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BMW

Autobauer kooperiert mit SGL Group

Foto: dpa 75 Bilder

Der Autobauer BMW und die SGL Group arbeiten künftig bei der Produktion von Kohlestofffasern zusammen.

29.10.2009

BMW will erstmals in großem Maßstab Kohlenstofffasern in der Serienproduktion von Fahrzeugen einsetzen. Dazu gründete der Münchner Konzern mit dem Wiesbadener Carbon-Spezialisten SGL Group ein Gemeinschaftsunternehmen, das den leichten Werkstoff produzieren und für den Autobau weiterverarbeiten soll.

Zwei neue Werk ein Nordamerika und Deutschland geplant

Geplant sind zwei Werke in Nordamerika und Deutschland mit zunächst 180 neuen Arbeitsplätzen, wie die beiden Konzerne am Donnerstag in Wiesbaden und München mitteilten. Die Investitionen liegen zunächst bei 90 Millionen Euro. Sollten alle Ausbaustufen verwirklicht werden, könnten sie bis 230 Millionen Euro erreichen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

BMW wolle die Carbonfasern vor allem für eine neue Generation von sauberen Stadtfahrzeugen "in einem bisher nicht dagewesenen Ausmaß einsetzen", sagte ein Sprecher des Autobauers. Das "Megacity-Vehicle" - aus dem eine ganze Modellfamilie werden soll - wird von BMW unter dem Namen "Project i" entwickelt und soll bis 2015 auf den Markt kommen. Die Autos soll es auch mit Elektroantrieb geben. BMW setzt auf Leichtbau, womit Sprit und klimaschädliches CO2 eingespart werden soll.

BMW ist einziger Kunde des Gemeinschaftsunternehmens

Ob die Karosserie dieses neuen Stadtautos aus Carbonfasern gefertigt werden soll, ist laut BMW noch offen. BMW sichere sich mit dem Gemeinschaftsunternehmen "wegweisende Zukunftstechnologien und Rohstoffe zu wettbewerbsfähigen Konditionen", sagte Konzernchef Norbert Reithofer. Der Vorstandsvorsitzende der SGL Group, Robert Koehler, sprach von einem "Meilenstein": "Carbonfasern übernehmen damit erstmals eine bedeutende Rolle in der automobilen Serienproduktion", erklärte er. Die SGL Group hält an dem Gemeinschaftsunternehmen 51 Prozent, BMW die übrigen 49 Prozent. Die Geschäftsführung und die Gesellschafterversammlung werden zu gleichen Teilen besetzt. BMW soll vor allem für die Fremdfinanzierung des Gemeinschaftsunternehmens auf den Kapitalmärkten sorgen. Der Autobauer ist zunächst einziger Kunde.

Wo in Deutschland und Nordamerika die neuen Werke entstehen sollen, steht noch nicht fest. Baubeginn soll 2010 sein. "Die Standortsuche hat begonnen", sagte ein Sprecher der SGL Group. In dem deutschen Werk sollen die Fasern, die in Nordamerika hergestellt werden, für den Autobau weiterverarbeitet werden. Das Geschäft mit dem Werkstoff Kohlenstofffasern ("Carbon Fibers &Composites") macht bislang nur einen kleineren Teil am Umsatz der SGL Group aus - etwa 250 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz des Konzerns lag 2008 bei etwa 1,6 Milliarden Euro. Das Unternehmen hat weltweit mehr als 6.500 Mitarbeiter und 40 Produktionsstandorte.

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