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Boykott in China

Kaufverweigerung belastet Nissan und Co.

Nissan Logo Foto: SB-Medien

Die anti-japanische Stimmung in China und die europäische Absatzkrise belastet die japanischen Autobauer. Nachdem bereits Toyota seine Erwartungen nach unten korrigierte, schraubt Nissan die Prognose ebenfalls herunter.

06.11.2012 dpa

Für das am 31. März endende Geschäftsjahr rechne der Konzern mit einem weltweiten Absatz von 5,08 statt 5,35 Millionen Autos, teilte Nissan mit. Im Geschäftsjahr 2011/2012 hatte Nissan durch die Folgen der Tsunami- und Atom-Katastrophe einen Dämpfer erhalten und gut 4,8 Millionen Wagen abgesetzt.

Im Gegensatz zu Toyota kappte Nissan bei der Vorlage der aktuellen Quartalszahlen aber auch seine Gewinnziele. Unter dem Strich erwartet der Konzern nun 320 Milliarden Yen (3,1 Mrd Euro) Überschuss, nach bislang 400 Milliarden. Das wären sogar sechs Prozent weniger als im Katastrophen-Jahr 2011/2012. Toyota hatte seine Gewinnerwartungen wegen guter Fortschritte bei der Kostenersparnis sogar leicht erhöht.

Weltweiter Absatz unter ursprünglichen Erwartungen

Die größten Absatzkorrekturen nahm Nissan mit minus 13 Prozent bei den Planungen für China vor, wo das Unternehmen im ersten Halbjahr noch ordentlich zugelegt hatte. Dort werden aber seit September japanische Produkte von vielen Chinesen boykottiert, weil beide Staaten um eine unbewohnte Inselgruppe im Pazifik streiten. Im Oktober sei der Absatz in China dadurch bereits um gut 40 Prozent gesunken. Allerdings schraubte Nissan die Erwartungen in allen Weltregionen nach unten. Für Europa rechnet der Konzern mit 5,6 Prozent weniger Verkäufen als bislang geplant. Der weltweite Umsatz werde mit 9,8 Billionen Yen knapp fünf Prozent unter den ursprünglichen Erwartungen liegen.

Unterdessen will sich Japans Kleinwagenspezialist Suzuki weitestgehend aus dem wichtigen US-Markt zurückziehen. Das Unternehmen wolle für seine US-Sparte Konkursantrag stellen und sich vom dortigen Automarkt zurückziehen, kündigte der Konzern an. Künftig wolle sich Suzuki in den USA auf den Verkauf von Motorrädern, Geländefahrzeugen und Außenbord-Bootsmotoren konzentrieren. Bis zum 30. September seien im US-Geschäft 346 Mio US-Dollar (240 Mio Euro) Verbindlichkeiten aufgelaufen.

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