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BMW-Neuheiten

Alles auf den 3er

BMW Dreier, Frontansicht Foto: Christian Schulte 37 Bilder

Die i-Offensive? Im Auslauf. Designsprünge? Nicht mehr wirklich erkennbar. Komm BMW etwa aus dem Tritt? Mitnichten. Warum mit dem nächsten 3er eine neue Zeitrechnung beginnt.

06.03.2016 Birgit Priemer

Was würden Sie machen, wenn Sie BMW-Chef wären? Da haben Sie eine erfolgreiche Designsprache, sind technisch überall auf Augenhöhe, und ihre Vertriebsleute sagen Ihnen ständig: "Bloß nichts ändern, wir verkaufen super.“ Würden Sie tatsächlich weiter auf der Welle surfen? Der Kopf sagt spontan Ja, will auf Nummer sicher gehen. Andererseits wissen Sie, dass jede Welle einmal auf den Strand trifft. Und bevor das passiert, müssen Sie schon wieder auf der nächsten Welle reiten. Das Problem? Angesichts von Modellzyklen von rund sechs Jahren ist es schwer einzuschätzen, bis wann die Welle rollt.

Bei BMW glauben sie, die aktuelle Erfolgswelle dauere noch ein paar Jahre, denn beim neuen 5er, der Anfang 2017 auf den Markt kommt, bleibt ein erkennbarer Designwechsel aus. Doch keine Sorge: Die Zeitenwende, sie kommt mit dem nächsten 3er.

OLED-Technik ermöglicht neues Leuchtendesign

Das geht schon beim Design los. Von außen sind die Gene des 3er zwar nach wie vor klar erkennbar, aber die größere, nach unten gezogene dreidimensionale Niere verändert das Gesicht des Autos deutlich. Dazu kommen geschlitzte neue Scheinwerfer mit einer Kombination aus OLED-Technik und Laserlicht.

OLED? Das sind organische Leuchtdioden, mit denen sich im Gegensatz zu klassischen LED große Flächen homogen ausleuchten lassen. Diese Dünnschicht-Elemente, die auch bei modernen Bildschirmen zum Einsatz kommen, sind nicht nur flach, sondern auch biegsam. Sie ermöglichen ganz neue Leuchtendesigns. BMW kombiniert sie mit dem im 7er eingesetzten Laserfernlicht.

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auto motor und sport 05/2016
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Erstmals gebogenes Display

Anders als Mercedes bei der E-Klasse setzt BMW auch beim nächsten 3er auf ein frei auf dem Armaturenbrett positioniertes, optional erhältliches großes Display. Es wird erstmals in Richtung des Fahrers gebogen sein. Ebenfalls aufpreispflichtig: ein digitales Kombi-Instrument. Wie man sich das alles vorzustellen hat, zeigte BMW mit der Studie i Vision Future auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. "Da steckt schon sehr viel vom nächsten 3er drin“, verrät ein BMW-Insider. Das Ende des Head-up- Displays ist aber nicht in Sicht: Bis zur Anzeige von Infos in der gesamten Frontscheibe dauert es noch eine Fahrzeuggeneration. Der Basis-3er bekommt analoge Instrumente und einen kleinen Touchscreen in der Mitte.

Bedienung? Da geht BMW den mit dem 7er eingeschlagenen Weg weiter. Die Zahl der festen Knöpfe wird reduziert, Sprach- und Gestensteuerung ausgebaut. Keine Angst, liebe BMW-Fans, wer nicht im Auto rumfuchteln oder quatschen will, kann weiterhin auf das iDrive-System, den bekannten Dreh-Drück-Steller, zurückgreifen.

Während das Cockpitdesign revolutionär wird, ändert sich an den Außenmaßen praktisch nichts. "Der 3er hat das perfekte Format“, heißt es bei BMW. Der Radstand wird allerdings etwas zulegen, und das Auto speckt rund 80 Kilo ab. Das soll mithelfen, das Handling des 3er nochmals zu verbessern.

Mehr Auswahlmöglichkeiten

Künftig kann der BMW-3er-Besitzer die Auslegung seines Autos schon bei der Konfiguration stärker als je zuvor beeinflussen. So bietet BMW neben dem etwas komfortableren Standard- und einem Sportsitz künftig einen Komfortsessel an. Auch die Spreizung des adaptiven Fahrwerks wird deutlich größer. Ziel: mehr Komfort bei langen Autobahnfahrten, mehr Agilität für Fahrspaß in schnellen Kurven. An der Motorenpalette des 3er ändert sich dagegen nichts Grundsätzliches. Zwar werden bis dahin vor allem die Sechszylindermotoren noch einmal gründlich überarbeitet, doch die Leistungsstufen bleiben bis auf wenige kW gleich. Ebenso hält BMW an der Achtgangautomatik von ZF fest. Für Basismotoren gibt es auch nach 2018 einen Sechsgang-Handschalter.

Beim Topmodell M3 wird BMW das PS-Wettrüsten nicht mitmachen und deutlich unter 500 PS bleiben. Stattdessen setzt die BMW M GmbH auf Leichtbau und eine elektrische Boost-Funktion. Der nächste M3 bekommt mehr Teile aus Carbon und Magnesium und einen E-Motor zwischen Motor und Getriebe, der in speziellen Fahrsituationen Extra-Power zur Verfügung stellt.

Für solche Funktionen braucht er das 48-Volt-Bordnetz, das spätestens mit der Modellpflege 2021 beim 3er Einzug halten soll. Es ermöglicht das Zwischenspeichern von Energie. Damit kann der 3er dann unter anderem autonom und elektrisch einparken und Sprit sparen.

Der i5 wird ein Crossover

Und wie geht es bei den i-Modellen weiter? Der i8 bekommt ebenso eine neue Ausbaustufe wie der i3. Der Begriff "Facelift“ passt in diesem Zusammenhang nicht, denn es geht weniger um die Optik als um die Verbesserung des elektrischen Antriebs. Der i3 wechselt von bisher 64 Amperestunden auf 93 und dürfte damit im Alltag seine Reichweite auf über 200 km steigern (derzeit rund 120 km).

Diskussionen gibt es nach wie vor um den i5, ein geräumigeres E-Auto. Bis Mitte 2015 stand beim Vorstand die Idee einer coupéhaften viertürigen Limousine hoch im Kurs. Das hat sich geändert. Im Dezember 2015 begutachteten BMW-Chef Harald Krüger und seine Vorstandskollegen drei Entwürfe. Einer ging in Richtung eines 3er GT, er wurde schnell verworfen. Topkandidat ist seit diesem Termin ein attraktives Crossover-Modell, in das sich die Batterietechnik besser integrieren lässt. Aktuell angepeilter Marktstart: Anfang 2021.

Wesentlich früher soll nun der Urban Cross kommen, ein rund vier Meter langer City-SUV auf Basis der Frontantriebsplattform. Das Design ist verabschiedet, Ende 2017 dürfte er in den Handel gehen. Probleme bereitet die Namensgebung, da die Begriffe "Urban“ und "Cross“ in einigen Märkten der Welt von anderen Firmen geschützt wurden. "X2“ ist noch frei, geht aber nicht, da das Auto kleiner als der X1 wird.

Z4-Nachfolger kommt 2017

Im selben Jahr startet auch der Verkauf des gemeinsam mit Toyota entwickelten Z4-Nachfolgers. Die Japaner bringen einen geschlossenen Sportwagen, BMW einen Roadster mit Stoffverdeck. Für eine verbesserte Fahrdynamik sollen die Achsen des aktuellen M3 und eine weitere Gewichtsreduzierung sorgen.

Auch der viertürige 2er ist beschlossene Sache, der Heckantrieb für dieses Auto aber vom Tisch. "Das darf kein preiswerter 3er-Gegner werden“, heißt es bei BMW. Damit erfahrdynamisch trotzdem top ist, wird darüber diskutiert, ihn nur mit Allradantrieb anzubieten.

Die Nischenpolitik von BMW bleibt pfiffig und effizient, doch die Musik spielt in den volumenträchtigen Segmenten. Anders gesagt: Der neue 3er muss ankommen, der Rest ist nur die Kür.

Technik - BMW arbeitet am Internet der Dinge

Trendsetter bei der Bedienung war BMW schon immer. Künftig deutet der Fahrer auf Menüs, die über Kacheln dargestellt werden, und bestätigt die Auswahl per Touchpad am Lenkrad. Auch das Thema „Internet der Dinge“ wird vorangetrieben: Die nächste Evolutionsstufe von Connected Drive umfasst die "Open Mobility Cloud“, über die sich Haus und Auto miteinander verbinden. So könnte der Spiegel im Ankleideraum zu Hause über die Real Time Traffic Information melden, dass auf der im Navigationssystem vorher eingegebenen Strecke Stau ist. Die geplante Route wird mit den Verkehrsbehinderungen angezeigt. Andersherum können aus dem Auto heraus Rollläden oder auch die Herdplatten überprüft werden.

Fazit - Endlich wieder mutig!

BMW feiert am 7. März 2016 mit einem Festakt sein 100-jähriges Bestehen. Zuletzt fühlten sich die Messeauftritte und Fahrzeugvorstellungen aber oft so an, als werde Altbekanntes als neu verkauft. Mit dem nächsten 3er fährt BMW wieder spürbar innovativ in die Zukunft. Und das ist wichtig: Die Marke hat oft Standards in der Autoindustrie gesetzt. Das hat sie so stark und attraktiv gemacht. Achtung: Bei Bedienung und Konnektivität versuchen andere Hersteller wie Audi, BMW den Rang abzulaufen. Und der i5 kommt nach den E-Autos von Audi und Porsche.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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