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BMW-Neuheiten

Zwitter-Spiele

Foto: Schulte-Nextline 13 Bilder

Audi und Mercedes eilen von einer Modelloffensive zur anderen. Hauptkonkurrent BMW übt bei der Ankündigung neuer Produkte mehr Zurückhaltung. In Zukunft soll das anders werden.

26.09.2006

Es herrscht weitgehend Stillstand – zumindest an der Börse. Denn obwohl BMW seit Jahren bei Absatz, Umsatz und Gewinn von Rekord zu Rekord jagt, blieb die Aktie hinter den Erwartungen zurück. Vielleicht liegt auch darin einer der Gründe, warum der Vertrag von BMW-Chef Helmut Panke nicht über das 60. Lebensjahr hinaus verlängert wurde. Bei den Börsianern konnte er nie jene Fantasie wecken, die man braucht, um einer Aktie Leben einzuhauchen. Nachfolger Norbert Reithofer geht pünktlich zum offiziellen Amtsantritt andere Wege.

Es ist zwar bislang nur ein Spalt, doch die sonst so hermetisch abgeschirmte BMW-Welt öffnet sich und macht Platz für neue Träume. Über 20 Zukunftsfantasien finden sich in der Designabteilung von Chris Bangle, von denen nicht alle, aber manche kommen werden. Als Freund effizienter Produktion wird Reithofer dabei künftig weniger auf neue Baureihen als auf eine Ausdehnung der Varianten setzen. Cash-Cow des Unternehmens ist und bleibt die Dreier-Reihe, und da liegt es nahe, hier als Erstes nachzulegen. Zuerst gab es Überlegungen zu einem zweitürigen Touring. Doch die sind vom Tisch. Shooting Brake heißt das Projekt, mit dem man sportliche Coupé-Kunden ansprechen möchte, die mehr als jene 440 Liter Kofferraumvolumen benötigen, die der Zweitürer bislang bietet. Es muss also eine Mischung aus Coupé und Kombi her. Der Zwitter wird 4,60 Meter lang und soll als viertüriger 2+2-Sitzer positioniert werden. Das Gepäckvolumen wird sich gegenüber dem Coupé nicht verdoppeln, denn schon der Kombi bietet nur 20 Liter mehr. Wichtig ist aber die umklappbare Rücksitzbank, die den Transport von trendigem Sportgerät ermöglicht.

Optisch orientiert sich der Shooting Brake ganz klar an dem eigenständig positionierten Coupé, das im Vergleich zur Limousine schnörkelloser wirkt und dem Betrachter aus Scheinwerfern entgegenstrahlt, die katzenaugenförmiger geschnitten sind. Da die Technik vom Dreier stammt, kommen auch die Motoren von dort, und so darf weder der doppelt aufgeladene Diesel im 335d (286 PS) noch der Biturbo-Benziner im 335i (306 PS) fehlen. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise über ein handgeschaltetes Sechsgang-Getriebe oder die neue Sportautomatik mit ebenfalls sechs Stufen. Allradantrieb soll es optional geben.

X5 als Coupé

Sie fangen gerade an zu träumen? Dann brauchen Sie noch nicht aufzuwachen. Schließlich finden sich noch weitere neue Sterne am BMW-Firmament – zum Beispiel das zweitürige X5 Coupé. Mit dieser extremen Sport-Offroad-Variante ergänzt BMW zusätzlich den für 2008 geplanten X6, der die Rolle des dynamisch zugeschnittenen Offroad-Coupés mit vier Türen übernimmt. Technisch basieren beide auf dem X5, verfügen über den Allradantrieb x-Drive und werden mit Achtzylinder-Diesel und -Benziner ausgerüstet.

In ihren Abmessungen liegen sie mit 4,85 Metern auf dem Niveau des neuen X5 und übernehmen von ihm zugunsten hoher Fahrdynamik auch Aktivlenkung und Wankstabilisierung. Der Wunsch nach einer offenen Version des zweitürigen X5 Coupé, das zusammen mit den zwei anderen SUV-Varianten im US-Werk Spartanburg gebaut wird, ist erlaubt. Aber schnell wird er nicht erfüllt werden. Schließlich beschäftigt sich BMW zunächst noch ganz intensiv mit dem Karmann SUC, einer Mischung aus viertürigem Sport Utility Vehicle und Stoffdach-Cabrio, das auf der letzten IAA zu sehen war. Basis dieses Prototyps mit Aktiv-Fahrwerk von ZF war der X5, und so ist es zurzeit nicht ausgeschlossen, dass BMW diese Idee in der Serie umsetzt.

Doch nicht nur Reithofer hat weitreichende Pläne, auch der Betriebsratsvorsitzende Manfred Schoch möchte an der Modellplanung aktiv mitwirken. Ginge es nach ihm, gäbe es künftig auf Basis des Einser die Offroad-Variante X1, damit es sich auch der Mann vom BMW-Band leisten kann, im Segment der Sport Utilities einzukaufen. Entwicklungschef Burkhard Göschel hat dieses Modell bislang kategorisch ausgeschlossen, aber die Zeiten könnten sich ändern: Göschel folgt Helmut Panke im November in die Rente und übergibt sein Amt an den neuen Entwicklungschef Klaus Draeger.

Der wird grundsätzlich den Ausbau der Einser-Modellreihe mit Nachdruck vorantreiben und dabei auch den Mini nicht aus den Augen verlieren: Einen zweitürigen Ableger als Smart-Konkurrenten wird es dort auf keinen Fall geben, wohl aber nach dem Cabrio und dem Traveller genannten Kombi einen kleinen Offroader voraussichtlich mit Allradantrieb vom Zulieferer Getrag.

Kleiner Rolls-Royce und erster Hybrid

Und wie geht es bei der Luxus-Tochter Rolls-Royce weiter? Bis 2010/2011 lässt dort die Einstiegsvariante unterhalb des Phantom auf sich warten, die dann die Technik des Siebener-Nachfolgers nutzt und für etwa 250.000 Euro angeboten wird. Priorität haben in der Planung neue Phantom-Versionen. So steht auf dem Genfer Auto-Salon 2007 das Cabrio Corniche, das sich an die Studie 101 EX anlehnt und über ein riesiges Stoffdach verfügen wird. Auf der IAA des gleichen Jahres folgt das Coupé, wie alle Phantom angetrieben von einem 460 PS starken V12-Motor und ausgerüstet mit einer Karosserie aus Aluminium sowie einem Fahrwerk mit Luftfederung. Klingt nicht nur nach verschwenderischem Luxus, sondern ist es auch.

Aber keine Angst, auch die Umwelt kommt nicht zu kurz: Ab 2009 ist bei BMW der Hybrid spruchreif, entwickelt in Kooperation mit Daimler-Chrysler und GM unter Einsatz einer Nickel-Kadmium-Batterie. Erster Nutznießer bei BMW ist das raumfunktionale Konzept, das als Mercedes R-Klasse-Konkurrent mittlerweile auf die Bezeichnung Luxury Sports Tourer umgetauft wurde.

Der Name dürfte die Börse kaum beeindrucken, wohl aber das variantenreiche Modellspiel, das die Ära Reithofer prägen könnte – von Stillstand kann jedenfalls keine Rede sein.

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