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Bremen Classic 2009

Der Mauerfall in Bremen

Foto: Bremen Classic Motorshow 21 Bilder

Die Interessengemeinschaft Wartburg Trabant Barkas hat seine Präsentation zum Thema 20 Jahre Mauerfall in den Bremer Messehallen über ein Jahr vorbereitet.

04.02.2009 Powered by

Eine mehr als drei Meter hohe Mauer, Schilder weisen auf den Grenzsperrbezirk hin - eine Szene wie an der deutsch-deutschen Grenze noch vor 20 Jahren. Sandsäcke, originale Transit-Visa und ein Trabant-Kübel der DDR-Grenztruppen vervollständigen das Bild eines überwundenen Kapitels der deutschen Geschichte.

Die Kulisse stammt nicht aus einem Wachsfigurenkabinett oder einem Museum, sondern wird für dieses Wochenende zur Oldtimermesse Bremen Classic Motorshow aufgebaut.

300 bis 500 Arbeitsstunden stecken in der Dekoration


Etwa 300 Mitglieder zählt der Verein, in dem bundesweit Fans der alten Autos aus den Fahrzeugschmieden der DDR organisiert sind. "Wir haben zwischen 300 und 500 Arbeitsstunden investiert für den Stand", sagt der Vereinsvorsitzende Frank Schwardtmann aus Schwanewede bei Bremen. "Wir haben viele Originalteile besorgt wie ein Sperrbezirk-Schild, Stempel, Uniformen und die Transit-Visa."

Zum Beginn der Oldtimermesse müssen die Vereinsmitglieder fünf Tonnen Material in die Hallen schaffen. Neben 30 Gehwegplatten, Bordsteinkanten, 50 Sandsäcken müssen auch ein 4,5 Meter hoher Lampenmast und die aus einem Holzgerüst, Rigipsplatten, Spachtelmasse und Farbe gebaute Nachbildung der Grenzmauer herangeschafft werden. Zur Probe baute die Interessengemeinschaft den gesamten Stand bereits einmal in einer Bremer Fabrikhalle auf.

Der Vereinsvorsitzende besitzt 18 DDR-Fahrzeuge

Der Verein nimmt bereits zum sechsten Mal an der Classicshow teil und hat mit "Bühnenbildern" wie einer DDR-Dorftankstelle oder einer Unfallszene auch schon Preise gewonnen. Die Faszination für die kleinen Autos aus DDR-Zeiten hat den 37 Jahre alten Schwardtmann bereits 1991 gepackt. Heute hat er 18 Fahrzeuge. "Die Leute, die sich im Westen damals so ein Auto gekauft haben, hatten entweder Spaß daran oder kaum Geld."

Für Schwardtmann liegt die Faszination woanders. "Ich brauche kein Radio, ich habe den Motor", schwärmt er von den PS-schwachen Fahrzeugen. Selbst sei er mit seiner Familie schon von Flensburg nach Barcelona gefahren, mit einem Dachzelt, wie im Film "Go Trabi Go", als Schauspieler Wolfgang Stumph mit seinem Trabant "Schorsch" auf den Spuren Goethes in Italien unterwegs war.

Den Ingenieur einer Bremer Maschinenfabrik verbindet jedoch nicht nur seine Vorliebe für die alten DDR-Autos mit der deutsch-deutschen Vergangenheit. Seine Mutter wurde 1967 mit Hilfe einer Fluchthilfeorganisation über Bulgarien, Jugoslawien, Österreich nach Westdeutschland geschleust. "Mein Vater hat damals gesagt, das ist die teuerste Frau, die ich mir leisten kann." Seine Mutter habe sich an jeder Grenze in einem Versteck zwischen Radkasten und Armaturen in einem amerikanischen Straßenkreuzer verstecken müssen.

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