl 19 Bilder

Auf Basis des BMW i8 Concept Spyder präsentiert BMW auf der CES in Las Vegas seine Vision vom autonomen Fahren und digitaler Vernetzung.

06.01.2016 Holger Wittich, Gregor Hebermehl

21 Zoll großes Panorama-Display im BMW i Vision Future Interaction

Typisch für BMW ist auch bei der Studie die Ausrichtung der Bedienelemente auf den Fahrer, aber auch jenseits des manuellen Fahrens will es BMW seinen Passagieren so bequem wie möglich machen - unter anderem mit hochauflösenden Farbdisplays, die situationsbedingt Inhalte darstellen und die Interaktion zwischen Mitfahrer und Fahrzeug möglichst intuitiv gestalten.

Als zentrales Bedienelement verbaut BMW daher im BMW i Vision Future Interaction nicht nur ein Head-up-Display, sondern auch ein Kombiinstrument mit 3-D-Darstellung sowie ein 21 Zoll großes Panoramadisplay, das sich fast über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt.

BMW i Vision Future Interaction CES 2016Foto: Gregor Hebermehl
Das Display in der Studie fügt sich in den Armaturenträger ein.
BMW i Vision Future Interaction CES 2016
Offener i8 mit Cockpit der Zukunft 1:36 Min.

Über das Head-Up-Display erhält der Fahrer wie gewohnt alle Informationen zu Geschwindigkeit, Tempolimits oder Routenhinweise. Im 3-D-Cockpit werden Tempo, Reichweite oder Verbrauch angezeigt – aber auch Informationen zu vorausfahrenden oder entgegenkommenden Fahrzeugen, die noch nicht im Blickfeld des Fahrers sind. BMW will damit erreichen, dass sich der Fahrer möglichst früh auf Verkehrssituationen einstellen kann oder im automatisierten Modus schnell innerhalb von mindestens 5 bis 7 Sekunden das Kommando wieder übernehmen kann.

Das Highlights des CES-Studie ist jedoch das Panorama-Display. Trotz seiner üppigen Abmessungen - 21 Zoll Bildschirmdiagonale, 40 cm Breite und 11 cm Höhe - fügt es sich in den vom i8 bekannten Armaturenträger ein. Je nach Fahrmodus kann der Fahrer zum Beispiel zwischen Video-Telefonat und reiner Audio-Telefonie wechseln. Natürlich gibt es in der Studie jederzeit den unbegrenzten Zugriff aufs Internet sowie Mails und weitere Angebote.

Kunde statt Auto

Im Zentrum des Interesses steht nicht mehr das Auto, sondern der Kunde. Diesem soll beispielsweise mit Echtzeit-Karten, ferngesteuertem Parkhaus-Einparken und Alternativvorschlägen zum Autofahren eine maßgeschneiderte bestmögliche Mobilität angeboten werden.

Dazu bietet BMW eine sogenannte "Open Cloud" an, die Unternehmen dazu anregen soll, eigene Software-Lösungen für diese Open Cloud zu entwickeln und damit mit dem Bayerischen Autohersteller zusammenzuarbeiten. Mittelfristig sollen so nervende Probleme des täglichen Verkehrs, wie beispielsweise Staus und deren Umfahrung, beziehungsweise der alternative Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel, die Suche nach Parkplätzen und das Einparken im Parkhaus per Software-Technologie gelöst werden. Auch eine immer tiefer gehende Integration findet statt: So müssen Fahrer in Zukunft nicht mehr eine App für die Suche nach der günstigsten Tankstelle in der Umgebung und zudem die Navi-App öffnen - beide Programme werden in der gemeinsamen Plattform zusammengefasst.

BMW i Vision Future Interaction CES 2016 Sperrfrist 6.1.2016Foto: BMW
Über einen Fahrmodus-Schalter am Lenkrad lassen sich die verschiedenen Fahrprogramme anwählen.

Für den Fahrer soll am Ende ein Zeitgewinn stehen, wenn er weniger im Stau steht, da ihm beispielsweise sein Fahrzeug sagt, wann er losfahren muss und wo sich gegebenenfalls der Umstieg in öffentliche Verkehrsmittel lohnt. Über dieselbe Plattform wird der Fahrer möglicherweise entscheiden können, ob er sein Fahrzeug zeitweise fürs Car Sharing zur Verfügung stellt. Zudem sammelt das System die Daten anderer Fahrzeuge, um durch diese Art Schwarmintelligenz noch mehr und noch präzisere Informationen sammeln zu können. So können Fahrzeuge eine blockierte Straße an die Cloud melden, von wo wiederum alle anderen Fahrzeuge eine Warnung erhalten, diese Straße zu meiden. Ebenso wird bei der Verkehrszeichen-Erkennung verfahren: Fahrzeuge, die mit einer Verkehrszeichen-Erkennung ausgerüstet sind, schicken permanent Updates über Art und Ort der Verkehrszeichen an die Cloud und diese Informationen können dann wiederum Fahrzeugen zur Verfügung gestellt werden, die gar keine Verkehrszeichen-Erkennung an Bord haben.

AirTouch-Steuerung per Gesten

Die für dieses Projekt benötigte Rechner-Hardware ist laut BMW nicht problematisch, die meisten Berechnungen in der Cloud durchgeführt werden. Die Fahrzeuge brauchen eher eine schnelle Internet-Verbindung, um ständig mit Echtzeit-Informationen versorgt werden zu können.

Als besondere Innovation zur Steuerung der Inhalte auf dem großen Display hat BMW das neue AirTouch-System implementiert. Es ermöglicht eine Gestensteuerung ohne Displays berühren zu müssen. Sensoren im Armaturenträger reagieren auf die Handbewegungen. Als zweite Möglichkeit gibt es noch den AirTouch-Schalter am Lenkrad bzw. für den Beifahrer auf dem Seitenschweller. Mit ihm können Programm ausgewählt oder Einstellung vorgenommen werden. Der Beifahrer kann so sogar mit der einen Hand Gesten vollführen und mit dem Schalter Menüs bestätigen. Diese erscheinen übrigens in Kacheloptik und bieten nur weiterführende Bedienschritte an, um die Ablenkung wieder zu reduzieren. Außerdem bietet der BMW i Vision Future Interaction noch berührungsempfindliche Flächen in der Mittelkonsole an - sie sind unter dem Leder versteckt, reagieren aber auf Tipp-, Wisch- und Streichbewegungen.

BMW i Vision Future Interaction CES 2016 Sperrfrist 6.1.2016Foto: BMW
Der BMW i8 Spyder kommt frühestens 2017 auf den Markt.

Pure-Drive: Fahren ohne Assistent

Im manuellen Fahrmodus erscheinen nur die wichtigsten Infos auf dem Panoramadisplay, um die Ablenkung des Fahrers zu minimieren. Damit geht auch eine Reduzierung der Bedienelemente einher. Der BMW i Vision Future Interaction verfügt über einen Fahrmodus-Wahlschalter links am Lenkrad. Über ihn steuert der Fahrer die unterschiedlichen Modi. Im "Pure Drive"-Programm bleiben die Assistenzsysteme passiv und greifen nicht in das Fahrgeschehen ein, der Fahrer erhält lediglich Warnhinweise. Ist der Modus "Assist“ aktiv, so ist das Fahrzeug mit seiner Umngebung voll vernetzt. Will sagen: In Echtzeit berechnet das System die beste Route und spiegelt es im Navigationssystem wieder. Droht zum Beispiel ein Auffahrunfall oder befindet sich ein Hindernis auf der Straße, so wird der Notbremsassistent aktiv.

In der Stellung "Auto Mode" übernimmt das Fahrzeug vollautomatisch das Kommando: Es lenkt, bremst und beschleunigt selbstständig. In diesem Fall ist das Cockpit blau illuminiert, das Lenkrad fährt zurück und die Sitze mutieren zu Loungesesseln - erscheint ein rotes Licht, so muss er wieder das Steuer übernehmen.

Der i8 Spyder wird als Serienmodell nicht von Anfang an natürlich sämtliche der oben genannten Features haben, diese stehen erst nach und nach zur Verfügung. Zum Marktstart des Modells macht BMW noch keine konkreten Angaben. Zwischen den Zeilen ist von 2017/2018 die Rede

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