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Brennende Autos in Berlin

Innenminister fordert Durchgreifen

Ausgebranntes Auto Foto: dpa

Auch in der fünften Nacht in Folge zünden Brandstifter in Berlin wieder Autos an. Die Diskussion über notwendige Konsequenzen weitet sich aus. Nach der Bundeskanzlerin hat sich jetzt ihr Innenminister eingeschaltet.

22.08.2011 dpa

Wegen der anhaltenden Serie von Auto-Brandstiftungen in Berlin werden die Rufe nach harten Konsequenzen für die bislang unbekannten Täter lauter. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) mahnte am Samstag (20.8.) ein scharfes Durchgreifen an. In der Nacht zuvor standen in verschiedenen Stadtteilen Berlins wieder drei Autos und ein Motorrad in Flammen. Innenminister Friedrich bezeichnete die nächtliche Brandserie als sehr beunruhigend. "Deswegen plädiere ich für ein hartes und konsequentes Vorgehen gegen diese Art von Kriminalität." Durch Fahndungserfolge und klare Urteile müsse deutlich gemacht werden, "dass sich die Bürger das nicht gefallen lassen". Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Donnerstag bereits besorgt über die Brandstiftungen geäußert.

Sachschaden beträgt 300.000 Euro

Seit der Nacht zum Dienstag sind in Berlin bereits rund 70 Fahrzeuge in Flammen aufgegangen. Inzwischen findet die Berliner Brandserie offenbar auch Nachahmungstäter in Sachsen. In Chemnitz wurden in der Nacht zum Samstag innerhalb von drei Stunden sechs Brände gelegt. Acht Autos und ein Lastwagen wurden zum Teil schwer beschädigt, der Sachschaden beträgt 300.000 Euro.  Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte im rbb-Inforadio: "Kriminalität darf nicht durchgelassen werden, egal von wem sie ausgeübt wird." Er wies unterdessen Vergleiche mit den Londoner Krawallen oder Ausschreitungen in den Pariser Vororten zurück. "Das wäre eine völlige Überhöhung der Dinge, die hier passieren."

Gleichzeitig nahm Wowereit die Polizei in Schutz und verwies auf die schwierige Suche nach den Brandstiftern. "Wir haben ein völlig undefiniertes Täterprofil." Bundesinnenminister Friedrich sagte Berlin die Unterstützung des Bundes zu. Sollte Not am Mann sein, sei die Bundespolizei zur Hilfe bereit. Allerdings sei es nicht möglich, dass der Bund dauerhaft Defizite in einzelnen Bundesländern ausgleicht.

Stärkere Polizeipräsenz notwendig

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, hält angesichts der Anschlagsserie eine stärkere Polizeipräsenz für notwendig. "Erstens brauchen wir mehr Polizei auf der Straße", sagte er am Samstag in Berlin. Zum zweiten sei es aber auch wichtig, den Jugendlichen mehr Perspektiven zu geben. "Das sind junge frustrierte Leute", sagte Gysi über die Brandstifter. Ähnlich wie bei den jüngsten Krawallen in London handele es sich um Menschen, die keine Chancen in der Gesellschaft und keine beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten hätten und nicht beachtet würden. "Und dann verschaffen sie sich pubertär ein Machtgefühl."

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sieht neben der Polizei auch die Berliner Ordnungsämter in der Pflicht. Sie müssten ihre Mitarbeiter zu nächtlichen Patrouillen-Diensten verpflichten, um das Eigentum der Bürger zu schützen, sagte er der "Bild am Sonntag".

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