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BMW kappt Gewinnausblick und gibt Rekordziel beim Absatz auf

Foto: dpa 61 Bilder

Update ++ Die Krise am Automarkt trifft BMW mit voller Wucht. Nach einem schwachen dritten Quartal strichen die Münchner ihre Gewinnziele für das Gesamtjahr zum zweiten Mal in diesem Jahr zusammen und kündigten weitere Produktionskürzungen an.

04.11.2008

Angesichts der massiven weltweiten Nachfrageschwäche stellt der Autobauer zudem neue Modelle auf den Prüfstand und will die Mitarbeiterbeteiligungen künftig stärker an den Erfolg des Unternehmens knüpfen. Auch den Abbau weiterer Zeitarbeitsstellen schloss BMW-Chef Norbert Reithofer am Dienstag (4.11.) nicht aus. BMW hatte bereits am Jahresanfang die Streichung von mehr als 8.000 Stellen angekündigt, darunter 5.000 Zeitarbeitsplätze. Sollte sich die Lage nicht bessern, könnten nun nochmals bis zu 2.500 Stellen in Deutschland auf dem Prüfstand kommen. Die BMW-Aktie drehte am Dienstag nach anfänglichen Verlusten deutlich ins Plus.

Umsatzrendite: Ziele aufgegeben

Die angestrebte Umsatzrendite von mindestens vier Prozent sei nicht mehr zu erreichen, teilte das Unternehmen in München mit. Eine exakte Prognose sei angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen derzeit nicht möglich. "Wir werden aber ein deutlich positives Konzernergebnis erzielen", kündigte Reithofer an. Im dritten Quartal brach der Gewinn im Jahresvergleich um 63 Prozent auf 298 Millionen Euro ein. Der Umsatz fiel um 8,6 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro.

In den ersten neun Monaten seien zusätzliche Belastungen von 1,3 Milliarden Euro aufgelaufen, hieß es. Dabei ging es vor allem um Risikovorsorge für Kreditausfälle und Kosten für den angekündigten Stellenabbau. Im Zuge der Finanzkrise sind die Preise für Gebrauchtwagen gesunken und damit auch die Erlöse für Autos, die aus Leasingverträgen zurückkommen. BMW muss für Kreditausfälle und mögliche Wertminderungen Geld zur Seite legen. Auch im vierten Quartal könnten hier weitere Belastungen auf BMW zukommen, sagte Vorstand Friedrich Eichiner.

Absatzziele: aufgegeben

Auch die Absatzziele für dieses Jahr wurden aufgegeben. Eigentlich hatten sich die Münchner vorgenommen, mit mehr als 1,5 Millionen verkauften Autos den Rekordwert des Jahres 2007 nochmals zu übertreffen. Dass BMW Schwierigkeiten mit diesem ehrgeizigen Ziel bekommen würde, hatte sich bereits abgezeichnet. Im September war der Absatz der drei Konzern-Marken BMW, Mini und Rolls-Royce um mehr als 14 Prozent zurückgegangen. Besonders auf dem wichtigsten Markt, den USA, lief das Geschäft schlecht. Hier lag die Zahl der verkauften Autos um gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Im Oktober gab der Absatz nochmals um 5 Prozent nach.

BMW fährt die Produktion nun um weitere 40.000 Autos zurück. Zuvor hatte der Autobauer bereits eine Produktionskürzung um 25.000 Fahrzeuge bekanntgegeben. Die Last der Kürzungen dürfte sich über fast alle Standorte verteilen, sagte Reithofer. Neben verlängerten Weihnachtsferien könne zum Beispiel auch auf Einschichtbetrieb umgestellt werden. Ein Sprecher ergänzte, da rund drei Viertel der Autos in Deutschland produziert würden, dürfte hier auch die Hauptlast der Kürzungen liegen. Das US-Werk in Spartanburg, in dem Geländewagen gebaut werden, bleibe nach jetzigem Stand verschont.

BMW will zudem über die freiwilligen Sonderzahlungen für die Mitarbeiter verhandeln und diese künftig stärker an den Erfolg knüpfen. Bereits für dieses Jahr müssen sich die BMW-Beschäftigten auf eine geringere Erfolgsbeteiligung einstellen. Auf dem Prüfstand stehen auch die verbliebenen Leiharbeitsstellen im Konzern. Reithofer sagte, neben den Zeitarbeitskonten sei dies eine Stellschraube, an der BMW noch drehen könne. "Wenn wir die Produktion nochmal nach unten anpassen müssen, dann werden wir beide Instrumente flexibel nutzen." Ein Sprecher bezifferte die Zahl der Zeitarbeitsstellen in Deutschland nach dem bereits geplanten Abbau von 5.000 Stellen auf noch etwa 2.500. Bei der Stammbelegschaft seien keine Kürzungen mehr geplant. Insgesamt beschäftigte BMW Ende des dritten Quartals gut 103.000 Menschen.

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