BMW: Sechs Milliarden einsparen

Nach einem deutlichen Verfall der Rendite in den vergangenen Jahren will der BMW-Konzern mit einem milliardenschweren Sparprogramm und einer Reihe neuer Modelle gegensteuern.

"Unsere Wettbewerbsposition stand auf dem Spiel. Wir konnten nicht so weitermachen wie bisher", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Donnerstag (27.9.) in München. Daher müsse der Konzern trotz aller Absatzrekorde neu ausgerichtet werden, um auch auf lange Sicht die Unabhängigkeit zu sichern. Ein Stellenabbau ist trotz ehrgeiziger Sparziele dabei nicht geplant. Allerdings ist bis 2012 auch kein Aufbau neuer Arbeitsplätze vorgesehen.

Ergebnis optimieren

In Sachen Absatz ist BMW zwar derzeit der erfolgreichste Premium-Hersteller der Welt. Allerdings hinkt der Gewinn hinterher. "Während Absatz und Umsatz in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind, hat sich unser Ergebnis nur unterproportional entwickelt", sagte Reithofer. In den kommenden fünf Jahren sollen daher Kosten in Höhe von insgesamt sechs Milliarden Euro eingespart werden. Dabei soll auch die Investitionsquote gesenkt werden.

Gut ein Jahr nach Amtsantritt setzte Reithofer mit der neuen Langfriststrategie dem Konzern strenge Renditevorgaben. Bis 2012 soll die Umsatz-Vorsteuerrendite im Auto-Kerngeschäft auf 8 bis 10 Prozent steigen. Im vergangenen Jahr lag diese Kennziffer bei nur noch 6,3 Prozent, im ersten Halbjahr 2007 ging sie weiter zurück. Die Börse zeigte sich von der neuen Langfrist-Strategie eher enttäuscht. Die BMW-Aktie, die in Erwartung der Ankündigungen zunächst deutlich gestiegen war, lag nach Bekanntgabe der Ziele nur noch leicht im Plus.

Vorläufig keine vierte Marke

Die Weltmarktführung will BMW mit Hilfe der neuen Modelle auch auf lange Sicht verteidigen. Bis 2012 solle die Zahl der Auslieferungen von zuletzt 1,4 auf 1,8 Millionen Verkäufe steigen, sagte Reithofer. 2020 sollen es dann deutlich mehr als zwei Millionen verkaufte Fahrzeuge sein. Den Kauf einer vierten Marke neben BMW, Mini hat der Konzern laut Reithofer geprüft. Zuletzt war unter anderem spekuliert worden, BMW könne Volvo übernehmen. "Wir haben uns im Wettbewerbsumfeld umgesehen, ob wir mit dem Kauf einer vierten Marke zusätzliches Wachstum generieren können", sagte Reithofer. Die geprüften Marken hätten aber nicht zum Konzern gepasst, in den nächsten zwölf Monaten sei keine Akquisition geplant. Reithofer deutete vorsichtig an, dass der Konzern eher selbst eine vierte Marke aufbauen könnte, wenn dies nötig ist.

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dpa

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