Zulieferer Bosch: Optimismus trotz Umsatzrückgang

Bosch legte im Rahmen der Tokio Motor Show die aktuellen Bilanzzahlen für 2009 vor. Allein der Bereich der Kraftfahrzeugtechnik verbuchte einen Umsatzrückgang von 20 Prozent. In Japan musste das Unternehmen sogar Umsatzeinbrüche von 28 Prozent verkraften.

Die weltweite Krise geht auch an Bosch nicht spurlos vorüber. Für das gesamte Jahr 2009 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 15 Prozent auf 38 Milliarden Euro.

Bosch mit guter Auftragslage

Den Bereich der Kraftfahrzeugtechnik trifft es demnach besonders hart. Hier erwartet Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehemensbereichs Kraftfahrzeugtechnik, für 2009 ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ende des Jahres wird Bosch weltweit 270.000 Menschen beschäftigen, davon 7.500 in Japan, wo derzeit die Tokio Motor Show stattfindet. Das Gros der Mitarbeiter zählt hierbei zum Bereich der Kraftfahrzeugtechnik (160.000 Beschäftigte weltweit, 6.300 in Japan).

Trotz der derzeit schwierigen Ausgangslage sieht Bohr jedoch Licht am Ende des Tunnels. Insbesondere für das Automobilgeschäft sieht er klare Anzeichen einer Stabilisierung. Grund für den Optimismus sei die deutlich verbesserte Auftragslage der vergangenen Monate. Demnach konnte sich das Unternehmen wichtige Serienaufträge sichern. Bis man zurück zur alten Stärke gelange, könne es jedoch noch einige Jahre dauern: "Es könnte bis 2012 dauern, bis wir das 2007er Niveau wieder erreichen", so Bernd Bohr.

Drei Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung

Trotz der Umsatzeinbußen investierte Bosch im laufenden Jahr drei Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung von Kraftfahrzeugtechnik. Eine wichtige Herausforderung sieht Bohr demnach in der Reduzierung des Verbrauchs und der CO2-Emissionen von Verbrennungsmotoren. Hier sollen mittelfristig bis zu 30 Prozent Kraftstoff eingespart werden können. Insbesondere dem Dieselmotor sieht Bohr auf den asiatischen Märkten eine große Zukunft beschieden.

Darüber hinaus kommt dem Thema Hybridantrieb eine verstärkte Bedeutung zu. Hier will Bosch seine Aktivitäten weiter ausbauen und sieht insbesondere in den japanischen Großstädten ein großes Potenzial für die Hybridtechnologie. Bereits 2010 sollen die ersten Bosch-Hybridkonzepte im Porsche Cayenne Hybrid sowie im VW Touareg Hybrid in Serie gehen. Darüber hinaus knüpfte Bosch eine strategische Kooperation mit Peugeot. Hier werden die Deutschen elektrische Motoren sowie die Leistungselektronik für den Diesel-Hybrid zuliefern.

Lithium-Ionen-Zellen für BMW

Im Rahmen des Joint Ventures SB LiMotive arbeiten derzeit rund 400 Mitarbeiter an der Entwicklung von Lithium-Ionen-Zellen, die im kommenden Megacity-Vehicle von BMW zum Einsatz kommen werden. Die Serienfertigung der Energiespeicher soll 2011 beginnen. Nach Aussage von Bernd Bohr haben auch andere Automobilhersteller Interesse an den Lithium-Ionen-Zellen von SB LiMotive bekundet. Daher rechnet Bohr mit wachsenden Stückzahlen: "Bis Ende 2012 werden wir die Kapazität der Zellenfertigung bis auf gut 600.000 Kilowattstunden ausgebaut haben", so Bohr.

Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld eröffnet sich für Bosch auf dem Gebiet der Fahrzeugsicherheit. In Japan sind nur 34 Prozent der Neufahrzeuge mit ESP ausgestattet. Bis 2014 soll dieser Anteil kontinuerlich auf 67 Prozent gesteigert werden. Der derzeitige Marktanteil von Bosch auf dem japanischen ESP- und ABS-Markt liegt nach Angaben von Bernd Bohr bei 24 Prozent. Außerhalb Deutschlands ist Japan der größte Bosch-Entwicklungsstandort für Bremsregelsysteme. So hat das Unternehmen seine Standorte in Yokohama und Memanbetsu jüngst mit Investitionen in Höhe von 7,8 Milliarden Yen weiter ausgebaut. In Asien arbeiten derzeit mehr als 30 Prozent der Kraftfahrzeugtechnik-Entwickler von Bosch.

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Manuel Dohr

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