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BMW M135i & Mercedes A 45 AMG als Gebrauchtwagen

Secondhand-Kompaktsportwagen im Check

Mercedes A 45 AMG, Seitenansicht Foto: Rossen Gargolov 27 Bilder

Die Crème de la Crème der sportlichen Kompaktklasse kommt in die Jahre: BMW M135i und Mercedes A 45 AMG locken als Gebrauchte schon für attraktive 26.000 respektive 33.000 Euro. Eine echte Empfehlung für PS-verrückte Schnäppchenjäger?

03.01.2017 Frank Mühling 5 Kommentare Powered by

Wer hätte das gedacht? Auf der Suche nach dem ultimativen Kompaktsportler stolpert man seit 2013 immer wieder über das Wörtchen „A-Klasse“. Das sah davor noch ganz anders aus: Treppenlift, Rentnerschaukel, Gehhilfe oder sonstige gemeine Begriffe hafteten an dem kleinen Benz wie Kaugummi an der Schuhsohle. Bislang war die Weltordnung eindeutig: BMW hatte den 1er, er war dank Heckantrieb und Reihensechszylinder immer unantastbar. Der sportliche Rest hatte Vier- oder Fünfzylindermotoren plus Allrad. Basta.

Mercedes A 45 AMG übertrumpft den Rest

Doch dann kam der Mercedes A 45 AMG. Stärkster Serien-Vierzylinder der Welt. Ausrufezeichen! Und er bot mit 360 PS auch noch mehr Leistung als alle anderen in dieser Klasse. Diesen Nackenschlag mussten die Etablierten erst einmal verdauen.

Im sport auto-Vergleich trat der Newcomer gegen einen allradangetriebenen M135i xDrive an. Das Ergebnis: ein sehr knapper Punktsieg für den AMG und eine Zehntelsekunde Vorsprung auf dem Kleinen Kurs Hockenheim, 1.15,2 zu 1.15,3 Minuten spuckte die Mess-Elektronik aus. Schwächen zeigte der Affalterbacher Herausforderer nur bei Preis und Verbrauch: Neu war ein A 45 AMG über 5.000 Euro teurer als der vergleichbare BMW, zudem genehmigte er sich zwei Liter mehr auf 100 Kilometer.

Preis: A 45 AMG 7.000 Euro teurer als M135i

Geschichte. PS-Junkies, die sich jetzt eine der beiden heißen süddeutschen Kompaktwagen vor die Hütte stellen wollen, müssen nicht mehr als 26.000 (BMW) respektive 33.000 Euro (AMG) ausgeben. Für diese attraktiven Preise parken die günstigsten Autos im Netz. Knapp 7.000 Euro mehr kostet der schwarze Mercedes A 45 AMG von Autohaus Rieger in Altdorf bei Nürnberg. Der ehemalige Werkswagen wurde eben frisch im Preis gesenkt. Verkäufer Florian Rieger: „Wir haben immer sieben bis acht AMGs auf dem Hof. Die zwei Jahre Junge- Sterne-Garantie sind selbstverständlich.“ Erster Eindruck: Alles im Lack, kein Wunder bei erst 12.000 Kilometern auf dem Tacho. Fast alles, denn einer der nahezu neuen 19 Zoll großen Pirelli-Pneus ist leicht beschädigt.

Die Felge auch, Bordsteinkontakt. Generelle Schwachstellen? „Bei den ersten A 45 gab es ab und zu Turboladerschäden, das wurde aber alles auf Garantie gemacht“, betont Serviceleiter Steven Queitsch. Autos von Ende 2015 bis Anfang 2016 hatten eine schadhafte Kupplung verbaut. Mit einem Rückruf schafften die Schwaben aber auch dieses Problem aus der Welt. Mein Problem ist gerade, dass das Motoröl unserer A-Klasse noch nicht warm ist, also ruhig Blut. Zeit, das Cockpit auf sich wirken zu lassen. Frisch und modern, Design und Farben vertreiben den Mief von früher. Einige Besitzer klagen über Knacken und Knistern, unser Exemplar hält hingegen still. Doch an manchen Ecken schimmert der Sparsamkeitsfimmel der Stuttgarter störend durch, schließlich hat das Gefährt mal über 60.000 Euro gekostet.

Gebrauchter Mercedes A 45 mit 181 PS Literleistung

Jetzt endlich, 85 Grad Öltemperatur. Zeit für Vollgas. Ansatzlos schaltet das DCT-Getriebe zwei Gänge runter, und der Fünftürer schießt davon. Was auffällt: Der megamäßig auf 181 PS Literleistung aufgepumpte Zweiliter-Vierzylinder hat ein klassisches Turboloch – zwar gut kaschiert durch die Doppelkupplung, aber eben doch vorhanden. Nur: Es macht einen höllischen Spaß, die Drehzahlmessernadel zu beobachten, wie sie im manuellen Fahrprogramm bei rund 2.500 Touren plötzlich in Schwung kommt und das ganze Auto dazu. Das kleine Motörchen mit dem Kürzel „M 133“ verbraucht mehr Sprit als der um einen Liter und zwei Zylinder größere BMW-Sechszylinder. Von wegen „Downsizing spart Sprit“!

Feuchter Asphalt? Egal, der 4Matic-Allrad bringt alle 360 PS und 450 Newtonmeter auf den Boden. Auf einer kurvenreichen Landstraße ist man der King. Gut, die Lenkung könnte eine Spur direkter sein, aber der Baby-AMG geht weitgehend neutral ums Eck. Zumal leichte Lastwechsel helfen, das Heck herumzuwerfen. Kaum verwunderlich, aber am besten geht das Spiel in den ESP-Stufen „Sport“ oder „Off“. Auch die neben dem Wählhebel angebrachte Taste mit dem Aufdruck „C/S/M“ befriedigt den Spieltrieb: Sie modifiziert Gasannahme, Agilität und Schaltgeschwindigkeit des Doppelkupplungsgetriebes. Und sie beeinflusst den Sound. Im Fahrprogramm „Comfort“ bleibt alles alltagstauglich und unauffällig. In „Sport“ und „Manuell“ aber wird der A 45 zum Biest.

Apokalypse im Tunnel

Wer die Unterschiede einmal verinnerlicht hat, baut ganz freiwillig den einen oder anderen Tunnel in seine Strecke ein, auch wenn die Heimfahrt dann länger dauert.

Mercedes A 45 AMG, SeitenansichtFoto: Rossen Gargolov
Satte 360 PS leistet der 4-Zylinder im A 45. Er genehmigt sich jedoch auch gerne 2 Liter mehr als der 6-Zylinder im 1er BMW.

Also: Der Tunnel kommt in Sicht, alle Scheiben runter, manuelles Programm auswählen, runter in den zweiten Gang. Die Sicht verdunkelt sich, jetzt voll aufs Gas. Aber bitte nur, wenn keine Fußgänger oder Radler die Röhre durchqueren, sonst bekommen sie einen Hörsturz.

Roaaaaar! Kurz vor der 6.000er-Marke ein Schnipp am Schaltpaddel. Der apokalyptische Schaltknall, wenn das DCT-Getriebe mit einer kurzzeitigen Zündunterbrechung den nächsten Gang reindrischt, schleudert eine herrliche Schallwelle an die Wände, das ist immer wieder ein Ereignis – und zwar ein lautes. Erstaunlich, schließlich pappt ja der weltbekannte seriöse Stern auf dem Auto.

M135i nicht ganz so hardcorig

Derart spätpubertäres Verhalten im BMW? Ja sicher, geht auch, sorgt aber nicht soooo dermaßen für eine Gänsehaut. Der gebrauchte M135i gibt sich nonchalanter, geschliffener, einfach nicht so hardcorig wie der AMG. Für seinen sämigrauchigen Klang und das seidenweiche Hochdrehen ist der drei Liter große Reihensechszylinder N55B30 bekannt. Auch für das typische Trompeten bei höheren Drehzahlen. Typische BMW-Folklore, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.

So wie der Heckantrieb, der an jeder Ecke launige Drifts erlaubt. Quer geht ganz gut, selbst wenn ein serienmäßiges Sperrdifferenzial fehlt – es wurde als M-Performance-Zubehör nachgereicht. Der Reihensechser leistete übrigens bis März 2015 exakt 320 PS und wurde dann auf 326 PS gestärkt. Je nach Modelljahr fehlen dem stärksten 1er also bis zu 40 PS. Auch ein Grund, wieso der AMG dem BMW bei der Beschleunigung die Rücklichter zeigt.

Bei seiner Paradedisziplin, der zügigen Landstraßenhatz, spielt der M135i seine ausgewogene Gewichtsverteilung und die superbe, feinfühlige Lenkung aus. Negativ fällt nur das klobig gestylte Volant mit dem unförmigen Pralltopf auf.

M-Fahrwerk federt straff

Und das Fahrwerk? Sehr neutral und top auf ebenem Belag. Doch das im weißen BMW M135i verbaute optionale M-Sportfahrwerk federt vor allem an der Hinterachse sehr straff. Ob das zu einem passt oder nicht, sollte man sich bei einer Probefahrt wirklich gut überlegen. Da wirkt das Serienfahrwerk des A 45 AMG etwas harmonischer, trotz grundsätzlich trockenem Set-up. Auch für ihn gibt es eine strammer ausgelegte Variante, das Performance-Fahrwerk. Erst zur Modellpflege im Herbst 2015 kam das Ride-Control-Sportfahrwerk mit adaptiven Dämpfern. BMW bot eine ähnliche Lösung unter dem Namen „adaptives M-Fahrwerk“ an.

Unser gebrauchter BMW M135i parkt in der Universitätsstadt Erlangen und ist Deutschlands günstigster: Nur 26.000 Euro verlangt das BMW-Autohaus Fink für den 2013 im Werk Regensburg vom Band gelaufenen Dreitürer. Laut Verkaufsleiter Georg Paluch „sind wir bekannt für attraktive Finanzierungsangebote und einen schnellen Umschlag der Gebrauchten, weil wir mit den günstigsten BMW in Deutschland immer an der Spitze liegen“. Für eventuelle Preisverhandlungen könnte der Kaufinteressent eine kleine Delle in der linken Tür nutzen. Ebenso die mäßige Profiltiefe der Reifen, den Gammel am rechten Endrohr und die Rostspuren an den vorderen Bremsen.

Mercedes A 45 AMG, HeckansichtFoto: Rossen Gargolov
Hardcore-Kompaktsportler: Wer bei 6.000 Touren das Schaltpaddel zieht, wird mit Auspuffknallen beglückt.

Ein Blick ins Cockpit: wie neu, selbst auf den zweiten Blick. Generell hinterlässt der gebrauchte M135i im Interieur einen qualitativ besseren, hochwertigeren Eindruck als der A 45 AMG. Mittig sitzt der typische Automatikwählhebel. Dieser Selbstschalter mit acht Gängen ist gegen Aufpreis zu haben und gilt als Referenz in seiner Klasse. Aber er agiert nicht so roh und wild wie der AMG-Doppelkuppler. Und ihm fehlt dessen Race-Start-Funktion – ein großer Spaß, der erst in die Ohren und dann ansatzlos in die Magengrube fährt.

Wenig Ärger beim F20

Doch zurück zum BMW M135i: Irgendwelche bekannten Probleme? Ärger mit den Zündspulen? Nein, das betraf nur das Vorgängermodell mit 306-PS-Motor.

Der seit Herbst 2011 gebaute F20 kennt keine gravierenden Schwierigkeiten. Er kann höchstens im Bereich Klima und Lüftung auffällig werden, außerdem gab es einen verstopften Wasserablauf unterhalb der Frontscheibe. Der Regensensor macht unter Umständen wiederholte Werkstattbesuche nötig. Für eine Rückrufaktion sorgten Kontaktschwierigkeiten bei der Plusleitung zur Starterbatterie.

Vertrauensfrage

Erst 100, dann 200, 300 und jetzt 400 PS: Die sportliche Kompaktklasse hat sich im Lauf der Jahrzehnte leistungsmäßig enorm weiterentwickelt. Ist das Ende der Fahnenstange damit erreicht? Sicher nicht. Der neueste Audi RS 3 hat die 400-PS-Schallmauer bereits eingerissen und den 381 PS starken A 45 AMG überholt. Ob sich die Affalterbacher das einfach so gefallen lassen? Wir denken: Nein. Das Katz-und-Maus-Spiel geht sicher in eine neue Runde. Und überhaupt: Die Mercedes A-Klasse ist Metamorphose pur. Statt Rentnerschaukel oder Treppenlift nun also 1er-Jäger und RS-3-Fighter. Wer hätte das gedacht? Der A 45 AMG hat sich aus dem Stand als ernsthafte Alternative zu den bayerischen Platzhirschen etabliert.

Schön auch für alle Schnäppchenjäger, dass man Hot Hatches wie den M135i und den A 45 AMG aus erster oder zweiter Hand mit überschaubarem Kilometerstand und Werksgarantie für attraktive Beträge bekommt. Denn als Neuwagen liegen sie bei rund 42.000 Euro (BMW) und 51.000 Euro (AMG); selbstverständlich jeweils in der Grundausstattung ohne Navi, Leder und Co. Umso mehr lohnt der Griff zum Secondhand-Sportler, denn gerade hier lässt sich der Vorteil einer guten Ausstattung mit dem zwangsläufig drastischen Wertverlust kombinieren. Hinzu kommt: Die Unterhaltskosten der Premium-Sportler sind noch einigermaßen akzeptabel. Beide lassen sich auch mit Verbrauchswerten von unter zehn Litern auf 100 Kilometer bewegen. Ganz anders als bei wahrhaftigen Sportwagen vom Schlage eines Audi R8, Porsche 911, AMG GT oder BMW M4.

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Neuester Kommentar

BMW promotet überall xDrive. Davon kann ich aus eigener Erfahrung nur abraten. xDrive reagiert äußerst empfindlich auf unterschiedliche Abrollumfänge der Reifen und forsche Fahrweise mag es absolut nicht. Die Kupplung des Verteilergetriebes wird offenbar "kaputtgeregelt" bis sie stinkt weil Fahrwerte falsch interpretiert werden. Das gibt BMW natürlich nicht zu. Alle Kunden mit defektem Verteilergetriebe - und davon gibt es bei allen Modellen mehr als genug - werden mit Garantie- oder Kulanzverlust bestraft, wenn keine explizit von BMW freigegebenen Reifen, Felgen oder Fahrwerke oder gar eine Leistungssteigerung verbaut sind. Bei 25.000 km wurden bei mir von BMW vorne 2 neue Reifen montiert mit 8 mm, hinten waren noch 6 mm drauf. Nach 6.000 km war das Verteilergetriebe hin. Schuld war natürlich das gleichzeitig verbaute AC Schnitzer Tuning.

Mich wundert sehr, dass AMS noch nicht darüber berichtet hat. Mein nächstes Fahrzeug wird definitiv kein xDrive haben.

RechtsIstFrei 2. Februar 2017, 14:00 Uhr
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