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Hardcore-Bobby Car "Roddy"

Alles andere ist nur Spielzeug

Bobby Car Foto: Mario Andreya 31 Bilder

Die Zeiten der niedlichen Bobby Cars ist vorbei. Jetzt kommt eine Männerversion im bösen Hot Rod-Style, das auf den Namen "Roddy" hört und dank Elektro-Antrieb selbständig bis auf 30 km/h beschleunigt.

08.10.2011 Anna Matuschek

Das Erfolgsgeheimnis des Bobby Cars liegt in seiner Einfachheit. Selbst ein Dreijähriger hat das Prinzip schnell raus: Aufsatteln, Füße auf den Boden, Hände ans Lenkrad und dann so lange wild strampeln, bis eine tiefe Macke in die wertvolle Standuhr aus Massivholz gerammt ist. Und weil es so schön war, gleich nochmal. Und zwischendurch immer schön die Hupe drücken. Sollen ja schließlich alle mitbekommen, wenn ein neuer Schumi geboren wird.

Doch irgendwann sind die Füße zu lang. Der rote Plastikhaufen mit den vier großen Rädern an den Ecken kommt in den Keller. Etwas Schnelleres muss her. Und vor allem etwas Cooleres. Für diejenigen, die niemals erwachsen werden wollen, gibt es jetzt das richtige Spielzeug. Ein Bobby Car für echte Männer. Im Hot-Rod-Design, mit fetten Walzen, Alu-Chassis und Elektro-Antrieb. Tim Taylor würde grunzen vor Glück.

Batterien reichen für 1,5 Stunden Fahrspaß

Der erste Design-Prototyp entstand aus vier Brocken Tonmaterial und einem alten Eimer Wandfarbe. "Wir waren gerade mit einem Facelift beschäftigt, als die Frage aufkam, wie wohl ein Bobby Car mit Hot-Rod-Flair für Erwachsene aussehen könnte", erklärt Designer Stephan Kühler die Grundidee. "Wenn ich damit die Leute zum Schmunzeln bringe, hat es sich schon gelohnt".

Die erste GFK-Form, das Alu-Chassis und die E-Technik konstruierte Kühler selbst. Bis auf den 750-Watt-Motor und die Steuereinheit sind alle Komponenten made in Germany. Das Fahrwerk stammt größtenteils aus dem Kartsport, die hinteren Räder aus dem Zubehörkasten für Strandsegler.

"Der Roddy soll nachhaltig sein. Wenn etwas kaputt geht, müssen Teile schnell und günstig verfügbar sein", erklärt Kühler. So wird der Motor beispielsweise nicht über Lithium-Ionen-Akkus gespeist, sondern mit vier Blei-Gel-Batterien versorgt. Die sind für 50 Euro zu haben und in sechs Stunden aufgeladen. Anschließend ist das Big Bobby 1,5 Stunden einsatzbereit.

E-Bobby Car mit 30 km/h Topspeed

Diese nutzen wir für eine ausführliche Probefahrt auf Privatgelände. Rechts hinter dem tief geschüsselten Hot-Rod-Lenkrad ist das Paddel für Gas, links die Bremse. Für Vorwärts- und Rückwärtsgang gibt es einen Kippschalter. Sogar an einen Zündschlüssel hat man gedacht.

Erste Herausforderung ist die Positionierung des Körpers auf dem 110 x 90 x 55 Zentimeter kleinen Mobil. Schließlich ist der Roddy "one size". Das menschliche Heck rutscht weit nach hinten in die Sitzschale. Die Beine müssen über die Front gestreckt, die Füße auf der breiten Fußraste platziert werden. Und letztendlich ist eine Wölbung der Wirbelsäule gefragt, um an das waagerecht eingebaute US-Hot-Rod-Lenkrad zu kommen.

Lautlos setzt sich das Auto mit dem Ziehen des Paddels in Bewegung und erreicht gemütlich Tempo 30 km/h. Überraschend komfortabel und geländegängig verhält sich das Fahrwerk. So kommt der Roddy auch auf tiefem Schotter mühelos und ohne Traktionsprobleme voran. Eine Herausforderung an den Fahrer stellt anfangs hingegen das Kurvenfahren dar, denn der Prototyp hat einen Wendekreis, der dem eines gängigen Pkw gleichkommt.

Bobby Car für 6.500 Euro

Die Komponenten aus dem Kartsport und der tiefe Schwerpunkt sorgen für reichlich Spaß während der Probefahrt. Seinen Wirkungsbereich soll das ausgetüftelte Spielzeug für Erwachsene im Einsatz auf Messen oder im Fahrerlager finden. Für 2011 hat Stephan Kühler bereits 20 Vorbestellungen für die rund 6.500 Euro teure Mischung aus Bobby, Hot Rod und E-Mobilität.

Momentan stehen 27 verschiedene Designvorschläge zur Auswahl. Doch jeder Roddy soll ein Unikat werden. "Wie bei den alten Ford möchte ich ihn eigentlich nur in Schwarz anbieten, damit jedem Käufer Spielraum für eigene Ideen bleibt", unterstreicht der studierte Designer. Den größten Kaufanreiz hat er aber mit dem niedlichen Design geschaffen. Ob nun das Fahren oder das Anschauen mehr Grinsen ins Gesicht zaubert - schwer zu sagen.

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