BMW-Neuheiten: Aus dem Konzept gedacht

BMW legt in allen Baureihen nach, in neuen Nischen soll es Zuwachs geben. So wird die 3er-Reihe um einen Crossover erweitert, und an der Basis kommt ein City-Mobil.

Wer vorn ist, spürt nicht nur den Gegenwind, sondern auch den heißen Atem der Verfolger. Diese Erfahrung muss auch die bislang so erfolgverwöhnte Marke BMW machen, die kräftig unter Druck steht und nun die Flucht nach vorn antritt. Angesichts einer Stückzahlerwartung von über zwei Millionen Einheiten im Jahr 2020 muss mehr passieren, als bisher angekündigt wurde. Vor allem neue, noch attraktivere Modelle sind gefordert. Es reicht eben nicht mehr, die etablierten Baureihen in regelmäßigen Abständen aufzufrischen und zu erneuern. Darum muss verstärkt auch die Nische bedient werden - mit emotionalen, designbetonten und freizeitorientierten Image-Trägern.

Dazu kommt die anhaltende Umweltdiskussion, die selbst für Trendsetter BMW noch lange nicht zu Ende ist - ungeachtet der bemerkenswerten Efficient-Dynamics-Initiative: 22 Modelle (in Summe 700.000 Fahrzeuge in diesem Jahr) stoßen weniger als 140 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Besonders spannend wird es in den Volumen-Baureihen. Denn hier soll künftig das Modellprogramm noch viel mehr ausgeweitet werden - von sportlich bis nutzwertig, von preiswert bis exklusiv.

Neue 3er-Versionen

So wird es vom nächsten 3er (Marktstart Anfang 2012) gleich einen ganzen Strauß neuer Versionen geben, die Baureihe wird definitiv ausgebaut. Neben Limousine, Touring, Coupé und Cabrio - voraussichtlich mit Blech-Klappdach - sind seit Monaten weitere Ableger in der internen Diskussion. Ein höher gesetzter 3er à la Audi Allroad hatte keine Chance.

Favorisiert wurden dagegen ein betörend schöner Shooting-Brake (zweitüriges Kombicoupé) und ein raumfunktionales, viertüriges Fahrzeug nach Muster des PAS (Progressive Activity Sedan), auf Fünfer-Basis, der bereits 2009 an den Start rollen soll. Inzwischen scheint auch der vier Jahre später debütierende, nutzwertigere 3er Crossover beschlossene Sache zu sein. Die Hatchback-Ausführung bekommt einen variableren Innenraum mit in Längsrichtung verschiebbarer Rücksitzbank oder wahlweise mit zwei Einzelsitzen hinten. Die Kopffreiheit ist größer als beim Touring, die Besatzung sitzt generell etwas höher. Dazu kommt ein relativ großer Laderaum mit cleveren Verstauhilfen.

Dennoch soll der Crossover nicht zur vernunftbetonten Familienkutsche werden - dafür sorgen ein sportives Fahrwerk und kräftige, aber verbrauchsoptimierte Motoren, wie sie BMW peu à peu in allen seinen Fahrzeugen installiert. Wegen der unterschiedlichen Kraftstoffqualitäten werden allerdings auch künftig je nach Marktsituation Autos mit besonders sauberer Benzin- Direkteinspritzung oder mit saugrohreinspritzendem Valvetronic-Motor eingesetzt. Eine immer wichtigere Rolle spielen zudem Dieselmotoren, deren stärkste Leistungsvarianten Doppelaufladung erhalten.

Blue-Performance und Mildhybrid

In puncto Abgasreinigung setzt BMW auf die aktive Harnstoffeinspritzung einschließlich Speicherkatalysator und nennt das Ganze Blue-Performance. Weltweit zum Einsatz kommen werden auch im 3er kraftstoffsparende Mildhybrid-Ableger, wie sie BMW als Highend-Lösung in Form einer X5-Studie auf dem Genfer Auto-Salon präsentiert hat. Hier geht es um eine zusammen mit Mercedes entwickelte Technologie, die mit einem zusätzlichen Elektromotor zwischen Verbrennungsmaschine und Automatikgetriebe den Energiehaushalt optimiert und bis zu 20 Prozent Verbrauchsreduzierung bringen soll. Bei Einsatz einer zusätzlichen Trennkupplung wäre sogar das rein elektrische Dahinrollen möglich. Das Exponat auf der Schweizer Ausstellung nutzt bereits die neue Achtstufen-Automatik von ZF, wie sie im 7er erstmals zum Einsatz kommen soll.

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Eberhard Kittler

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