Spätestens nach der ersten Befreiungsaktion neigen die Reisenden zu einer forscheren Fahrweise. Doch Gerold warnt: "Passt auf die Dornen auf, die sind stabiler als die Reifen." In der Tat: Die bis zu fünf Zentimeter langen Selbstverteidigungsanlagen der Büsche zwingen wenige Minuten später einen Defender der Gruppe, mit einem Platten anzuhalten. Doch was wäre eine Safari ohne Pannen? Nach zwei Tagen im Busch ohne Duschen sind die Geländewagen-Besatzungen ohnehin von einer Staubschicht überzogen. Fein wie Puderzucker ist der graue bis gelbliche Stoff. Die Luft riecht und schmeckt danach.
Freie Sicht ist wichtig, will man die Tierwelt erleben
Immer größer wird der Abstand zwischen den Fahrzeugen. Wer dem Vordermann zu nah kommt, wird eingenebelt. Doch freie Sicht ist wichtig, will man die Tierwelt erleben. Die sammelt sich gegen Ende der Trockenzeit vornehmlich an den wenigen Wasserlöchern. Oder im Bereich des Okawango-Flusses. Der Strom bildet im Norden Botswanas inmitten der Kalahari-Wüste eine rund 20.000 Quadratkilometer große fruchtbare Oase. Der Film "Die lustige Welt der Tiere" wurde einst hier gedreht.
Begegnungen mit der Tierwelt fast garantiert
Am Ufer sind Begegnungen mit der Tierwelt fast garantiert. Mitunter fühlt man sich an einen Safari-Park in Europa erinnert. Paviane huschen vor dem Discovery in letzter Sekunde über den Weg. Am anderen Flussufer plantschen Elefanten im Wasser. Ein paar Meter weiter durchbrechen immer wieder kleine glänzende Inseln die Oberfläche. Beim Näherkommen entpuppen sich die Gebilde als Köpfe und Rücken von Nilpferden. Charly mahnt per Funk zur Vorsicht: "Wenn ihr für ein Foto aussteigen wollt, achtet darauf, dass ihr nicht zu nahe am Wasser seid und immer das Auto als Deckung nutzt." Nilpferde, so erfahren wir, sind für die meisten tierbedingten Todesfälle verantwortlich. Wer die mächtigen Hauer der knuffig wirkenden Fleischklöpse gesehen hat, zweifelt daran keine Sekunde.
Affen-Nachbarn neigen zu Kleptomanie und Schabernack
Bei allem Hang zum Abenteuer sind die Reisenden nicht traurig, als sie abends das Xakanaxa-Camp ansteuern. Hinter dem schwer aussprechbaren Namen verbirgt sich eine noble Unterkunft im Safari-Stil. Statt in festen Gebäuden nächtigen die Gäste in geräumigen, auf Holzplattformen stehenden Zelten, die wie Hotelzimmer eingerichtet sind. Selbst ein Badezimmer ist inklusive. Dessen Seitenwände reichen bis knapp über den Kopf, darüber ist ein ein Meter breiter Spalt bis zum Dach offen. Waschutensilien, so die eindringliche Warnung, solle man nachts besser in den textilen Innenraum nehmen - die Affen-Nachbarn neigen zu Kleptomanie und Schabernack.


