Auto-Krise: Bosch schließt Stellenabbau nicht aus

Bosch Boss Bernd Bohr

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch stellt sich auf eine anhaltende Flaute in der Branche ein und schließt einen weiteren Stellenabbau nicht aus. "Wir wollen unsere Mannschaft in diesen Krisenzeiten so weit wie möglich an Bord halten", sagte der Chef der Automobilsparte, Bernd Bohr, am Dienstag (16.6.) in Boxberg.

Wenn sich das Geschäft des Stuttgarter Elektrokonzerns aber nicht bald stabilisiere, seien im dritten Quartal Maßnahmen erforderlich. "Es wird nicht schlechter. Aber wir sehen auch keinen gravierenden Trend nach oben", begründete Bohr die Ankündigung.

Umsatz im ersten Quartal 35 Prozent unter Vorjahr

Bosch mache vor allem der Markt in Europa zu schaffen, sagte der Vorsitzende der Sparte Kraftfahrzeugtechnik. Im ersten Quartal habe der Umsatz um 35 Prozent unter dem Vorjahr gelegen. Auch im Mai ging der Umsatz nach Angaben des Managers um bis zu 30 Prozent gegenüber den Erlösen von 2008 zurück. Wegen der anhaltend schwachen Entwicklung sei die Jahresumsatz-Prognose für den Geschäftsbereich nach unten geschraubt worden. Statt mit einem Minus von 15 Prozent werde nun mit einem 20-prozentigen Rückgang kalkuliert. Ausgangspunkt der Planung seien Berechnungen, dass die weltweite Autoproduktion voraussichtlich bis zu 20 Prozent in diesem Jahr absinken werde.

Bosch rechnet erstmals mit roten Zahlen

Der Stuttgarter Elektrokonzern hatte bereits 2008 einen Erlösrückgang in der Sparte um fast sieben Prozent auf rund 26,5 Milliarden Euro verbucht. Bosch macht knapp 60 Prozent seines Konzernumsatzes mit der Kraftfahrzeugtechnik und rechnet 2009 erstmals in der Nachkriegszeit mit roten Zahlen. Als Reaktion auf die Auto-Krise hat sich Bosch im Ausland bereits von 3.000 Mitarbeitern getrennt. Ende April lag die Zahl der Beschäftigten mit Kurzarbeit bei 93.000 weltweit. Zudem müssen zehntausende Mitarbeiter auf einen Teil von Sonderzahlungen verzichten oder länger auf Lohnerhöhungen warten.

Nach Einschätzung des Managers werden alternative Antriebe wie das Elektroauto in absehbarer Zeit noch nicht zu einem Wachstumstreiber werden. "Der Weg dorthin ist mindestens so schwer wie der Ausweg aus der derzeitigen Krise." Das Elektroauto werde anfangs in kleinen Stückzahlen in Nischen auf die Straße kommen und erst nach 2020 deutlich wahrnehmbar sein. Die größten Chancen lägen vor allem in den dicht besiedelten Regionen Asiens sowie in amerikanischen und europäischen Metropolen. "Weltweit rechnen wir 2015 mit einem Absatz von rund 500.000 Elektroautos", sagte der Manager.

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dpa/hwi

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