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Regierungspläne

Eine Million Elektro-Autos bis 2020

Foto: BMW 13 Bilder

Update ++ Das Elektroauto soll nach den Vorstellungen von Industrie und Bundesregierung schon bald im nächsten Jahrzehnt auf den Markt kommen. Bis 2020 sollten etwa eine Million Elektro-Autos das Bild in den Städten mitbestimmen.

23.04.2009

Das sagten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (beide SPD) bereits im November 2008 bei einer "Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität" in Berlin. Für 2030 seien mindestens fünf Millionen solcher Fahrzeuge zu erwarten, fügte Gabriel hinzu. Der Staat werde dazu seine Fördermittel erhöhen, kündigten auch die Ministerien für Wirtschaft und Forschung an. Von den angekündigten 500 Millionen Euro Fördermitteln der Bundesregierung übernimmt das Umweltressort 100 Millionen, wie es am Donnerstag (23.4.) mitteilte.

Vision Elektromobilität 7:00 Min.

VDA: Der Staat muss mehr tun

Erheblich mehr Forschungsmittel als angekündigt forderte der Verband der Automobilindustrie (VDA). "Der Staat muss mehr tun", sagte Verbandschef Matthias Wissmann. Der Autobauer BMW und der Stromkonzern Vattenfall stellten ihr gemeinsames Elektroauto-Projekt, den "Mini E", in Berlin vor.
           
Dort sollen von Frühjahr 2009 an 50 dieser Kleinwagen - auch als Antwort auf den "Smart Fortwo electric drive" von Daimler - in Berlin an den Start gehen. Dort wurde er jetzt von BMW und Vattenfall Europe als Projektpartner vorgestellt. Erprobt werden solle der mit "grünem Strom" fahrende Kleinwagen auch im Ausland, sagte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer: 50 Fahrzeuge im Großraum London und 500 in den USA. In Berlin sollen zunächst 50 Stromsäulen aufgestellt werden. Auch Kunden von der Vattenfall-Konkurrenz können sie nutzen. Das "Betanken" über den normalen Schuko-Stecker und mit Hilfe einer magnetischen Ladekarte wird dann über die Stromrechnungen dieser Konkurrenz-Anbieter abgerechnet. Der Ladevorgang, der auch an der Steckdose zu Hause möglich sein soll, dauert zweieinhalb Stunden.

Noch keine Langstrecken möglich


Reithofer betonte, dass das Fahrzeug wegen begrenzter Speicher-Möglichkeiten noch keine Langstrecken bewältige. Die Reichweite des "Mini E" liege bei maximal 250 Kilometern. Vattenfall-Vorstandschef Tuomo Hatakka sagte: "Vattenfall wird in dem Projekt erforschen, wie man erneuerbare Energien effektiv speichern kann im Netz." Erst in Verbindung mit Ökostrom "wird ein Elektroauto zum Nullemissionsauto", sagte Gabriel zum Verzicht auf jeglichen - für das Klima schädlichen - Kohlendioxid-Ausstoß. Die zentrale Frage bleibe die Speicherfähigkeit der Batterien, die nach Aussage von Alfred Oberholz, Vorstandsmitglied von Evonik Industries, bereits "Riesenfortschritte" macht.

Weg vom Öl


Laut Tiefensee führt das E-Fahrzeug auch "weg vom Öl". "Mit Elektroautos verringern wir die Belastung von Städten und Ballungsräumen mit Schadstoffen, Feinstaub und Lärm und steigern damit die Lebensqualität der Menschen." Daneben müssten für die Zukunft weiterhin auch andere Alternativen wie der Wasserstoffantrieb und die Brennstoffzelle erprobt werden. Ähnlich äußerte sich Wissmann, der allerdings vor überzogenen Erwartungen warnte. Es sei "klar, dass mindestens in den nächsten zehn Jahren der optimierte Verbrennungsmotor - Benziner ebenso wie Clean Diesel - noch das Rückgrat der individuellen Mobilität bleiben wird." Zu beachten sei, dass vorläufig entstehende Mehrkosten für Elektrofahrzeuge bei 10.000 Euro liegen könnten. Deutschland könne bei der Technologie Weltmarktführer werden. Das gehe aber nur, wenn die von der Bundesregierung angebotenen Forschungsmittel wie in Japan deutlich höher als 60 Millionen Euro kletterten.

Auch bei anstehenden Problemen der CO2-Reduzierung für die Autos mit Verbrennungsmotoren müsse der Staat mehr tun: Er sollte alle Autos mit einem geringeren Ausstoß als 120 Gramm CO2 pro Kilometer von der Steuer befreien. Hier müssten wesentlich größere Impulse gesetzt werden. Die Chefs der Energiekonzerne E.ON und RWE, Wulf Bernotat und Jürgen Großmann, bekräftigten ihre Mitwirkung bei der Stromversorgung der Autobatterien und bei intelligenten Messsystemen. Wind- und Sonnen-Energie, die nicht immer gleichermaßen verfügbar sind, könnten erstmals in solchen Batterien gespeichert werden. Damit komme man ein großes Stück voran.

Bei Elektroautos gehen E.ON und VW einerseits zusammen sowie RWE und Daimler andererseits. Auch der Osnabrücker Cabriospezialist und Autozulieferer Karman hat bereits eine Kooperation mit dem Stromversorger EWE in die Wege geleitet und einen ersten Entwurf für ein gemeinsames Elektroauto-Projekt präsentiert. Die Branche der Erneuerbaren Energien forderte die Autobranche auf, nicht mit den Kohle- und Atomstromerzeugern sondern mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität

"Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln", erklärte das Bundes-Umweltministerium. "Mit elektrischen Fahrzeugantrieben lassen sich verkehrsbedingte CO2-und Schadstoffemissionen senken - vor allem dann, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Wasser und Sonne stammt." Bei aller Konzentration auf Pkw soll auch der Kauf von Diesel-Hybrid-Bussen durch Kommunen eine Rolle spielen.

Gefördert werden soll künftig vor allem die Lösung des Problems der Stromzufuhr über Speicherbatterien und Steckdose. Das betrifft reine Elektroautos in der Zukunft ebenso wie die bereits weiterentwickelten Hybrid-Fahrzeuge mit parallelem Elektroantrieb und Benzinmotor.     "Da der Strom für elektrische Fahrzeugantriebe aus einer Vielzahl von Primärenergien gewonnen werden kann, macht man sich unabhängiger von Ölimporten und den stark schwankenden Preisen an der Tankstelle", hieß es im Ministerium (April 2009).

Elektromobilität mit großen Chancen

Damit biete die Elektromobilität gerade für die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie große Chancen. "Denn in den wichtigen Märkten weltweit ist eine zunehmende Verschärfung der Kohlendioxid (CO2)- und Abgas-Gesetzgebung zu beobachten. Und bei den Pkw-Käuferinnen und Käufern spielen die Betriebskosten eines Fahrzeugs nach den Erfahrungen mit den hohen Kraftstoffpreisen im vergangenen Jahr eine deutlich wichtigere Rolle." Niedrige Ölpreise könnten beim Anspringen der Welt-Konjunktur schnell wieder ansteigen.

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