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Bowlus Road Chief

Renaissance für einen Kult-Trailer

Bowlus Road Chief Foto: Bowlus Road Chief LLC 20 Bilder

Wohnwagen mit Aluminiumhülle haben in Amerika Kult-Status. Mit dem Bowlus Road Chief feiert nun ein echter Klassiker sein Comeback.

03.03.2014 Thomas Gerhardt

Die Geschichte des windschnittigen Bowlus beginnt bereits im Jahr 1934. Hawley Bowlus, Pilot, Fluggeräte-Designer und Erbauer der Spirit of St. Louis, jenem berühmten Flugzeug mit dem Charles Lindbergh der erste Non-Stop-Flug über den Atlantischen Ozean gelang, ist der Erfinder dieses glänzenden Wohnanhängers. Kaum verwunderlich also, dass die Trailer mit ihrem aerodynamischen Design fast wie ein Flugzeug aussehen – nur eben ohne Flügel.

Seiner Zeit weit voraus war der Bowlus Road Chief aber nicht nur wegen seines Designs. Inklusive Einbauküche, Betten und der weiteren Einrichtung brachte der Trailer nicht einmal 600 Kilogramm auf die Waage. Ein Leichtgewicht also, dass auch von den Autos der damaligen Zeit mühelos und einigermaßen ökomisch gezogen werden konnte. Ein reißender Absatz des Wohnwagens war seinem Macher allerdings nicht vergönnt. Bereits 1936, zu Zeiten der Großen Depression, musste Bowlus die Produktion nach nur 80 gebauten Trailern wieder einstellen.

Aus Bowlus wurde Airstream

Die Idee durfte jedoch weiterleben. Noch im selben Jahr wagte ein ehemaliger Mitarbeiter von Bowlus einen Neustart und entwickelte einen ganz ähnlichen Trailer - den heute weltweit bekannten Airstream. Während der Airstream über die Jahre zum Kult reifte (mittlerweile gibt es auch einen Europa-Vertrieb), geriet der Bowlus Road Chief immer mehr in Vergessenheit.

Gänzlich von der Bildfläche verschwunden ist der spiegelnde Caravan aus den 1930er Jahren allerdings nicht. Rund die Hälfte der 80 gebauten Exemplare sind in Sammlerhand, viele sogar noch auf der Straße unterwegs. Einer davon gehört John Long, einem Unternehmer im Bereich Finanzdienstleistungen. Mit ihm soll die Geschichte des Bowlus Road Chief nun seine Fortsetzung finden.

Neuer Bowlus Road Chief wiegt rund 900 Kilo

Der in Kanada geborene Design-Liebhaber und Sammler von automobilen Raritäten erwarb seinen Bowlus vor vielen Jahren, restaurierte ihn, lernte ihn kennen, zog mit ihm und seiner Frau Helena durchs Land. Auf ihren Reisen sorgte das Paar mit dem auffälligen Wohnwagen immer wieder für Begeisterung, viele wollten sich den Bowlus Road Chief genauer ansehen. Die Nachfrage schien groß zu sein. Als Folge trafen John und seine Frau Helena Mitchell 2010 den Entschluss, sich die Markenrechte zu sichern und dem zeitlos schönen Trailer neues Leben einzuhauchen. Ende 2012 wurde der erste Prototyp fertiggestellt. An vier weiteren Exemplaren wird mittlerweile schon fleißig geschraubt.

Schon vor dem Bau des ersten Prototyps stand für die beiden fest: am Design des Original wird so wenig wie möglich verändert. Unterschiede des neuen Bowlus Road Chief sind lediglich an den Fenstern, der Tür und veränderten Dimensionen erkennbar. Der Neue ist 7,20 Meter lang und 2,16 Meter hoch, besitzt keinen Stahlrahmen wie das Original, sondern einen Aluminiumrahmen und bringt gut 900 Kilogramm auf die Waage.

Individualität für 100.000 Dollar

Das Mehrgewicht des neuen Bowlus Road Chief resultiert aus besserer Technik und der noblen Innenausstattung. Hier findet sich alles, was das Camperherz begehrt: Eine Schlafkabine mit teilbarer Latexmatratze und Bettwäsche aus Leinen, eine Nasszelle mit Dusche, WC und edlem Teakholz-Boden, eine Sitzgruppe mit Lederbezug und herausnehmbarem Holztisch und eine Küche mit Aluminiumschränken, Spülbecken, Herdplatte und Mikrowelle. Eine Klimaanlage und mehrere Ventilatoren, ein Solarmodul auf dem Dach, fest installierte Stromanschlüsse und LED-Lampen bringen den Innenraum auch technisch auf den aktuellen Stand der Zeit.

Gebaut wird der Bowlus Road Chief ausschließlich in Handarbeit. Das hat natürlich seinen Preis. 100.000 Dollar möchte John für einen voll ausgestatteten Trailer haben. Mit Luft nach oben, denn individuelle Kundenwünsche sollen so gut es geht berücksichtigt werden – sogar wenn es darum geht, dass länderspezifische Auflagen erfüllt werden sollen.

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