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Buch-Geschenktipp

Lotus von Russell Hayes

Foto: Heel

Auf 176 Seiten mit 290 Abbildungen gibt Hayes einen Einblick in das Lebenswerk Colin Chapmans. Von der Gründung der Firma in den frühen Fünfziger Jahren, als Material und Maschinen knapp waren bis in die Gegenwart, in der immer noch viel vom Geist des großen Leichtbaufans in den Werkshallen zu spüren ist.

18.12.2007 Powered by

Hayes hangelt sich chronologisch an den wichtigsten Daten im Leben des 1982 verstorbenen Chapman und der Marke Lotus entlang. 1945 beginnt Colin Chapman sein ingenieurswissenschaftliches Studium in London, kurze Zeit später handelt er mit Gebrauchtwagen, bis das Benzin in England rationiert wird. Er verkauft seinen Bestand und ein einziges Auto bleibt übrig: Den Austin Seven will niemand haben. So nimmt sich Chapman des Kleinen an und baut ihn um, verbessert ihn – und vor allem holt er deutlich mehr Leistung aus dem Motor.

1948 nimmt er an Rennen teil und gründet 1952 Lotus. Wie der Name zu Stande kam, ist laut Hayes nicht gänzlich geklärt. Verschiedene Quellen behaupten, Lotus sei ein Kosename für Chapmans Frau Hazel gewesen, andere verweisen auf östliche Mystik. Einleuchtend klingt auch, das Lotus für Lot U/S stehen könnte. Mit Lot U/S (Lot Unsold) wurden auf dem Gebrauchtwagenmarkt Fahrzeuge gekennzeichnet, die noch zu haben waren.

Fahrzeuge und schwierige Eigentümerverhältnisse nach Chapmans Tod

Den größten Raum im Buch nehmen natürlich die Fahrzeugbeschreibungen samt Entstehungsgeschichte, sportlichen Erfolgen und Datentabellen ein. Die Eigenkonstruktionen wie Lotus Seven, Elite, Elan, Europa, Elite, Eclat, Esprit werden detailliert dargestellt. Auch die Ergebnisse von Kooperationen - Lotus-Cortina, Talbot Sunbeam Lotus, oder der auf der Inhaltsseite vergessene Lotus Omega – und die aktuellen Modelle Elise und Europa sind in der Chronik enthalten. Einigen Kapiteln sind kompakte Kaufberatungen und -hinweise angefügt. Im Anhang finden sich Lotus-Typnummernliste, ein Seitenblick auf die DeLorean-Geschichte und ein kurzer Abrisss zu den Rennwagen der Marke.

Ein kleiner Makel fällt auf: Die turbulenten Jahre seit Chapmans Tod 1982 bis zur 100-prozentigen Übernahme 1996 durch den malaysischen Konzern Proton werden leider nicht in einem eigenen Kapitel behandelt. Stattdessen sind Informationen über die Eigentümerverhältnisse in verschiedenen Textboxen und im Fließtext zu suchen.

Hayes bezeichnet die Zeit nach Chapmans Tod als die der "finanziellen Alpträume". Die finanziellen Hin- und Herschiebereien und die wechselnden Eigentümerverhältnisse setzen natürlich enormen Recherche-Aufwand voraus und die Ergebnisse könnten wohl ein eigenes Buch füllen.

Zwei Wünsche für eine eventuelle Neuauflage seien gestattet: Bitte eine chronologische Kurzübersicht in Tabellenform anfügen und der Eigentümergeschichte ein eigenes Kapitel widmen.

Insgesamt verdient "Lotus" von Russel Hayes eine dicke Empfehlung. Fans der Marke werden es sowieso erwerben – oder haben es auf den Wunschzettel geschrieben. Wer dem Charme der Marke und Fahrzeuge noch nicht erlegen ist, kann es dank diesen Buches werden. Als Geschenk zu Weihnachten mit Vorsicht zu genießen. Es besteht die Gefahr, dass der Beschenkte sich mit dem Buch zurückzieht und kaum noch ansprechbar sein wird.

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