Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Buchvorstellung

"Richtungswechsel: Eliten - Werte - Gestaltung"

Foto: ams

"Sind deutsche Eliten Eichhörnchen auf Koks? Oder Dauerpartygänger? Vielleicht Komödianten. Oder nur Populisten. Geschichtenerzähler und Blender? Ganz sicher nicht immer Vorbilder."
 

21.12.2009 Harald Hamprecht

So teasert Ex-Fiat-Deutschland-Chef Klaus Fricke in einem selbstgesprochenen Videotrailer sein Buch "Richtungswechsel" an, das vor Beispielen für Werteverfall - auch in der Automobilindustrie - nur so strotzt.

Klaus Fricke will die Wahrheit über unsere Eliten aufzeigen

Fricke ist Partner der Unternehmens- und Personalberatung Graf Lambsdorff und war zuvor unter anderem Vertriebs- und Marketingvorstand bei Smart und Fiat Auto weltweit. Der Autor hat insgesamt mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie - unter anderem als Boss der größten deutschen Automobilhandelsgruppe Emil Frey - und schreibt nun auf 250 Seiten mit mehr als 400 Quellenangaben über Eliten, Werte und Unternehmensführung. Der Autoexperte schaut über seinen eigenen Tellerrand und will "die Wahrheit über unsere Eliten" in Politik und Wirtschaft aufzeigen. Dabei schreibt der Bankkaufmann, Diplom-Betriebswirt und Ex-Geschäftsführer des Zulieferers KeiperRecaro auch darüber, wie werte-orientierte Führung in Unternehmen idealtypisch aussehen sollte.
 
Bei seiner Kritik - gerade bei der Schelte der Politiker - nimmt Fricke kein Blatt vor den Mund: "Das ernüchternde Ergebnis ist ein explosives Defizit gerade der politischen Eliten im Umgang mit den Werten. Auf der Suche nach den deutschen Superstars inszenieren sich Teile der Eliten gerne abseits ihrer eigentlich am Gemeinsinn ausgerichteten Aufgaben selbst und lassen sich zuweilen auch wie Popstars feiern." Damit nicht genug: Die politischen Eliten seien "nicht mehr Teil der Lösung von Staatsaufgaben, sondern zunehmend das Problem selbst" - aufgrund der zunehmenden Verstöße gegen gesamtgesellschaftliche Wertvorstellungen, die Verschwendung von Ressourcen der Bürger und der in der Politik zu beobachtende Mangel an ethischem Verhalten, Führungsverantwortung und Gestaltungswillen. Viele Politiker "wirken durch schlechtes Vorbild destabilisierend auf die Werteentwicklung und begründen auch deshalb unter anderem den Verfall der beiden großen Volksparteien."

Klaus Fricke unterstreicht seine Kritik mit Zahlen

Dabei unterfüttert Fricke seine Kritik auch mit sorgsam zusammen getragenen Fakten: "Sieht man einmal von den rund 400 Personen ab, die im DAX, M-DAX, S-DAX und TEC-DAX-Unternehmen im Vorstand sitzen, dann lässt sich feststellen, dass die rund 1.200 Berufspolitiker (mit zwischen 180.000 und 300.000 Euro) mehr verdienen als die Mehrheit der deutschen Führungskräfte der Wirtschaft, die in der Regel GmbH-Geschäftsführer sind und zwischen 150.000 bis 280.000 Euro einstreichen.“
 
Die an den Pranger gestellten Politiker und Manager werden dabei aber nicht immer beim Namen genannt, wie etwa der "schwäbische Automanager, der nach längerem USA-Aufenthalt die juristische Abteilung wochenlang damit beschäftigte, seine amerikanischen Schusswaffen nach Deutschland einzuführen". Oder der "Automanager, der als Mister Shareholder Value in die Geschichte eingehen wollte und durch seine fragwürdige weltweite Übernahmepolitik zwischen 30 und 60 Milliarden Euro an Aktionärskapital vernichtete."

Schlechte Beispiele werden beleuchtet

Fricke analysiert auch den Übernahmekampf zwischen VW und Porsche und tadelt dabei etwa die Wortgefechte zwischen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und IG-Metall-Führer Huber: "Diese neuen Dimension der öffentlichen Austragung firmeninterner Angelegenheiten wird der Entwicklung des Unternehmens einen großen Vertrauensschaden hinterlassen und gibt ein denkbar schlechtes Beispiel" Aber auch positive Beispiele weiß Fricke aufzuzeigen, wie etwa das Angebot der Opel-Händlerschaft ihren Konzern in der Krise finanziell zu unterstützen, obwohl "der Handel schon seit einigen Jahren selbst eine strukturelle und betriebswirtschaftliche Krise durchläuft."
 
Ein unterhaltsames und tiefgründiges Werk, das zum Nachdenken anregen sollte. Nicht nur in der Weihnachtszeit. Beobachter der Automobilbranche werden einige schwarze Schafe wieder erkennen, auch wenn diese namentlich erwähnt werden.
 
Wie Fricke sein Buch selbst beschreibt, lesen Sie hier.
 
Kaufen können Sie das Werk für 48,15 Euro hier.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden