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Bridgestone entschuldigt sich bei Hamilton

Foto: Wolfgang Wilhelm 52 Bilder

Formel 1-Reifenlieferant Bridgestone hat erste Untersuchungsergebnisse des geplatzten rechten Vorderreifens von Lewis Hamilton bekannt gegeben. Danach führten in Istanbul viele unglückliche Faktoren zum Bersten des Gummis.

29.08.2007 Powered by

Bridgestone-Reifenchef Kees van de Grint führte der erste Weg bei den Monza-Testfahrten in die McLaren-Garage. Der Holländer entschuldigte sich bei Lewis Hamilton für den Reifenschaden beim vergangenen Rennen in Istanbul. Der WM-Spitzenreiter nahm es gelassen: "Das kann passieren, ihr könnt ja nichts dafür."

Extreme Belastungen vorne rechts

Bei einer Inspektion der ersten Reifensätze nach der Serie der ersten Tankstopps sahen Hamiltons Gummis nicht schlechter aus als die von Felipe Massa. Wegen der extremen Bedingungen zeigten jedoch viele Pneus Spuren von Beschädigungen. Tatsächlich hatte der McLaren-Pilot einfach nur Pech. Der rechte Vorderreifen war auf der Strecke von Istanbul extrem belastet. Besonders Kurve 8, ein 245 km/h schneller Linksbogen mit vier verschiedenen Scheitelpunkten, Kuppen und Senken, setzte dem Reifen hart zu.

Sieben Sekunden lang lag der Großteil der Last rechts vorne. Fast alle Piloten klagten über heftiges Untersteuern in der Highspeed-Kurve, was dem rechten Vorderreifen zusätzlich zusetzte. Bei dem Tempo wird ein Formel 1-Auto mit fast 1,5 Tonnen auf die Fahrbahn gepresst. Da auf dem 5,3 Kilometer langen Kurs mit minimaler Bodenfreiheit gefahren wird, ist der Federweg gleich null. Dazu kommt, dass mit wenig Radsturz operiert wird, womit die Außenseite der Lauffläche mehr Kräfte als üblich tragen muss. "Das ganze Auto federt praktisch nur über die Reifen", erklärt van de Grint.

Hohe Temperaturen mitverantwortlich

Die Hitze beim GP Türkei war ein zusätzlicher Killer. Der Asphalt glühte nach Bridgestone-Messungen mit 49 Grad. Es brannte regelrecht kleine Krater in die Gummifläche. Wenn an einem solchen Loch eine außergewöhnliche Belastung auftritt, kann es zum einem Riss führen. "Das kann ein Stein sein oder die Kante eines Randsteines, die unglücklich getroffen wird", vermutet van de Grint. Möglicherweise gab das Anbremsen von Kurve 9 dem vorgeschädigten Reifen den letzten Rest.

Als das Loch zur Bruchstelle wurde, löste sich die gesamte Lauffläche von der Karkasse, der Reifen rollte kurz auf dem Gürtel, bis er endgültig Luft verlor. Die Telemetrie zeigt, dass der Luftverlust nicht schlagartig auftrat. Beim Anbremsen von Kurve 9 meldeten die Sensoren einen stark verringerten Reifendruck. Hamilton hat das Reifenpech mindestens zwei WM-Punkte gekostet. Der Engländer glaubte nach dem Rennen, dass er Kimi Räikkönen sogar noch von Platz zwei hätte verdrängen können, "weil ich sechs Runden später getankt hätte als er."

McLarens Superstar wäre nicht der erste Formel 1-Pilot, den ein Reifenschaden den Titel kostet. Nigel Mansell verlor 1986 in Adelaide die Weltmeisterschaft, als bei 300 km/h ein Hinterreifen explodierte. Auch Mansell war Engländer.

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