Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Cabrio

Fahrspaß für unter 20.000 Euro

Foto: Achim Hartmann 67 Bilder

Nicht lange fackeln: Cabrio erwerben, Dach öffnen und durchs Ende des Sommers rauschen. Um den Entschluss zu beschleunigen, hier eine Kaufempfehlung für die Klasse der offenen Kleinwagen.

12.09.2008 Marcus Peters

Sommer 2008, still ruht der Baggersee. Statt der Temperaturen steigen vor allem die Spritpreise, bei anhänglichen Tiefs führt die Sonne ein Schattendasein. Wer jetzt eine Wolkenlücke verschläft, droht im Herbst aufzuwachen. Deshalb: Dach auf, so oft es geht. Gesucht wird ein neues, günstiges Cabrio. Budget: unter 20.000 Euro. Da kommen ausschließlich Kleinwagen in Frage.

Doch was für manche nach Verzicht und Konjunkturschwäche klingen mag, trifft bei Cabrios nicht zu: Sie umweht immer der Hauch von Luxus - in jeder Klasse. Schließlich stehen sie dem Müßiggang näher als dem arbeitsamen Alltag. Und die Auswahl ist groß. Den Elementen ist man im offenen Kleinwagen häufig sogar näher als im Luxuscabrio - ähnlich wie beim Segeln, weshalb viele die wendige Jolle dem stattlichen Dreimaster vorziehen.

Platz an der Sonne für zwei

Den günstigen Platz an der Sonne gibt es für zwei oder, auf Kurzstrecken, vier Personen. Im Quartett offen verreisen? Das gelingt erst ab der Kompaktklasse. In den Kleinwagen dagegen werden sich selbst Kinder über die eingrenzende Enge auf der Rückbank beschweren und ihre Füße unwillig in die Rückenlehne des Vordersitzes bohren. Der Fond dient deshalb ausschließlich als Erweiterung des Kofferraums. Opel ist da ehrlicher und bietet den Tigra Twin Top als reinen Zweisitzer mit rückwärtigem Staufach an. Als Zwei-plus-zwei-Sitzer stehen der Nissan Micra C+C, der Peugeot 207 CC sowie der Suzuki Jimny zur Wahl, Letzterer als Geländewagen mit Softtop, das heißt knöpfbarem Stoffverdeck im Gegensatz zu den meist per Elektromotor und Hydraulik betätigten Dächern der Konkurrenten.

Bei Micra und Peugeot stehen die beiden C hinter dem Namen für die Doppelbegabung von Coupé und Cabrio, ein scheinbares Paradoxon, das ein klappbares Blechdach ermöglicht. Das verringert im geschlossenen Zustand die Windgeräusche gegenüber den Stoffverdeck-Pendants deutlich und soll der Seitenlinie eine Art coupéhaften Schwung verleihen. Zumindest beim Peugeot gelingt das auch, genauso wie beim Opel.

Daihatsu Copen: der Exot

Das Kuriosum der Sechserrunde ist der zweisitzige Daihatsu Copen, ein putziger Mini-Roadster. Auf 3,40 Meter Außenlänge finden ein Motor, zwei Sitze sowie ein elektrisches Blechklappdach Platz - gäbe es noch einen brauchbaren Kofferraum, dann wäre das eine ingeniöse Meisterleistung. So aber bleibt dem Copen in diesem Vergleich immerhin die Rolle des Exoten. Dennoch erhält Daihatsu nicht den Preis des kleinsten Cabrios; er geht an den Smart Fortwo. Hier reichen 2,70 Meter Karosserielänge, um zwei Personen samt etwas Gepäck luftig fortzubewegen.

Zweite Nominierung: Der Smart ist auch noch das billigste Cabrio auf dem Markt, es gibt ihn ab 13.290 Euro. Ähnlich dem frühen 911 Targa bleibt beim geöffneten Fortwo allerdings ein breiter Überrollbügel stehen, genauso wie beim Suzuki Jimny. Der kümmert sich wenig ums Thema Sicherheit: Sein Bremsweg ist lang, die Fahrdynamikhilfe trotz hohen Schwerpunkts und der damit verbundenen Kippgefahr nicht lieferbar. Der Jimny ist der einzige Geländewagen in der Runde: Wie der Smart leitet er seine Leistung normalerweise an die Hinterräder; doch nur beim Suzuki lassen sich Allradantrieb sowie Getriebeuntersetzung zuschalten. Die übrigen vier Cabrios sind Fronttriebler.

Smart als Diesel-Version

Zweite Antriebs-Ausnahme: Nur der Smart nimmt als Diesel am Vergleich teil, was ihm eine Goldmedaille als Spritsparer einbringt. Im Schnitt begnügt er sich mit 4,8 Liter Diesel auf 100 km. Generell bieten auch Opel und Peugeot ihre Kleinwagen-Cabrios in sparsamen Selbstzünder-Varianten an. Wer aus Verbrauchsgründen mit einem Diesel-Cabrio liebäugelt, sollte sich auf deutlich hörbares Nageln einstellen. Vor allem bei geöffnetem Dach finden die harten Laufgeräusche einen kaum gefilterten Weg ins Ohr - die meist vierzylindrigen Kleinwagen-Motoren sind schließlich nicht so aufwendig gekapselt wie Oberklasse-Aggregate.

Auch hier nimmt der Smart wieder eine Sonderstellung ein: Ihm muss ein Dreizylinder genügen, der schon konstruktionsbedingt im unausgeglichenen Arbeitstakt zündet und dabei wie eine Landmaschine rattert. Kultiviert läuft dagegen der 1,6-Liter-HDi von Peugeot, wie frühere Tests des 207 bewiesen haben. Dieser auch im CC erhältliche Dieselmotor harmoniert noch am besten mit einem Cabriolet.

Opel Tigra mit Anfahrschwäche

Der 1,3-Liter-CDTi von Opel fiel dagegen im Corsa durch eine eklatante Anfahrschwäche auf. Im Tigra ist er nahezu baugleich. Nächster und für viele wesentlicher Unterschied der sechs kleinen Cabrios: der Offenfahrspaß. Ausschließlich Smart und Suzuki lassen sich nicht komplett öffnen, bei allen anderen schwebt dagegen nur der hoffentlich blaue Himmel über den Köpfen – oder fast. Häufig limitiert ein Scheibenrahmen das Sichtfeld nach oben.
Die Blechdächer bestehen aus zwei Teilen und müssen damit den kompletten Kopfraum überspannen. Um diesen Bereich einigermaßen klein zu halten, stehen die Frontscheiben bei Micra, Tigra und Peugeot sehr flach, und die Rahmen reichen bis nah an die Köpfe der Vornsitzenden.

Das großzügigste Gefühl hinterlässt interessanterweise der kleine Copen. Nur seine Frontscheibe stemmt sich so aufrecht in die Brandung, wie es die Roadster-Jünger lieben, und der Wind braust von allen Seiten in den Innenraum. Bei Smart und Suzuki leiten die Überrollbügel den Luftstrom um; im Fortwo fühlt sich das Ganze eher an wie Fahren mit geöffnetem Schiebedach und Seitenfenster, im Jimny ist dagegen die größte Action geboten - je nach Geschwindigkeit bläht die Luft das Verdeck stark auf. Es flattert und knattert lautstark zum Zischen des Fahrtwinds. Schon ein Kleinwagen-Cabrio kann eben eine große Show bieten. Und die raren Sonnenstunden dieses Sommers fängt es auf jeden Fall ein.

Anzeige
Nissan Micra Facelift 2013 Nissan Micra ab 86 € im Monat Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Nissan Micra Nissan Bei Kauf bis zu 31,25% Rabatt Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden