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BMW

Neue Öko-Konzepte

Foto: Hans-Dieter Seufert

Um Verbrauch und Schadstoffausstoß seiner Autos zu verringern, will BMW in Zukunft die Abwärme der Motoren zur Energiegewinnung an Bord nutzen. Zudem sollen künftige Modelle möglicherweise mit einem Solardach vom Band laufen.

14.05.2008

Das teilte der Hersteller auf dem Innovationstag 2008 am Mittwoch (14.5.) in München mit. Die Sonnenenergie könne dazu beitragen, die Effizienz der Fahrzeuge zu verbessern und so den Verbrauch und den Schadstoffausstoß neuer Autos weiter zu verringern. Schon heute könne auch in Mitteleuropa mit einem Quadratmeter Solarzellen eine elektrische Leistung von bis zu 200 Watt erzeugt werden. Werden diese Module nicht nur im Schiebedach, sondern auf der ganzen Dachfläche montiert, sei die Stromleistung deutlich höher.

Weil die Energie sowohl während der Fahrt als auch im Stand zur Verfügung steht, könne damit zum Beispiel die Starterbatterie geladen und der Generator des Wagens entlastet werden. Wird eine Kilowattstunde Strom von der Sonne statt vom Motor erzeugt, gehe der Verbrauch auf 100 Kilometern um etwa 0,3 Liter zurück, rechnen die Entwickler vor. Zudem habe der Einsatz der Solarzellen noch einen weiteren positiven Effekt: Schon vor dem Start werden mit deren Energie Kühlmittel und Motoröl vorgeheizt. Die für Verbrauch und Schadstoffausstoß ungünstige Phase des Kaltstarts werde so verkürzt.

Strom aus Motor-Abwärme

Eine weitere vorgestellte Technik ist die Stromgewinnung aus der Abwärme des Motors. In effizienten Verbrennungsmotoren werde nur ein Drittel der Energie aus dem Kraftstoff in Fortbewegung umgesetzt. Der Rest verpuffe als Wärme. Einen Teil davon wollen die Bayern künftig "retten", indem sie einen sogenannten thermoelektrischen Generator in den Auspuff einbauen.

Dabei nutzen sie nach eigenen Angaben eine Halbleitertechnik aus der Raumfahrt, mit der schon heute etwa 200 Watt erzeugt werden können. Mittelfristig rechnen die Entwickler mit bis zu 1.000 Watt. Würde diese Energie ins Bordnetz eingespeist und würden außerdem zum Beispiel Motor und Klimaanlage beim Kaltstart mit der Abwärme vorgeheizt, könne der Verbrauch im Betrieb um fünf Prozent gesenkt werden.

Navi soll beim Spritsparen helfen

Darüber hinaus will der Hersteller auch die Daten des Navigationssystems und vieler Fahrzeugsensoren zum Spritsparen nutzen. Eine neue Software soll im "vorausschauenden Fahrzeug" aus allen verfügbaren Informationen den momentanen Fahrzustand und die nächsten Manöver ermitteln. Damit ließen sich laut BMW zum Beispiel das Auf- oder Abfahren an der Autobahn, ein Überholvorgang oder ein Stau vorhersagen. Entsprechend könnten die Motoröl-Temperatur angepasst, der Klimakompressor oder die Lichtmaschine abgekoppelt oder die Antriebstechnik auf einen Stau eingestellt werden. Wie groß das Einsparpotenzial dieser Datenanalyse ist und bis wann die Technik in Serie gehen könnte, teilte BMW allerdings noch nicht mit.

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