Vor einigen Tagen ging ein Raunen durch die Autowelt. BMW testet einen Pickup auf der Nordschleife. Motorsound und Optik legen nahe, dass ein M3 unter dem gestutzten Blechkleid steckt. Nun ist es pünktlich zum 1. April amtlich: Der Wagen kommt direkt von BMW und sei weltweit der erste High-Performance-Pickup.
Technik kommt aus dem M3
Tatsächlich werkelt unter der Haube der bekannte 420 PS starke V8 und beschleunigt den Pickup auf 300 km/h. Solche Werte erreichen nicht mal die reinrassigen Racer der Pickup Truck Racing Serie. Das offene Heck ist bei der Aerodynamik auch gar nicht so hinderlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Der M3 Pickup hat denselben cW-Wert wie sein Coupé-Bruder. Dazu ist er 50 Kilogramm leichter als das Cabrio.
Lastkraftwagen im Sportwagenformat
Was aber zunächst mehr als verblüfft ist die Zulassung. Der M3 Pickup ist straßenzugelassen als Lkw(!). Die Betonung sollte da aber nicht auf "Last" liegen. Tatsächlich ist der Bolide ein LastKRAFTwagen. Trotzdem kann er auch ordentlich einstecken. 450 Kilogramm gibt BMW als Zuladung an. Otto Normalfahrer bringt zusammen mit seiner ansehnlichen Begleitung rund 130 Kilo auf die Waage. Da bleibt genug Zuladung übrig für einen Monatseinkauf samt Kühlschrank. Platz genug wäre auf der Alu-beplankten Ladefläche ebenfalls. Und für alle Fälle versteckt sich in einem Fach unter dem Ladeboden noch der Kugelkopf für die abnehmbare Anhängerkupplung. Das schränkt dann allerdings die Höchstgeschwindigkeit extrem ein.
Golftransporter par Excellence
Für Golfer und ihre Freunde eignet sich der Pickup übrigens ebenso grandios: die Ladefläche bietet Platz für 20 Golfbags. Jaguar und Aston Martin dürfen sich in die Ecke stellen und schämen für ihre zwei läppischen Golfsäcke.
M3 Pickup soll Einzelstück bleiben
Zunächst ist nur ein Exemplar als Werkstatt- und Transportfahrzeug für die M GmbH geplant. Sollte BMW das Auto aber doch irgendwann in Serie bauen, muss der Fahrer auch im Innenraum auf nichts verzichten. Denn der sieht alles andere als kleinlastermäßig aus. Ledersportsitze schmiegen sich an den Körper an. Carbon-Intarsien erinnern an die Hochleistungsmaschine, die unter der Motorhaube steckt. Frischluftfans nehmen am besten vor der Fahrt das 20 Kilo schwere Targadach ab. So sinkt auch der Schwerpunkt. Wie sich das fehlende Dach allerdings auf die Verwindungssteifigkeit auswirkt, gibt BMW nicht an.
Wirklich schade also, dass BMW den Boliden nicht in Serie bauen will. Allerdings lässt die Seriennummer auf dem Armaturenbrett ein kleines Hintertürchen offen: 001. Für wirklich nur ein einziges Exemplar hätte ja schließlich auch eine Stelle gereicht. Oder sollte dort vielleicht 1.04 stehen - für dne ersten April?






