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Bosch

Arbeitsplatzabbau im In- und Ausland

Foto: ams

Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch wird derzeit massiv von den Absatzeinbrüchen der Autoindustrie getroffen und hat im Oktober und November Umsatzeinbrüche von 20 Prozent hinnehmen müssen. Um die Kosten zu senken, wird Bosch die Arbeitszeiten in der Autosparte senken und plant einen Arbeitsplatzabbau im In- und Ausland, der nach Informationen von auto motor und sport bei einer Größenordnung von bis zu 2.000 Mitarbeitern liegen könnte.

13.12.2008 Harald Hamprecht

"Bis September sah alles ganz ordentlich aus. Unser Geschäft mit Kraftfahrzeugtechnik lag Monat für Monat auf Vorjahresniveau oder sogar darüber. Der Oktober und der November sind aber beim Umsatz um ungefähr 20 Prozent ins Minus gerutscht. Und der Dezember wird noch mal schlechter werden",  sagte Automotive-Chef Bernd Bohr gegenüber auto motor und sport. "Wir erwarten zudem, dass das erste Quartal 2009 so läuft wie das letzte Quartal 2008. Wann die Konjunkturerholung kommt, ist offen. Wir haben jedoch die Hoffnung, dass sich die Marktschwäche nicht länger als zwölf Monate hinzieht."


Aufs Gesamtjahr 2008 gesehen rechnet Bohr mit einem Umsatzrückgang der Bosch-Autosparte: "2007 war der Umsatz unserer Automotive-Sparte weltweit um fünf Prozent auf 28,4 Milliarden Euro gewachsen. Dieses Jahr wird er sicher sinken - geschätzt um rund fünf Prozent. Wobei dieser Prozess einer hohen Dynamik unterliegt." In einem früheren Interview mit auto motor und sport im Juli dieses Jahres hatte Bohr noch angekündigt, dass die Autosparte für 2008 ein erneutes Umsatzplus von fünf Prozent erwarte.

Die Einbrüche werden auch Einfluss auf die ursprünglich geplante Umsatzrendite von sieben bis acht Prozent haben. "Ein Umsatzrückgang hat immer auch negativen Einfluss auf das Ergebnis. Auch Bosch-Unternehmenschef Franz Fehrenbach hat intern die Belegschaft bereits darauf hingewiesen, dass wir unsere Ziele 2008 für die gesamte Bosch-Gruppe verfehlen werden: Unser Umsatz wird voraussichtlich leicht unter Vorjahr liegen, und wir müssen beim Ergebnis spürbare Abstriche machen. Deswegen haben wir - gerade in der Automotive Sparte - unsere Spar-Anstrengungen jetzt noch mal erhöht: Wir fahren Investitionen in Maschinen und Einrichtungen herunter und verschieben Baumaßnahmen. Damit sparen wir einen deutlich zweistelligen Prozentsatz unserer Ausgaben ein."


Um die Kosten zu senken, werde Bosch Automotive die Arbeitszeit reduzieren und auch um einen Personalabbau nicht herumkommen. Bohr: "Unsere Arbeitszeitkonten sind inzwischen zum größten Teil ausgeschöpft und am unteren Anschlag. Wir haben relativ früh reagiert, schon die Sommerpause 2008 verlängert und damit verhindert, Bestände aufzubauen. In einigen Werken greift bereits die zweite Flexibilisierungsmöglichkeit aus unserem "Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung": Wir fahren die wöchentliche Arbeitszeit von 35 auf bis zu 30 Stunden herunter - bei linearer Anpassung des Entgelts. Für unsere Mitarbeiter sind solche Einkommenseinbußen bis zu 15 Prozent natürlich sehr schmerzlich, deswegen gehen wir hier mit großem Augenmaß heran. In einigen Werken haben wir aber auch schon Kurzarbeit. Und das wird sich in nächsten Monaten sicher verstärkt fortsetzen. Wir sehen es in diesem Zusammenhang als sehr positiv, dass die Bundesregierung die Kurzarbeiterzeit von sechs auf 18 Monate verlängert hat. Wir hoffen und erwarten, dass diese flexiblen Maßnahmen ausreichen, um den Sturm zu überstehen."

Dennoch werde es zum Arbeitsplatzabbau kommen. Bohr: "In einzelnen Werken haben wir allerdings auch strukturellen Anpassungsbedarf, den wir schon vor dem Einbruch gesehen haben. Dort werden wir Personalanpassungen wie geplant umsetzen." Über die genaue Anzahl wollte sich Bohr noch nicht äußern. Insgesamt hat die Bosch-Automotive-Sparte in Deutschland derzeit rund 66.000 Beschäftigte. Nicht nur Festangestellte sind von den Stellenstreichungen betroffen. "Zudem verlängern wir befristete Verträge in aller Regel nicht, so dass der Anteil der temporär Beschäftigten sich stark reduziert."

Auch im Ausland muss Bosch Arbeitsplätze streichen: "An Standorten im Ausland, wo wir nicht über solche flexiblen Arbeitszeitmodelle verfügen, werden wir vereinzelt zu betriebsbedingten Entlassungen greifen müssen." Im Moment rechne Bohr im Ausland "mit einer drei- bis vierstelliger Anzahl an Personen, die wir im letzten Quartal 2008 und ersten Quartal 2009 freisetzen müssen. Es kann mehr werden, je nachdem wie tief der konjunkturelle Einbruch noch wird."

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