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BMW M GmbH

Priorität liegt auf neuen Segmenten

Foto: BMW 21 Bilder

Welches Modell-Portfolio zukünftig von der BMW M GmbH zu erwarten ist und wie es um den Absatz der bayrischen Sportwagen bestellt ist, erzählt Geschäftsführer Ludwig Willisch im Interview mit auto-motor-und-sport.de.

26.07.2008 Eberhard Kittler

Was ist die Aufgabe der BMW M GmbH, und welchen Stellenwert hat sie für die BMW AG?
Willisch: Wir sind ein Kleinserienhersteller, dessen besonderer Schwerpunkt auf den Themen Sportlichkeit und Dynamik liegt. Neben den BMW M Automobilen treiben wir alle Aktivitäten von BMW Individual Ausstattungen und offerieren höchst erfolgreich unser BMW Fahrer-Training. Damit ist die M GmbH eine Art Epizentrum oder Speerspitze für BMW - wir tragen entscheidend dazu bei, die Markenwerte zu stärken.

Wie viel Einheiten an M Fahrzeugen liefern Sie jährlich aus – und wo liegt Ihr persönliches Ziel?
Willisch: Im letzten Geschäftsjahr waren es wegen des Modellwechsels beim M3 rund 16.200 Exemplare, im Rekordjahr 2002 konnten wir dagegen 26.800 Einheiten absetzen. Diese Zahl, sicher etwas aufgerundet, streben wir innerhalb der nächsten fünf Jahre an. Zudem liefern wir etwa 20.000 Individual Fahrzeuge aus.

Volumenmodell der BMW M GmbH ist der M3, den Sie als Coupé, Cabrio und Limousine anbieten - hier erreichen Sie zudem die höchste Entwicklungstiefe. Bleibt es beim Verzicht auf einen M3 Touring, und wann kommt der M3 CSL?
Willisch: Auf den M3 entfallen tatsächlich rund 65 Prozent unseres Volumens; unsere Entwicklungstiefe beträgt fast 80 Prozent. Einen M3 Touring schließe ich nach entsprechenden Marktanalysen weiterhin aus, gleiches gilt – aus heutiger Sicht – für einen M3 CSL.

Für den M3 offerieren Sie optional das erste Doppelkupplungsgetriebe von BMW – mit welchen Bestellraten rechnen Sie?
Willisch: Im Durchschnitt dürften es rund 70 Prozent werden, aber das unterscheidet sich von Land zu Land. In den USA, unserem mit Abstand wichtigsten Markt, werden weiterhin wohl 50 Prozent der Kunden dem Handschalter treu bleiben.

BMW besetzt mittlerweile überzeugend das Thema Efficient Dynamics, mit dem der CO2-Ausstoß spürbar reduziert wird. Heißt das für die M GmbH, künftig ebenfalls Downsizing-Konzepte zu verwirklichen - also beispielsweise im nächsten M5 keinen V10, sondern einen aufgeladenen V8 zu verbauen?
Willisch: Wir prüfen alle Optionen. Es sieht tatsächlich so aus, als ginge der Trend zu kleineren, aufgeladenen Motoren auch an uns nicht vorbei. Dabei müssen wir aber authentisch bleiben, der Charakter der M Fahrzeuge darf nicht verwässert werden. Für die Kunden ist das eines der wichtigsten Kaufargumente. Das heißt: Wir bleiben bei Motoren, die deutlich höher drehen als die Triebwerke der Serien-BMW Automobile - gleichwohl werden sie aber nie Formel-1-Niveau erreichen.

Wird es Diesel-Modelle der M GmbH geben?
Willisch: Wir schließen Diesel nicht grundsätzlich und für alle Zeiten aus. Aber mittelfristig gibt es noch keine entsprechenden Absichten.

Mittlerweile sind fast alle M Modelle nach oben offen. Aber eben nicht ganz...
Willisch: Höchstgeschwindigkeit ist bei uns kein Entwicklungsziel! M5 und M6 gibt es auf speziellen Wunsch mit einer bei 305 km/h abgeregelten Maximalgeschwindigkeit. Den M3 kann man mit einer Spitze von 280 km/h ordern. Bestandteil des 2.450 Euro teuren Pakets ist ein BMW Fahrer-Training.

Warum bieten Sie noch keine Keramikbremsen an?
Willisch: Wir arbeiten daran. Sie werden in absehbarer Zeit in einigen unserer Modelle als Option zu haben sein.

Die vierte Modellreihe, die mit einer M Version gekrönt wird, ist der vor der Ablösung stehende Z4. Wird es auch künftig eine solche Variante geben? Und schließen Sie die Siebener-Reihe weiterhin aus?
Willisch: Einen M7 auf Basis des neuen Siebeners schließen wir aus – während wir mit deutlichen Zuwächsen bei der Ausstattung durch die BMW Individual rechnen. Beim Z4 ist fraglich, ob sich auch künftig eine M Version lohnt. Die Priorität liegt auf anderen, bislang von uns nicht genutzten Segmenten.

Sie meinen die X5- und X6-Modelle, die derzeit noch stark getarnt ihre Testrunden abspulen. Von was für einem Bestellvolumen gehen Sie denn aus?
Willisch: Es ist richtig, auch für diese Fahrzeuge kann ich die Existenz der Nürburgring Nordschleife nicht verleugnen. Die BMW M GmbH arbeitet tatsächlich an derartigen Projekten, die Sie aber frühestens Ende 2009 auf der Straße erleben werden. Sie dürften sich stückzahlmäßig im Bereich des M5 bewegen.

Das wären dann die ersten allradgetriebenen Autos, die von der M GmbH kommen. Auch sie werden nicht mit einem V10, sondern mit rund 460 PS starken, aufgeladenen Achtzylindern ausgestattet werden...
Willisch: Ich spüre Ihre Skepsis, aber seien Sie versichert: Diese Fahrzeuge werden genügend Quer- und Längsdynamik bieten! Bei den Motoren sehen Sie ja schon heute im Programm der BMW AG, dass sich ein gut gemachter Turbo-V8 wirklich nicht verstecken muss.

Bleibt noch die Frage nach einem Sportwagen oberhalb des M6. Auf der Villa d’Este haben Sie ja der versammelten Öffentlichkeit den Mund mit einem M1-Modell wässrig gemacht.
Willisch: Das war eine sehr schöne Übung, aber ohne Serienrelevanz. In absehbarer Zeit ist mit einem Supersportwagen nicht zu rechnen. Wir dürfen uns nicht verzetteln, wir haben aktuell viele Projekte zu stemmen - beispielsweise den Concept CS, der von der BMW M GmbH zum Serienauto entwickelt wird. Aber man sollte so ein Fahrzeug, wie es Ihnen vorschwebt, nicht aus dem Blick verlieren.

Und wie sieht es unten im Programm aus – wann ist mit einer M Version eines Einsers, etwa mit einem aufgeladenen Vierzylinder, zu rechnen?
Willisch: Für uns wäre dies technisch kein Problem, wir haben jede Menge Phantasie. Aber ich sehe derzeit neben dem 135i keinen so großen Markt, der ein spezielles Modell unseres Unternehmens rechtfertigen würde. Und was sich nicht rechnet, müssen wir ausschließen - wobei wir alle zukunftsweisenden Entwicklungen genau und rechtzeitig analysieren.

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