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Buried Car

Tulsa gräbt aus

Foto: mkl 21 Bilder

Ein 50 Jahre lang vergrabener Plymouth Belvedere wird am 15. Juni der Mittelpunkt der 100 Jahr-Feier des US-Bundesstaates Oklahoma in Tulsa sein.

06.02.2007 Powered by

Das 1957 feierlich vor dem Gerichtsgebäude der Stadt Tulsa in den Erdboden versenkte Sport-Coupe wird dann nach einem halben Jahrhundert wieder ans Tageslicht geholt werden. Und dann auch gleich seinem neuen Besitzer, dem Gewinner eines damals veranstalteten Preisrätsels, überreicht werden.

Aus dem Werk ins Loch

Die Einwohner von Tulsa hatten die Golden Jubilee Week, das 50-jährige Jubiläum des vormaligen Indianer-Gebiets Oklahomas als US-Bundesstaat, im Jahr 1957 mit einer ganz besonderen Aktion für die Nachwelt zelebrieren wollen. "Soweit wir wissen, wollten die Verantwortlichen den Menschen, die in 50 Jahren in ihrer Stadt leben würden, in einer Art Zeitkapsel das beste Beispiel für die Technologie und das Design jener Zeit hinterlassen", sagt Paula Hale, Koordinatorin der 100 Jahr-Feier gegenüber motor-klassik.de, "der Look des Belvedere kam ihnen wohl ganz besonders futuristisch vor." Und so wurde der weiß-goldene Neuwagen dann in einem zuvor von Baggern ausgehobenen Loch vergraben. Viel von der Welt gesehen hatte das Auto bis zu diesem Moment nicht, von der Fabrik aus war er direkt zu einem Händler nach Tulsa transportiert worden, der ihn dem Festkommittee zum Eingraben schenkte.

Handtasche im Handschuhfach

Ausgestattet ist der Plymouth mit dem, worauf die Einwohner der Stadt besonders stolz waren - oder was sie als typisch für ihre Zeit erachteten. Im Handschuhfach wurde zum Beispiel eine Damenhandtasche deponiert, die unter anderem mit Haarnadeln, einem unbezahlten Knöllchen, Zigaretten und einer Packung Beruhigungspillen gefüllt worden war. Im Kofferraum befinden sich unter anderem ein Plan des Flughafens, Schülerzeitungen, Statements der Honoratioren der Stadt sowie Ersatzkanister mit Benzin und Öl - schließlich konnten die Menschen des Jahres 1957 nicht sicher sein, welche Rohstoffe der kommenden Generation zur Verfügung stehen würden. Außerdem wird der Name des neuen Besitzers im Auto zu finden sein, denn die Antworten auf die Preisfrage "Wieviele Einwohner hat Tulsa im Juni 2007?" befinden sich ebenfalls, sicher in einem Metallzylinder aufbewahrt, in dem Klassiker. Von dem nicht einmal Experten genau sagen können, wie er die lange Zeit unter der Erde überstanden hat, "in welchem Zustand das ausgegrabene Auto nun sein wird, ist Gegenstand heißer Diskussionen in der Stadt", berichtet Paula Hale. "Manche glauben, dass der Sportwagen bis auf platte Reifen absolut fahrtüchtig ist, andere denken, dass er komplett verrostet sein wird." Und so ist dann auch im Juni keine Ehrenrunde aus eigener Kraft für den Plymouth vorgesehen, "erst einmal wird er einer gründlichen Inspektion unterzogen."

2048 wird das nächste Auto ausgegraben

Autos feierlich zu vergraben, um sie zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen eines großen Festes wieder auszubuddeln, ist übrigens zum Hobby der Einwohner von Tulsa geworden: 1998, anläßlich des 100.Stadtgeburtstages, versenkte man einen quietsche-violetten Plymouth Prowler für 50 Jahre im Centennial Park.

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