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Bugatti Chiron (2016) in Genf

1.500 PS, W16-Motor und 2,85 Mio teuer

Bugatti Chiron Foto: Guido ten Brink/SB-Medien 71 Bilder

Jetzt ist es offiziell, auf dem Genfer Autosalon debütiert mit dem Chiron der Nachfolger des legendären Supersportwagens Veyron. Das Hyper-Car hat wieder einen W16-Motor, diesmal mit 1.500 PS. Eine Sammlung der Superlative ...

29.02.2016 Holger Wittich Powered by

Die Technik des Bugatti Chiron

Wie beim Veyron arbeitet auch im Chiron ein mächtiger Achtliter-W16 mit Abgasturboladern und Ladeluftkühlern als Mittelmotor, der seine Kraft auf alle vier Räder abgibt. Für die Kraftübertragung ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verbaut. Der Motor erhält statt der Multipoint-Injection gibt es eine Duplex-Kraftstoffeinspritzung mit 32 Einspritzventilen. So wird die Euro 6-Norm erfüllt.

In Sachen Leistung kommt der Bugatti Chiron auf 1.500 PS und ein maximales Drehmoment von 1.600 Nm. Als Top-Speed sollten nach Computersimulationen 463 km/h erreicht werden, nun gibt Bugatti 420 km/h an. Der Spurt von Null auf 100 Sachen soll in unter 2,5 Sekunden erfolgen. Über den Kraftstoffverbrauch kann nur spekuliert werden, er soll bei unter 20 Liter pro 100 Kilometer liegen, der CO2-Ausstoß bei rund 450 Gramm CO2 pro Kilometer.

Diverse elektronische Helfer werden den Kunden bei der Fahrt im brachialen und unter 2 Tonnen schweren Supersportlers mit Carbon-Chassis unterstützen. Außerdem ist ein Easy-to-Drift-Knopf an Bord, mit dem der Allrad-Chiron gewollt und kontrolliert Übersteuern darf. Die weiteren technischen Daten finden Sie in unserer Tabelle.

Bugatti Chiron Foto: Bugatti
Die Seitenansicht des Bugatti Chiron zeigt sich das c-förmige Hufeisen.
Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse: Die Frischluft-Krönung der Veyron-Schöpfung

Das Selbstverständnis des Bugatti Chiron

"Das Lastenheft für den Chiron lässt sich in einem Satz zusammenfassen und ist damit wahrscheinlich das kürzeste, das es je in der Automobilwelt gab: Wir machen das Beste spürbar besser", sagt Wolfgang Dürheimer, Präsident Bugatti Automobiles S.A.S. "Der Chiron wird in jeder Hinsicht neue Maßstäbe setzen. Wir werden weiterhin den leistungsstärksten, schnellsten, luxuriösesten und exklusivsten Serien-Supersportwagen der Welt bauen. Das ist der Anspruch Bugattis und unserer Kunden."

Das Selbstbildnis

Erstmals ging die doch sehr konservative VW-Luxus-Marke einen eher ungewöhnlichen Marketing-Weg und gab erste Hinweise auf der Design in Form eines virtuellen Rennspiel-Modells. Einige Design-Elemente des Bugatti Vision GT aus dem Sony Playstation-Spiel Gran Turismo zeigten nämlich die neue Formen- und Designsprache der Marke. Auf der IAA 2015 wurde der Spiele-Renner dann in voller Größe gezeigt.

Das Design des Bugatti Chiron Der Bugatti Vision GT hat einen Ausblick gegeben. Das Serienmodell orientiert sich also stark an der virtuellen Studie. Der Hufeisen-Kühler und das geschwungene "C" an der Seite sind die zentralen Designelemente. An der Front schauen rechts und links vier Voll-LED-Scheinwerfer böse drein. Die Schürze mit den großen Luftöffnungen und die Motorhaube mit seinen starken Sicken führen von dem Hufeisen-Grill den Blick weg. Dadurch entsteht schon im Stehen eine gewisse Dynamik. Kräftig ausgestellte Radhäuser mit 20 Zoll Rädern vorne und 21 Zöllern hinten geben dem Supersportler im Zusammenspiel mit der Zweifarbigkeit und dem abgesetzten "C" auch in der Seitenansicht seine Sportlichkeit.

Betrachtet man das Heck des Bugatti Chiron, so erscheinen hier die größten Unterschiede zur Vision-Studie. Hingucker ist das LED-Leuchtenband aus 82 einzelnen LED, das die weit geöffnete Heckschürze optisch zusammenhält. Ein Doppelrohrauspuff prangt in einem riesigen Diffusor. Ein schmaler Steg führt mittig nach oben über das Dach hinweg - zusammen mit zwei starken Karosseriesicken werden das schmale Heckfenster und das leicht überstehende Dach eingefasst ... darunter ist der W16-Motor zu sehen.

Der Innenraum

Auch hier zeigt sich das C-Element von der Seitenansicht wieder. Es strebt von der mächtigen Mittelkonsole zwischen den beiden Sportsitzen empor und mündet schwungvoll im Rückspiegel - begleitet von einem LED-Lichtband. Ansonsten zeigt sich das Interieur luxuriös aber puristisch. Große TFT-Bilderschirme? Fehlanzeige. Stattdessen hat Bugatti auf der Mittelkonsole den Schalthebel sowie vier metallene Drehknöpfe samt Mini-Display für Sitzheizung, Klimaanlage und Ventilation untergebracht - das wars. Der Fahrer hingegen greift in eine Multifunktions-Ledersportlenkrad mit Schaltwippen, Fahrmodus- und Start-Stopp-Knopf. Er schaut auf ein digitales Kombiinstrument, das von einem 500-km/h-Tacho dominiert wird.

Wer sich nicht nur am Sound des W16-Motor erfreuen kann oder will, für den hält der Chiron noch eine Musikanlage mit Ein-Karat-Diamenten in den vier Hochtönern bereit.

Bugatti Chiron Foto: Bugatti
Auch im Innenraum setzt sich das c-förmige Hufeisen in der Mittelkonsole bis über das Dach hin fort.

Der Preis

Vorab durften schon einige solvente Kunden den neuen Bugatti Chiron begutachten. Diese Vorvermarktung soll bereits über 120 Bestellungen generiert haben - immerhin, kostet der Bugatti Chiron 2,856 Millionen Euro – deutlich über 1 Million mehr als das nunmehr ausverkaufte Modell Veyron. Wer sich noch eine Chiron sichern will, muss mit einer Anzahlung von 200.000 Euro rechnen, bei der endgültigen Bestellung werden weitere 900.000 Euro fällig, den Rest zahlt der Kunde bei Übergabe.

Wie beim Veyron bleibt es bei der streng limitierten Auflage von 500 Exemplaren - pro Jahr verlassen 50 Fahrzeug die Manufaktur.. Das bedeutet, den Chiron wird es über die nächsten 10 Jahre geben. Alleine der Bau eines Modells dauert zwei Monate.

Der Name

Der Namensgeber des Bugatti Chiron ist Louis Alexandre Chiron, der gebürtige Monegasse fuhr in den 20er- und 30er-Jahren für Bugatti und konnte einige GPs für sich entscheiden, bevor er zu anderen Marken wie Alfa, Maserati und Mercedes wechselte. Eher unrühmlich war ein Vorfall 1949, als Chiron öffentlich auf einer Party in Monaco Hellé Nice - Rennfahrerin, Model und Tänzerin - der Kollaboration mit den Nationalsozialisten beschuldigte. Mit seiner Äußerung, die sich als unwahr herausstellte, hatte Chiron die Rennfahrerkarriere von Nice vorzeitig beendet. Chiron hat bis zu seinem Tod 1979 maßgeblich an der Ausrichtung der Grand Prix von Monaco mitgewirkt. Übrigens: Schon 1999 hatte Bugatti mit dem 18/3 Chiron eine Sportwagen-Studie präsentiert, die den Veyron vorwegnahm. Das Modell wurde seinerzeit von Fabrizio Giugiaro von Italdesign gezeichnet.

Bugatti Galibier Foto: Bugatti
Wurde nichts draus: Bugatti plante eine Limousine, doch mehr als die Studie Bugatti Galibier gab es nicht.

Die Zukunft des Bugatti Chiron

Klar ist jetzt schon, der Bugatti Chiron wird den gleichen erfolgreichen Marketingweg gehen, wie sein Vorgänger Veyron. Bedeutet: Vom Chiron wird es nicht nur einen offene Version geben, sondern im Verlaufe des Modellzyklus auch noch eine stärkere Version. Darüber hinaus lässt es sich Bugatti nicht nehmen, Sondermodelle nach speziellen Kundenwünschen aufzulegen.

Was wurde aus dem viertürigen Bugatti Galibier?

Der Bugatti Galibier, der 2009 als Studie präsentiert wurde, kommt leider über den Status eines Conceptcars nicht hinaus, auch wenn VW und Bugatti lange die Möglichkeit einer Serienfertigung aufrecht erhieltem. Schließlich kam es zum finalen Rettungsschuss: Ein viertüriger Bugatti würde, so der damalige Bugatti-Chef Schreiber, "die Kunden verwirren".

Bugatti Chiron
Motor 16-Zyl. W-Motor
Aufladung Abgasturbolader m. Ladeluftkühler
Antrieb Allrad
Getriebe 7-Gang Doppelkupplung
Hubraum 7.993 cm³
Leistung 1.500 PS / 1.103 kW bei (6.700 U/Min.)
Max. Drehmoment 1.600 Nm bei (2.000 U/Min.)
0 - 100 km/h < 2,5 Sek.
0 - 300 km/h 13,6 Sek.
V-max 420 km/h
Länge 4.544 mm
Breite 2.038 mm
Höhe 1.212 mm
Radstand 2.711 mm
Leergewicht 1.995 kg
Grundpreis 2.856.000 €
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