BMW: Schwache Leasingrestwerte belasten

Der schwächelnde Gebrauchtwagenmarkt macht dem Autobauer BMW weiter zu schaffen. "Im Moment sehen wir keine Erholung der Restwerte für die zurückkommenden Fahrzeuge aus dem Leasinggeschäft", sagte BMW-Finanzchef Michael Ganal dem "Handelsblatt".

Es sei nicht auszuschließen, dass die Risikovorsorge in der zweiten Jahreshälfte noch einmal erhöht werden muss. BMW kämpft wie andere Hersteller mit dem Problem, dass die Erlöse für Autos, die aus Leasingverträgen zurückkommen, nicht so hoch liegen wie angenommen. BMW hatte im Frühjahr dafür bereits 236 Millionen Euro zur Seite gelegt. Im zweiten Quartal kamen nochmals 459 Millionen hinzu.

Neben den bekannten Schwierigkeiten in den USA mit unter Druck stehenden Restwerten bei Leasingfahrzeugen habe sich auch in Großbritannien, Italien und Spanien die Lage verschlechtert, sagte Ganal. Das Ziel einer Umsatzrendite von mindestens vier Prozent im laufenden Jahr sei aber nicht gefährdet. Entspannung auf der Währungsseite erwartet der Finanzchef trotz des zuletzt gestiegenen Dollarkurses nicht. "Ich gehe davon aus, dass wir auch 2009 von der Währungsseite her vor Herausforderungen stehen."

Die gegenwärtige Schwächephase wird nach Ansicht von Ganal auch im kommenden Jahr noch nicht überwunden sein. «Aus heutiger Sicht wird 2009 für die Automobilindustrie erneut ein sehr anspruchsvolles Jahr. Wir werden aber auch in dieser schwierigen Situation ein gesundes Unternehmen bleiben", betonte der BMW-Finanzchef. Von einem Absatzrückgang im nächsten Jahr gehe er trotz der Schwierigkeiten nicht aus. 2008 will BMW den Rekordwert von gut 1,5 Millionen verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr nochmals übertreffen. Bis 2012 ist die Marke von 1,8 Millionen Fahrzeugen angepeilt.

Angesprochen auf mögliche Kooperationen mit anderen Herstellern sagte Ganal, mit Fiat sollte eine Vereinbarung bis Ende des Jahres stehen. Beide Seiten denken hier an eine Zusammenarbeit der Marken Mini und Alfa Romeo. Zum Stand der Gespräche mit dem Stuttgarter Konkurrenten Daimler machte Ganal keine näheren Angaben.


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dpa

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