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BP kauft Aral

Jetzt wird´s eng auf dem Tankstellen-Markt

autouniversum - Durch den Verkauf von Veba Oel und Aral an BP gibt es in Deutschland nur noch zwei große Mineralölkonzerne.

16.07.2001

Der deutsche Mineralölmarkt wird in diesem Jahr völlig neu sortiert. Vor vier Monaten kündigte der Shell-Konzern den Einstieg bei der DEA an, heute folgte BP mit der Übernahme des ehemaligen Veba-Ölgeschäfts und damit der Tankstellenkette Aral. Wenn die deutschen und europäischen Kartellbehörden die beiden Großdeals durchgehen lassen, erreichen Shell und BP in Deutschland mittelfristig einen Marktanteil von 50 Prozent. Der nächstgrößere Wettbewerber Exxon-Mobil, immerhin das größte Unternehmen der Welt, sähe mit zehn Prozent Marktanteil dagegen ziemlich klein aus.

Veba wird im BP-Verbund ein starke Rolle spielen

Die Branche ist sowohl in Europa als auch weltweit von einer Fusionswelle geprägt. In der Vergangenheit haben bereits Exxon und Mobil fusioniert, BP, Arco und Amoco sowie Total, Fina und Elf. Mit der DEA-Mutter RWE und der E.ON-Gruppe verabschieden sich die deutschen Großunternehmen aus der Mineralölwirtschaft, die maßgeblich von kapitalstarken und multinationalen Konzernen geprägt wird. Das Oligopol, die Marktbeherrschung durch wenige große Unternehmen, wird enger.

"Die DEA ist auf längere Sicht zu klein, um einer Verschärfung des Wettbewerbs mit den Oil Majors auf dem deutschen Markt standzuhalten", hatte RWE-Chef Dietmar Kuhnt in aller Offenheit gesagt. Sein Kollege Ulrich Hartmann drückte den gleichen Sachverhalt für Aral etwas positiver aus: "Im BP-Verbund wird Veba Oel als starkes Standbein im größten Mineralölmarkt Europas eine wichtige Rolle spielen."

4.000 Tankstellen zuviel in Deutschland

Der deutsche Markt ist für die Ölwirtschaft ein schwieriges Pflaster. Zum einen schrumpft der Benzinmarkt von Jahr zu Jahr - allein im ersten Halbjahr 2001 bei Otto-Kraftstoffen um acht Prozent. Zum anderen sind nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) rund 4.000 Tankstellen zu viel im Markt: das ist ungefähr jede vierte Station. Die Folge ist ein intensiver Wettbewerb, der allein im vergangenen Jahr zu Verlusten von rund einer Milliarde Mark an den Tankstellen führte.

BP wird aus dem Straßenbild verschwinden

Für den Autofahrer ändert sich zunächst nicht viel. Die Marke BP wird aus dem Straßenbild verschwinden und die Tankstellen als Aral-Stationen weitergeführt. Shell/DEA und BP/Aral werden zudem doppelte Standorte aus dem Tankstellennetz entfernen und Stationen schließen, ohne das bereits das genaue Ausmaß absehbar ist. Ob die Benzinpreise steigen, ist nach den Einschätzungen aus der Branche schwer abzuschätzen. Zum einen verringert sich die Intensität des Wettbewerbs, zum anderen sind nach wie vor viele preisaggressive Billig-Anbieter wie Supermärkte und Möbelhäuser am Markt, die den Spielraum für Preiserhöhungen begrenzen.

Das geplante Krisenkartell der Branche, über das seit einem Jahr die Verbände, das Bundeskartellamt und das Wirtschaftsministerium beraten, rückt erst einmal in die Ferne. Die Branche soll einen Milliardenbetrag aufbringen, um Tankstellenpächtern sozialverträglich den Ausstieg aus dem Geschäft zu ermöglichen. Durch die Fusionen wird es nun ohnehin zu einer Bereinigung des deutschen Tankstellennetzes kommen.

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