BMW schlampt bei Rückrufen: Millionenstrafe in den USA

BMW muss wegen Schludereien bei Rückrufen drei Millionen Dollar Strafe in den USA zahlen. Der Hersteller habe in mehreren Fällen zu spät und lückenhaft über Mängel an seinen Fahrzeugen informiert, beklagte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA und sprach von einem "beunruhigenden Trend". Nach den Aufzeichnungen der Behörde drehten sich die Beanstandungen um Autos sowie um Motorräder.

Die Bayern zeigten sich mit der Millionenzahlung einverstanden. "Wir sind uns bewusst, dass die Dinge nicht optimal gelaufen sind und haben unsere Prozesse nun so optimiert, dass wir den Anforderungen der Behörden künftig genügen", sagte ein BMW-Sprecher am Samstag (11.2.) in München. Die internen Prozesse seien so verändert worden, dass Rückrufe den Verbrauchern und der Regierung zügiger und innerhalb der verlangten Fünf-Tages-Frist mitgeteilt würden.

Die Beamten in den USA hatten konkret den Ablauf von 16 Rückrufen mit geschätzt 338.700 Fahrzeugen im Jahr 2010 angemahnt. In lediglich sechs Fällen habe BMW der Behörde die Zahl der betroffenen Fahrzeuge direkt mitteilen können; in lediglich fünf Fällen habe der Hersteller den Ablauf der Ereignisse wie verlangt rekonstruieren können, etwa wann die ersten Fehlermeldungen von Kunden eingegangen seien. Überdies habe BMW im Schnitt mehr als 30 Tage gebraucht, um fehlende Daten nachzureichen.

BMW gelobt Besserung

"Die NHTSA erwartet von allen Herstellern, Sicherheitsfragen schnell und geradeheraus anzusprechen", erklärte Behördenchef David Strickland am späten Freitag in Washington. Dem BMW-Sprecher zufolge sind die Bayern das Problem bereits angegangen. "Im Jahr 2011 haben wir da bereits alles richtig gemacht." Die Strafe treffe das Unternehmen hart und werde sehr ernst genommen.



In Fragen der Sicherheit sind die Amerikaner empfindlich. Das hatte Toyota vor zwei Jahren zu spüren bekommen, als Berichte über klemmende Gaspedale und defekte Bremsen in Millionen Wagen aufkamen. Viele der gemeldeten Vorfälle entpuppten sich später zwar als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe ein und der japanische Massenhersteller musste die damalige Rekordstrafe von 16,4 Millionen Dollar zahlen, weil er nach Ansicht der Regierung zu spät über die Defekte informiert hatte.
 
In den USA sind die Hersteller verpflichtet, binnen fünf Werktagen nach Feststellung eines Sicherheitsproblems die Behörden zu informieren und dann umgehend eine Rückrufaktion zu starten. Für BMW kommt die Klatsche aus Washington insbesondere deshalb zur Unzeit, weil die Bayern in hartem Wettbewerb mit Mercedes-Benz, Audi, Cadillac und japanischen Autobauern um die Gunst der gut betuchten US-Autokäufer stehen. Im vergangen Jahr hatte BMW in den USA mehr Premiumwagen verkauft als jeder andere Konzern.
Kommentare
Bild vergrößern
dpa

Autor:

Anzeige
Thema
Rückrufaktion: Weitere Artikel zu diesem Thema
Ferrari-Rückruf: Kurbelwelle muss getauscht werden

Der italienische Sportwagenhersteller Ferrari muss einige Modelle der Baureihen California und 458 Italia zurückrufen.

Ferrari 458 Italia
Rückruf für BMW, Mini und Rolls-Royce: Kühlmittelpumpe macht Probleme

Wegen eines Problems mit der Kühlmittelpumpe für den Turbo müssen BMW, Mini und Rolls-Royce weltweit 9.200 Fahrzeuge zurückrufen.

BMW 550i, Motorraum, Motor
Top Artikel
BMW-US-Rückruf: Über 150.000 Modelle mit Spritproblemen

Wegen Problemen mit der Spritzufuhr ruft BMW allein in den USA vorsorglich mehr als 150.000 Autos zurück. Betroffen sind ausschließlich Wagen mit Sechszylinder-Motoren.

BMW 335i Cabrio
BMW-Rückruf in den USA: 5er, 6er und 7er mit Bremsproblemen

BMW ruft in den USA rund 198.000 Fahrzeuge wegen möglicher Probleme mit dem Bremssystem in die Werkstätten. Weltweit könnten insgesamt rund 345.000 Fahrzeuge betroffen sein.

BMW 7er
Newsletter
Kfz-Versicherungsvergleich

Bis zu 500 EUR sparen!

Über 180 Tarife anonym vergleichen und auf Wunsch sofort online abschließen

Ihr Ortskennzeichen:
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Bild des Tages
Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 13/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 13/2012
Sportauto
BMW M3 CRT im Test: Heißes Reisen mit dem Leichtbau-M3

Die gewichtsoptimierte BMW M3-Sonderedition CRT mimt die Reiselimo und ist dennoch ein veritables Renngerät.

Heißes Reisen mit dem Leichtbau-M3
Motor Klassik
Saab 9000 CD im Fahrbericht: Schwedisch-Italienische Affäre

Bei Saab hieß es lange: Anders als alle anderen! Doch der Lauf der Zeit forderte 1985 den Saab 9000, der zudem italienische Gene trug.

Schwedisch-Italienische Affäre
4WheelFun
SUV Betriebskosten: Soviel kosten SUV wirklich

Schwacke hat fast 600 SUV-Modelle durchleuchtet. Wir fassen die Ergebnisse zusammen und zeigen, was Offroader wirklich kosten.

Soviel kosten SUV wirklich
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...