Botswana im Land Rover Discovery: Staub-Pilot

Wen Reservate in Afrika zu sehr an Zoos erinnern, ist in Botswana richtig. Um Löwe und Co zu erleben, muss man hier staubige Pisten bewältigen. Auf Pirsch im Land Rover Discovery.

Zehn Stunden auf feinsandigen Pisten im Moremi-Park im Nordwesten Botswanas zehren an den Kräften. Das Antilopenfleisch vom Grill ist verspeist, und das Lagerfeuer knistert gemütlich unter dem klaren Sternenhimmel. Doch die Besatzungen der sieben Geländewagen wollen nun nur noch in die Dachzelte, schließlich müssen sie morgen vor Sonnenaufgang wieder raus. Plötzlich zerreißt ein Ruf die Stille: "Leute, hier ist ein großes Tier. Es beobachtet mich." Fotograf Craig Pusey steht wie versteinert im Dunkeln außerhalb der Wagenburg, bewaffnet mit Taschenlampe und Zahnbürste. Als die Teilnehmer der Land Rover Experience Reise mit Scherzen reagieren, wird sein Rufen eindringlicher. "Ernsthaft. Es ist groß, es beobachtet mich, und es ist sehr nah." Spätestens jetzt dämmert der Truppe, dass dies keine humoristische Einlage des Briten ist. Die Lichtkegel einer Handvoll Taschenlampen tasten sich durch den kahlen Wald. Da - knapp außerhalb der Reichweite der Leuchten ist etwas. Zwei smaragdgrüne Augen funkeln der Reisegruppe aus der Dunkelheit entgegen. Nach der ersten Schrecksekunde verabschieden sich die Teilnehmer mit einem kurzen "Gute Nacht" eilig in die Sicherheit der Dachzelte, zwei Meter über dem Getier.

Auf Safari ist man grundsätzlich per du

Fahles blaues Licht kündigt den Sonnenaufgang an. Auf dem Lagerfeuer köchelt der Kaffee, als die Offroader-Besatzungen aus den Zelten klettern. Karl Hermann Katsch - da man auf Safari grundsätzlich per du ist, kurz Charly - kümmert sich um das leibliche Wohl der Gruppe. Die interessiert sich aber zuerst für den nächtlichen Besucher. Zusammen mit dem zweiten Tourguide, dem 70-jährigen Gerold Sentefol, stapft sie durch den fast weißen Sand. Die Mopane-Bäume sind kurz vor Ende der Regenzeit kahl. Rote, vertrocknete Blätter umgeben die hellen Stämme. Gerold ist ein wandelndes Naturlexikon. In Namibia aufgewachsen und 37 Jahre als Tourguide unterwegs, kommt er jedem nächtlichen Besucher, ob Ameise oder Elefant, auf die Schliche. Schnell hat er die Fährte gefunden: "Hyäne. Eine große sogar. Ziemliche Feiglinge, gefährlich werden kann es nur, wenn sie dich schlafend erwischen, dann beißen sie schon mal zu. Doch im Dachzelt sind wir ja sicher." Beruhigend.

Gefühlvoller Umgang mit dem Gaspedal

Nach dem Frühstück geht es weiter durch den Moremi-Park. Die Landschaft wirkt auf langen Strecken eintönig. Die gerade mal fahrzeugbreite Sandpiste zieht sich schier endlos durch den Wildpark. Den Fahrern der Land Rover Discovery verlangt der Untergrund trotz des intelligenten Terrain-Response-Allradsystems einen gefühlvollen Umgang mit dem Gaspedal ab. Immer wieder geraten die grobstolligen Reifen in extrem weichen Untergrund. Wer hier zu wenig Schwung mitbringt, läuft Gefahr, sich festzufahren. Dann heißt es für den Vordermann: Rückwärtsgang einlegen und zurück zum Unglücksraben. Bei Temperaturen von über 40 Grad im kaum vorhandenen Schatten wird das Freischaufeln zur schweißtreibenden Angelegenheit. Doch erst wenn die Räder vom Sand befreit sind, macht ein Schleppversuch Sinn. Zu groß ist die Gefahr, dass sich der Retter ebenfalls einbuddelt.

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René Olma

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